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Lokalsport Rollhockeyer sagen MTV Eintracht ade
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18:10 16.08.2010
Von Uwe Meier
Voller Einsatz ja – aber nicht für den MTV Quelle: nicht zugewiesen
Celle Stadt

Auch wenn sie den Statuten nach noch bis Ende des Jahres Mitglieder des MTV Eintracht Celle sind, haben ein Großteil der Rollhockeyer Celles dem größten Sportverein der Stadt längst den Rücken gekehrt. Seit weit über 50 Jahren waren sie dort beheimatet gewesen. Nunmehr steht die Sportart in Celle vor einem Neuanfang – allerdings nicht beim MTVE. Die Zukunft der Randsportart liegt vielmehr beim SV Altencelle. Dort wird, offiziell wohl Anfang September, der Neubeginn gestartet.

Bei der Angabe der Gründe, die zu diesem Schritt geführt haben, sind beide Seiten bemüht, kein unnötiges Öl ins Feuer zu gießen. „Es gab kein Ereignis, was ganz speziell zu diesem Entschluss geführt hat“, sagt Rollhockey-Pressesprecher Matthias Penke. „Wir haben uns aber dazu entschlossen, es woanders zu versuchen.“ MTVE-Geschäftsführer Rolf-Peter Nieber, der sich zwar gelassen zeigt, kann sich den Schritt nicht so recht erklären. „In einem Schreiben ist uns Anfang August die Entscheidung der Rollhockeyer mitgeteilt worden. Über die Gründe, die dazu geführt haben, weiß ich derzeit allerdings noch nichts“, sagte er gestern.

Von hochklassigem Rollhockey hatten sich die handelnden Personen ohnehin schon vorher verabschiedet. Nach dem Abstieg in der vergangenen Saison aus der ersten Liga, war auf Grund nicht zu kompensierender Abgänge keine konkurrenzfähige Mannschaft mehr übrig geblieben. Zwar hatte man versucht, passende Spieler zu finden, die Chancen auf einen Erfolg waren allerdings gering. Und somit geht Mitte September eine Mannschaft in der Landesliga an den Start. Geplant hatten die Neu-Altenceller auch, ein Team in der Regionalliga ins Rennen zu schicken. Dafür ist es allerdings inzwischen zu spät – die Saison läuft bereits.

Aber warum geht das nicht weiterhin beim MTV Eintracht Celle? In erster Linie begründen Holger Kewitz, der beim SV Altencelle das Amt des Abteilungsleiters übernimmt, und Penke unisono die Entscheidung mit dem finanziellen Aspekt. „Beim SV Altencelle sind die Mitgliedsbeiträge deutlich niedriger“, sagen die beiden. Tatsächlich beträgt der Unterschied zwischen SVA und MTVE bei Jugendlichen monatlich 4,50 Euro und bei Erwachsenen sogar 6,85 Euro im Monat.

Man habe in der Vergangenheit mit verschiedenen Aktionen versucht, besonders in der Nachwuchsfrage, Interessierte für den Rollhockeyport zu begeistern. Das sei insgesamt auch gelungen. „Doch dann haben wir schon öfter die Erfahrung machen müssen, dass Eltern von den hohen MTVE-Beiträgen abgeschreckt wurden“, sagt Penke. Gerade für eine Randsportart sei es immens schwierig neues Personal zu finden. Man will jedoch auch in Zukunft nichts unversucht lassen. „Ich möchte den Rollhockeysport in Celle am Leben erhalten“, sagt Kewitz über seine Ambitionen. „Deshalb werden wir uns weiter in erster Linie um die Nachwuchsarbeit kümmern.“ Einiges wurde in diesem im vergangenen Jahr beim MTVE bereits bewegt, doch die Entwicklung soll noch intensiver vorangetrieben werden. Und in diesem Punkt glaubt man sich beim SV Altencelle besser aufgehoben.

Dort ist man bemüht, die Angelegenheit in vernünftigen Bahnen abzuwickeln. „Wir haben uns mit MTV Eintracht im Ruhigen geeignet“, so SVA-Vorsitzender Horst Rumey. Die neue Abteilung wird ganz normal nach der Satzung in den Verein eingliedert. Allerdings mit einer Einschränkung: „Im Gegensatz zu allen anderen Abteilung können wir in diesem Fall keine Kostenerstattungen für Auswärtsfahrten übernehmen“, so Rumey. Die werden allerdings im Vergleich zu den vergangenen Jahren ohnehin nicht allzu hoch sein.