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Lokalsport Nienhäger Triathlet Brennecke bester Deutscher bei Militär-WM
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16:44 14.10.2015
Von Heiko Hartung
Triathlet Alexander Brennecke zählte bei der Militär-WM zu den besten Radrennfahrern.
Nienhagen

Als Alexander Brennecke die Ziellinie überschritt, wurde ihm nicht sofort bewusst, dass er in diesem Moment bester deutscher Triathlet bei den Militärweltmeisterschaften geworden war. Zu groß war die Erschöpfung nach 1,5 Kilometern Schwimmen, 40 Kilometern Radfahren und 10 Kilometern Laufen. Er wusste auch nicht, dass er von 90 gestarteten Athleten, darunter etliche Profis, auf Platz 28 gekommen war. Was der 21-Jährige vom SV Nienhagen wusste: Er war überglücklich über „das beste Rennen meiner bisherigen Karriere“.

Exakt 1:53,09 Stunden zuvor war Brennecke bei seinem WM-Debüt im südkoreanischen Pohang gestartet. Um 13 Uhr Ortszeit am Yeongildae Beach war das japanische Meer sehr unruhig, die Athleten mussten gegen starke Wellen und Strömungen ankämpfen – bei Neoprenverbot. Der Medizinstudent kam damit aber gut zurecht und stieg mit weniger als einer Minute Rückstand zum Führenden aufs Rad.

Auf der Strecke holte Brennecke als treibende Kraft der Verfolger eine Ausreißergruppe nach der anderen ein. Nach der Hälfte fand sich der Nienhäger mit den Topathleten in der Spitzengruppe wieder.

Zusammen mit dem Bundeskader-Athleten Jonas Breinlinger ging es für Brennecke um die geplante Medaille in der Teamwertung. Doch Breinlinger fiel durch einen technischen Defekt am Rad zurück. Alle anderen deutschen Athleten waren nicht in der Spitzengruppe. Auf sich allein gestellt kam Brennecke als einer der besten Radfahrer ins Etappenziel (im Schnitt über 42 Stundenkilometer).

Nach einem Blitzwechsel ging er als Zwölftplatzierter auf die abschließende Laufstrecke und musste trotz guter Leistung einige Profis an sich vorbei ziehen lassen. Zum Schluss lieferte er sich noch ein packendes Finish mit einem heimischen koreanischen Athleten. In der Teamwertung belegte das deutsche Team am Ende den fünften Rang.

„Die ganze Quälerei im Training hat sich gelohnt – mir fiel ein riesiger Brocken von den Schultern“, war der Modellathlet erleichtert. Auch Trainer Ole Bedey war stolz auf das Abschneiden seines Schützlings: „Alex hat in den vergangenen Monaten eine harte Zeit gehabt, die das Training sehr erschwert hat – trotz allem hat er sich nie aus der Bahn werfen lassen und konsequent sein Ziel im Auge behalten. Ich bin stolz auf Alex und ziehe den Hut vor seiner Leistung“, so Trainer Bedey.

Und eines wusste Brennecke schon kurz hinter der Ziellinie: Bei den nächsten Militärweltmeisterschaften 2019 in China will er wieder dabei sein.