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Lokalsport Rasante Fahrt auf ruhiger Lachte: Celler Kanuten holen zwölf Siege bei Heimrennen
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22:55 06.10.2015
Wie alle Celler Kanuten überzeugte auch Knud Zietz mit guten Leistungen. Er holte im Sprint und Classic jeweils Rang drei.  Quelle: Benjamin Westhoff
Lachtehausen

Langsam fließt die Lachte in ihrem Flussbett entlang, die Sonne scheint durch die dichten Blätter der Bäume, und Vögel zwitschern. Doch plötzlich hallen Rufe durch die Sprache: „Hop, hop, hop – jetzt gib noch mal alles“, rufen die Menschen am Ufer, ein leises Plätschern wird immer lauter, und dann ist auch der Kanut zu sehen: Mit letzter Kraft schwingt er noch einmal das Paddel.

Auch Tobias Zimmer aus Celle wurde auf der Zielgeraden des Lachte-Abfahrtslaufs am Sonntag angefeuert. Der 14-Jährige ging für die ausrichtende Kanu-Gesellschaft Celle (KGC) an den Start und war mit seiner Leistung im Classic-Rennen zufrieden. „Es ist gut gelaufen und hat Spaß gemacht“, sagte er, während er hinter dem Ziel noch kurz im Wasser blieb. Vom Ufer aus erfuhr er dann: „Tobias, neue Bestzeit.“ Damit holte Zimmer Bronze, nachdem er im Sprint bereits den zweiten Platz erreicht hatte. So machte das Lachte-Rennen gleich doppelt Spaß.

Ebenfalls noch im Wasser blieb Birgit Sülzer vom FFB Brühl. Sie wartete dort auf ihre Teamkameraden und ging noch einmal ihren Lauf auf der Naturstrecke zwischen der Kläranlage Lachendorf und der „Blauen Brücke“ durch: „Auf der Strecke sind viele Kurven und umgefallene Bäume im Wasser“, sagte sie. Da aber die Strömung nicht so stark sei, eigne sich die Lachte gut für junge Kanuten.

Die Sportler aus Brühl kommen seit Jahren zum Rennen nach Celle. Der Wettkampf ist auch ein Wiedersehen mit Bekannten und Freunden. „Beim Wildwassersport ist immer eine sehr familiäre Atmosphäre“, sagte auch Olaf von Hartz, der das größte Rennen dieser Art in Norddeutschland mit seinen Vereinskollegen organisiert hat.

Mit rund 250 Starts hat die KGC ein recht gutes Meldeergebnis verbucht, fand von Hartz. Besonders für den Nachwuchs sei das Rennen wichtig und attraktiv. Aber auch Welt- und Europameister ließen es sich nicht nehmen, auf der Lachte an den Start zu gehen.

Zumindest in einer Hinsicht war die KGC allerdings ein schlechter Gastgeber: Auf dem Wasser wussten die Celler ihren Heimvorteil zu nutzen. Greta Zietz und Alina Zimmer machten bei den Schülerinnen B KI sowohl im Sprint als auch im Classic den Sieg unter sich aus. Zietz holte als amtierende Deutsche Vizemeisterin beide Siege. Es war aber beeindruckend, wie weit die zweitplatzierte Zimmer dem restlichen Feld das Heck zeigt.

Neuling Jonas Gläsmann holte jeweils Rang fünf in Sprint und Classic bei den Schülern A. Olaf von Hartz ließ sowohl im KI wie auch im CI, in Classic und Sprint seine Konkurrenz weit hinter sich und siegte in seinen vier Einzelrennen bei den Masters C. Knud Zietz kann inzwischen auch gut Kleinfluss fahren, er erreichte im Sprint und Classic jeweils Rang drei.

Sowohl im Sprint als auch im Classic paddelte KGC-Sportwartin Eike von Hartz zu den erwarteten sicheren Siegen. Zusammen mit Knud Zietz in den Rennen der Herren-KI-Mannschaften wurde sie dann mit den Tücken ihrer Heimstrecke konfrontiert: Ihr Paddel verhakte sich im Sprint so unglücklich in einem unter Wasser liegenden Baum, dass die Kenterung unvermeidlich war. Es reichte noch zu Platz sechs. Im Classic erreichten sie Rang fünf. Für eine Überraschung sorgte Pontus Kiesecker, der im Feld der KI-Junioren Zweiter wurde.

Von Johanna Müller