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Lokalsport SVG Celle geht gegen Erfurter Ligaprimus unter
Sport Sport regional Lokalsport SVG Celle geht gegen Erfurter Ligaprimus unter
19:03 10.04.2016
Nives Ahlin war vom Thüringer HC, wie hier im Spiel gegen SGH Rosengarten-Buchholz, nur schwer zu stoppen und erzielte neun Tore. Die Slowenin verlässt Celle am Saisonende. Quelle: Benjamin Westhoff
Celle Stadt

SVG-Coach Martin Kahle hatte vor dem Spiel bereits realistisch eingeschätzt, dass gegen den mit internationalen Top-Spielerinnen gespickten Bundesliga-Serienmeister wenig zu holen sein würde und die Mission seines Teams daher Schadensbegrenzung lauten müsse. Dieses Ziel ist angesichts von 39 Gegentoren krachend gescheitert.

„Ich bin dennoch nicht unzufrieden, denn die ersten 20 Minuten haben wir richtig gut mitgehalten“ bilanziert Kahle. „Man muss aber letztlich die individuelle Klasse des Gegners anerkennen. In einer vollen Halle ist es dann doppelt schwer für uns gewesen.“

Sein Team erlebte einen Start nach Maß. Nach je zwei Toren von Kim Wahle und Renee Verschuren gingen die Garßenerinnen nach sechs Minuten sogar mit 4:2 Toren in Führung. Doch die Gastgeberinnen drehten das Spiel innerhalb weniger Minuten, setzten sich auf zwei, drei Tore ab – doch der SVG blieb immer auf Schlagdistanz.

Besonders THC-Torschützin Beate Scheffknecht (neun Tore) bereitete den Gästen immer wieder Schwierigkeiten. Kahle: „Sie hat uns viele Probleme gemacht, und trotz einer besonderen Bewachung haben wir sie einfach nicht in den Griff bekommen.“

In der 23. Minute kam es dann zum spielentscheidenden Bruch: Bis zur Halbzeit kassierten die Gäste durch Fouls von Anna-Katharina Loest (23.), Susanne Büttner (27.) und Kathrin Schulz (30.) drei Zwei-Minuten-Zeitstrafen. Das nutzten die Erfurterinnen eiskalt aus und bauten ihre Führung durch viele Tempogegenstöße bis zum Seitenwechsel auf sieben Tore aus (19:12).

„Das ist gegen eine Mannschaft, die in der Champions League spielt, ein Genickbruch“, so Kahle, der vor allem mit der Abwehrarbeit seines Teams haderte. „Im Sechs-gegen-Sechs ist es schon schwer gegen den Gegner, so war es fast unmöglich mitzuhalten.“ Der THC zog in Hälfte zwei sein Spiel routiniert durch, baute die Führung stetig aus und fuhr einen ungefährdeten Sieg ein.

Wer vermutet hatte, dass sich Rückraumspielerin Nives Ahlin nach ihrem bekannt gegebenen Wechsel nach der Saison zur Neckarsulmer Sport-Union hängen lässt, hat sich geirrt. Mit neun Toren war die Slowenin, die erst vor der Saison zum SVG gewechselt ist, einmal mehr beste Torschützin ihres Teams. „Ihr Wechsel ist eine enorme Schwächung für uns, da sie eine unserer Leistungsträgerinnen ist. Aber es war nicht ihr einziges Angebot, Linkshänderinnen sind begehrt“, so Kahle.

Der THC um Trainer Herbert Müller verteidigte zu Hause gegen den Tabellenvorletzten aus Celle mit seinem 17. Saisonsieg den Platz an der Bundesligaspitze und legte gegenüber dem TuS Metzingen (ein Spiel weniger) erneut vor. Der SVG bleibt weiterhin auf einem Abstiegsplatz und hat immer noch einen Punkt Rückstand zum rettenden Ufer.

Von Kai Knoche