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Lokalsport Randale bei Bezirksligaspiel spalten TuS Celle FC und TSV Elstorf
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20:01 14.12.2016
Celle Stadt

Dabei hatte der TuS FC zuletzt durch sportliche Erfolge des neuformierten Bezirksligateams und durch gute Entwicklungen im Jugendbereich für positive Meldungen gesorgt. Jetzt hat der Spielabbruch am vergangenen Samstag in Elstorf sogar den Landtag erreicht (siehe Bericht unten). Derweil bemüht sich der TuS Celle FC um Schadensbegrenzung. Bereits am Sonntag hatte der Verein auf seiner Homepage sowie auf seiner Facebook-Seite die Ereignisse verurteilt und sich von den Tätern sowie von Gewalt und Pyrotechnik distanziert.

„Der Verein möchte sich in aller Form bei den Verantwortlichen des TSV Elstorf sowie bei der örtlichen Polizei entschuldigen“, heißt es dort. Dazu suchte der Vorsitzende Wolfgang Lidle auch das Gespräch mit Uwe Lehne, Leiter der Polizeiinspektion Harburg, sowie Ingo Ritscher, Vorsitzender des TSV Elstorf. Auch die Celler Fanszene verurteilt bei Facebook die Eskalation. „Das war definitiv nicht von uns beabsichtigt.“ Gleichwohl bekennen die Fans, „dass auch wir Fehler begangen haben“, heißt es auf der Fan-Seite „Celle Loyalist“.

Darüber, ob der Spielabbruch wirklich nötig gewesen wäre, gehen die Darstellungen der Beteiligten weit auseinander. Nach Angaben der Harburger Polizei haben die Beamten keine direkte Empfehlung gegeben, die Partie abzubrechen. Nils Gosebeck, Teamsprecher des TSV Elstorf, sagte: „Obwohl sich die Celler „Fans“ mittlerweile nicht mehr auf der Sportanlage, sondern auf dem Parkplatz befanden, hatten die Akteure des TSV Elstorf und das junge Schiedsrichtergespann Angst, dass die Ausschreitungen wieder aufflammen könnten.“

Dem widersprechen die Spieler des TuS Celle FC, insbesondere Trainer Andreas Gerdes-Wurpts, vehement. „Schon der Polizeieinsatz gegen unsere Fans war völlig übertrieben und hat die Situation zwischenzeitlich erst eskalieren lassen. Hier wurde aus einer Mücke ein Elefant gemacht“, so der Celler Coach, der keine Gefährdung hinsichtlich der Spielfortführung sah. Nach Darstellung der TuS-Akteure war Schiedsrichter Marcel Klein aus Ahlerstedt fest dazu entschlossen, die Partie fortzusetzen und wollte das auch so in seinen Spielbericht, der allerdings noch nicht vorliegt, schreiben. TuS-Kapitän Nils Rogge geht noch weiter: „Der Heimverein hat die angespannte Situation ausgenutzt, um sich einen Vorteil zu erstreiten. Selbst als die Fans mit dem Bus abgefahren sind, wollte der Verein nicht mehr zur zweiten Halbzeit antreten.“

Das letzte Wort in dieser Angelegenheit wird noch lange nicht gesprochen sein. Auf das Urteil des Sportgerichts in puncto Spielwertung und Bestrafung darf man gespannt sein. Um die Schuldigen ausfindig zu machen und gegebenenfalls mit einem Stadionverbot zu belegen, hat der Verein Akteneinsicht bei der Polizei Harburg angefordert.

Von Jochen Strehlau