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Lokalsport SC Wietzenbruch siegt auch im nächsten Derbxy
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20:00 29.10.2017
Quelle: Michael Schäfer
Celle

Celle. Dagegen war die Enttäuschung bei Eschedes Coach Sven Ewert groß. „Aus dieser Partie hätten wir niemals als Verlierer hervorgehen dürfen“, so Ewert. Durch fehlende Ruhe beim Abschluss hatte sich sein Team, das nun tiefer denn je im Abstiegssumpf steckt, zumindest um einen Punkt gebracht.

Dabei hatte Taktik-Fuchs Ewert mit einer ungewohnten Anfangsaufstellung überrascht. Sturmtank Maik Kirchhoff spielte in der Innenverteidigung, während David Schlawer als Sturmspitze agierte. So entwickelte sich von Beginn an eine zwar nicht hochklassige, dafür aber interessante Partie.

Beide Teams verzichteten auf langes Abtasten und gingen munter zu Werke. Die erste Chance hatten die im ungewohnten orangen Dress spielenden Gäste. Im Anschluss an einen Freistoß lenkte der fehlerfreie SCW-Torwart Niels Petersen einen Kopfball von Malcolm Kleedehn (12.) mit den Fingerspitzen gerade noch an die Querlatte. Im Gegenzug kam Mathias Winkler bei einer flachen Eingabe einen Schritt zu spät gegen den sicher zupackenden TuS-Keeper Kai John.

Insgesamt wirkte das Spiel der immer wieder schnell aufrückenden und damit die Räume eng machenden Gäste reifer und strukturierter. Dem Auftreten des SC Wietzenbruch fehlten die Ideen, Bälle gingen früh verloren, vieles blieb Stückwerk.

In dieser Phase waren die Männer von der Aschau das gefährlichere Team mit guten Einschusschancen. Nach einem schnellen Angriff über David Schlawer und Kevin Schöneck schoss Florian Schöning (24.) den Ball unplatziert in die Arme von Petersen. Nach Hackenvorlage von Marc von der Ohe köpfte Schlawer über den Kasten (34.). So fiel das erste Tor etwas überraschend auf der anderen Seite. Ein Freistoß von Kais Manai – mittig aus gut 20 Metern Entfernung getreten – wurde von Eschedes Mauer unerreichbar für Torwart John zum 1:0 (39.) abgefälscht.

In der zweiten Spielhälfte fanden die Gastgeber besser ins Spiel und wurden zunehmend gefährlicher. Erste Chancen hatten Manai und Winkler, bevor Ebrimah Singhateh das Leder nur Zentimeter (62.) am Tor vorbeisetzte. Dann folgten zwei Szenen, die Eschedes Fans verzweifeln ließen. Schöneck scheiterte aus kürzester Distanz an Petersen (67.), Sekunden später verfehlte Kirchhoffs Schuss sein Ziel denkbar knapp.

Die Partie stand nunmehr auf Messers Schneide – und kippte dann zugunsten der Gastgeber. Moussa Doumbouya legte wunderbar für Mathias Winkler auf, dessen Flachschuss den Weg zum 2:0 (74.) ins Tor fand. Nur eine Minute später verkürzte Marvin Söhl nach Vorarbeit von Schöneck auf 1:2. Das jederzeit faire und mit offenem Visier geführte Spiel blieb bis zum Ende spannend. Eschede setzte alles auf eine Karte – die Gastgeber verpassten durch Doumbouya (82./86.) zweimal die Chance zur endgültigen Entscheidung. So blieb es beim knappen Wietzenbrucher Sieg.

„Das war eng. Nach dem 2:0 haben wir uns wohl etwas zu früh gefreut“, atmete SCW-Trainer Bergmann nach dem Schlusspfiff auf. Dagegen haderte Eschedes Trainer mit seiner Elf. „Die entscheidenden Zweikämpfe haben wir verloren und zu viele einfache Fehler gemacht“, ärgerte sich Ewert.

Von Jochen Strehlau