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Lokalsport Rassige Pferde und Picknickdecke: Polo-Turnier in Rixförde
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16:26 01.06.2017
Von Heiko Hartung
Celle Stadt

RIXFÖRDE. Noch zieht die Gabelweihe majestätisch ihre Kreise über der 274 mal 146 Meter großen Rasenfläche neben den Stallungen des Gutshofs Rixförde. Doch mit der Ruhe für den Greifvogel ist es ab Samstag vorbei. Dann beherrscht drei Tage lang vielfaches Hufgetrappel das idyllische Fleckchen Erde tief im Wald zwischen Ovelgönne und Fuhrberg: Der im vergangenen Jahr gegründete Gut Rixförde Poloclub lädt zu seinem international besetzten Turnier mit acht Teams und mehr als 150 Poloponys ein.

Clubpräsident Max Bosch wird dann doppelt gefordert sein. Der 26-jährige deutsche Nationalspieler, dessen Familie 2014 einen Teil des Anwesens erwarb und gleich darauf mit der Anlage des heutigen Poloplatzes begann, ist einer der Turnier-Organisatoren – und tritt mit seinem Team gegen Top-Mannschaften aus ganz Deutschland und den Niederlanden an. „Wir haben ein ausgeglichenes Starterfeld, das verspricht spannende Partien“, so Bosch. Die Rixförder greifen gleich mit zwei Teams ins Geschehen ein, denn auch Vater Ulrich und Schwester Sabrina sind begeisterte Polospieler.

Beim Turnier im vergangenen Jahr kamen etwa 400 Zuschauer auf das Areal, das einst ein Maisfeld war und heute als einer der schönsten Poloplätze Deutschlands gilt, um sich den ältesten und schnellsten Mannschaftssport der Welt anzuschauen. Diesmal rechnet Bosch mit mehr Besuchern. Die erwartet bei freiem Eintritt übrigens keine elitäre Veranstaltung mit exquisitem VIP-Zelt und ähnlichem Schickimicki. „Unsere Philosophie ist eine andere. Wir lieben es ländlich-familiär. Bei uns kommen Zuschauer und Spieler ganz leicht ins Gespräch“, sagt Max‘ Mutter Sabine Bosch. Und so können Besucher eine Rixförder Wildbratwurst vom Grill genießen oder ihren mitgebrachten Proviant auf Picknickdecken ausbreiten und sich dabei rassige Pferde anschauen.

Jeweils vier Spieler und ihre speziell gezüchteten Pferde treten gegeneinander an. Ziel: Die tennisballgroße Hartkunststoffkugel muss mit einem Bambusschläger durch die etwa 7,20 Meter breiten Tore befördert werden. Wichtigste Regel ist das Wegerecht. Vereinfacht ausgedrückt darf ein Reiter seinem Gegner nicht rücksichtslos den Weg abschneiden. „Das Tierwohl steht an erster Stelle. Alles was ein Verletzungsrisiko für die Pferde darstellt, ist ein Foul und wird geahndet“, erklärt Bosch. Weil ein Pferd maximal zwei der vier Abschnitte (Chukka) von je 7,5 Minuten reiner Spielzeit eingesetzt werden darf, reisen die meisten Spieler mit vier oder fünf Tieren an. Um auch dem Laien die Sportart nahe zu bringen, wird der frühere britische Verbindungsoffizier Hugh Pierson das Geschehen auf dem Feld live kommentieren.

Am Samstag beginnen die Partien um 13 Uhr, am Sonntag um 12 Uhr und die Platzierungsspiele am Pfingstmontag gehen um 11 Uhr los. Das Finale ist für 15.30 Uhr angesetzt. Erst ab Dienstag kehrt Ruhe ein in Rixförde. Dann gehört der Luftraum über dem Poloplatz wieder der Gabelweihe und kein Hufgetrappel stört ihren Flug.