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Lokalsport SVG Celle geht als Spitzenreiter ins neue Jahr
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17:33 22.12.2013
Von Uwe Meier
Jetzt mal richtig zugepackt. Kathrin Schulz und - Anna-Katharina Loest (rechts) stoppen eine - Dortmunder Angreiferin konsequent. Quelle: Klaus-D. Birkenfeld (2)
Celle Stadt

Gut, dass Trainer Christian Hungerecker in Sachen Dramatik und Spannung nach eigenem Bekunden ein dickes Fell hat. So konnte der Trainer des Handball-Zweitligisten SVG Celle die Schlussphase der Partie seiner Mannschaft beim BVB Dortmund „einfach nur genießen“.

Dabei waren die letzten Minuten des Spitzenspiels alles, nur nichts für schwache Nerven. Dennoch war Hungerecker ruhig geblieben. Und das ganz offenbar nicht ohne Grund. Das Vertrauen des Trainers in sein Team ist enorm hoch. „Das war schon super, wie die Spielerinnen das gelöst haben“, so Hungerecker.

Damit meinte er die Phase, in der der SVG Celle eine 18:15-Führung (45.) hergab und sich sechs Minuten vor dem Ende einem 19:21-Rückstand gegenübersah. Doch das Celler Team hatte sich davon nicht beirren lassen. „Der Kopf ist oben geblieben. Die Körpersprache jeder einzelnen Spielerin hat gestimmt“, lobte der SVG-Coach. „Ganz offenbar hat die Mannschaft Lehren aus der vorangegangenen unglücklichen Auswärtsniederlage in Zwickau gezogen.“ Und noch etwas freute ihn enorm: Kathrin Schulz, die in Zwickau durch einen verworfenen Siebenmeter 30 Sekunden vor dem Ende zur tragischen Heldin geworden war, traf in Dortmund zwar nur einmal. Doch es war das 22. Tor für Celle und damit der Treffer, der den Sieg bedeutete.

Im Celler Team gab es zudem einen weiteren „Neuzugang“. Für Torhüterin Mami Tanaka, die die Weihnachtszeit und den Jahreswechsel bei ihren Eltern in Japan verbringt, wurde Luisa Grimm reaktiviert. Den Platz zwischen den Pfosten hatte allerdings Frauke Kemmer eingenommen. Und sie hielt was zu halten war. „Sie hat eine richtig gute Partie gespielt. Das war einfach Klasse“, so Hungerecker.

Celle hatte dennoch zu Beginn der Partie Probleme in der Defensive. Dortmund traf mehrfach aus dem Rückraum. Der SVG reagiert jedoch schnell. Hungerecker stellte die Abwehr von einer 6:0- auf eine 5:1-Formation um. Mit Erfolg. Fortan bekam Celle einen besseren Zugriff auf die Dortmunder Offensive.

Und so entwickelte sich eine Partie, die von zwei starken Abwehrreihen dominiert wurde. Die geringe Anzahl von Toren ist ein Beleg dafür. „Dadurch, dass sich beide Mannschaften weitestgehend neutralisiert haben, war es nicht unbedingt ein schönes Spiel“, meinte der SVG-Coach.

Aber interessant war es. In der Abwehrschlacht wechselte die Führung mehrfach. In der 45. Minute lag Celle mit 18:15 in Front – acht Minuten später führte Dortmund 21:19. Dann nutzte der SVG ein Überzahlspiel und glich durch zwei Treffer von Evelyn Schulz zum 21:21 aus (56.). Wenig später legte Kathrin Schulz zum 22:21 nach. Die Nervenschlacht hatte längst begonnen. 30 Sekunden vor dem Ende kam Dortmund noch einmal in Ballbesitz. Doch der SVG spielte jetzt ganz clever, störte den Gegner früh und permanent, klammerte und erzwang Freiwürfe. Dortmund bekam keine Möglichkeit mehr, den Ausgleichstreffer noch zu erzielen.

Und so war das geschafft, was zuvor noch keiner SVG-Mannschaft in der Vergangenheit gelungen war: Ein Sieg in Dortmund. „Punkte, die man in Dortmund holt, schmecken zuckersüß“, jubelte auch Hungerecker.