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Lokalsport Obstacle-Course-Racing: Emotionen, Schmerz - und Ernüchterung
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17:55 09.07.2018
Quelle: Stephan Wieser
Celle Stadt

Die EM-Strecke bot – ähnlich wie am vergangenen Wochenende beim „Tough Mudder“ in Hermannsburg – den ultimativen Hindernislauf, ein wahres Paradies für Extremsport-Fanatiker. Nur mit mentaler Stärke, Ausdauer, Beweglichkeit und Geschicklichkeit gelingt es, die Hindernisse zu überwinden, die sich allen Startern erbarmungslos in den Weg stellen. „Kein Kurs war so hart wie dieser – selbst die Weltmeisterschaft nicht“, erklärt Gumprecht – obwohl bereis einige Hindernisse im Vergleich zum Vortag entschärft wurden. Er sei ein paar Mal drauf und dran gewesen, sein Band abzugeben – und sich damit zu disqualifizieren. Allein an einem Hindernis habe er eineinhalb Stunden benötigt. „Ich bin vom Tau runtergerutscht und dann wusste ich: Du musst das alles noch einmal machen“, erzählt der Extremsportler. Insbesondere durch die hohe Anzahl der Hindernisse und kurzen Abstände sei es der „härteste Lauf“ in seiner bisherigen zweijährigen OCR-Karriere gewesen.

„Emotionen, Schmerz und Ernüchterung: Ich habe mich in den Armen von anderen Sportlern ausgeheult“, beschreibt der 19-Jährige seine Gefühlswelt während des 15-Kilometer-Laufs. Er sei komplett am Ende gewesen. Zum Glück habe es immer Teilnehmer gegeben, die an Hindernissen gewartet und ihn immer wieder mit „Go Hannes, Go Hannes“ Rufen motiviert hätten. Doch das 42. Hindernis, die „Stairway to heaven“, brachte Gumprecht nicht den himmlischen Frieden, sondern Höllenschmerzen. Er rutschte vom höchsten Punkt ab und knallte auf sein Bein. „Ich musste mein Band leider abgeben. Alles andere wäre verantwortungslos gewesen“, sagt der 19-Jährige betrübt.

Doch sein Stolz trieb den Extremsportler weiter an seine Grenzen. Trotz seiner Oberschenkel-Prellung humpelte der Bröckler nach fünfeinhalb Stunden ins Ziel. „Der Wettkampf war kein Kampf gegen die Zeit, sondern gegen sich selbst. Willensstärke zu zeigen, wenn mal ein Hindernis nicht geklappt hat, und dann die Zähne zusammenzubeißen und es immer wieder zu probieren“, fasst der Athlet zusammen.

An den OCR-Rennen reize Gumprecht die Kombination verschiedener Hindernisse: „Es ist immer was Neues.“ Nach jeder Kurve, warte eine neue Herausforderung auf die Extremsportler. Und er bekommt einfach nicht genug, denn bereits eine Woche nach seiner Teilnahme bei der Europameisterschaft, zog es den Bröckler am vergangenem Wochenende in den Schlamm. Denn das Heimspiel beim „Tough Mudder“ in Hermannsburg wollte er ausnutzen – auch wenn Gumprecht schon in der Vorbereitung auf seine WM-Teilnahme im Oktober ist.

29 Hindernisse und eine Menge Schlamm mussten die Teilnehmer des Tough Mudder Norddeutschland auf dem Hof Severloh überwinden.

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Wie ein Regenbogen kann so ein blauer Fleck schimmern, wenn die „Rainbow Warriors“ auf der Matte einmal so richtig loslegen. Denn auf dem Boden geht es für die Brazilian-Jiu-Jitsu-Kämpfer rund. Bei der noch jungen Sportart wird nicht wie bei den traditionellen japanischen Kampfsportarten Judo und Jiu-Jitsu getreten, geschlagen oder geworfen. „Wir versuchen unseren Gegner beim ,Rollen‘ an einen Punkt zu bringen, an dem sein Gewicht und seine Stärke keine Rolle mehr spielen, nämlich am Boden“, erklärt Désirée Gotthardt. Dort wird dann versucht, mit dem eigenen Körper den Gegner zu kontrollieren. „Gegebenenfalls wird ein Hebel- oder Würgegriff eingesetzt, um ihn dann zur Aufgabe zu bringen“, ergänzt die Bergerin.

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Nicht nur die Schweine auf dem Bauernhof suhlen sich gerne im Schlamm, sondern auch mehr als 14.000 Hindernisläufer werden sich freudig in den dunklen Matsch schmeißen. Tough Mudder kehrt am Samstag und Sonntag wieder zurück auf das Gelände des sonst so ruhigen Reiterhofs Severloh in Hermannsburg und verwandelt die Umgebung in einen Patsche-Spielplatz der Extraklasse. Auf die Starter warten auf 19 Kilometern 29 Hindernisse und 150 Kubikmetern Schlamm – damit bietet Hermannsburg die längste Matschepampe-Strecke Europas. Tough Mudder ist schließlich kein Ponyhof.

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