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Lokalsport SVG Celle klarer Außenseiter in Metzingen
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13:18 01.11.2014
Von Uwe Meier
In doppelter Funktion. Renee Verschuren, hier als Trainerin der Garßener Oberliga-Mannschaft, muss in Metzingen gleich mehrere Aufgaben erfüllen: spielen, Tore werfen und das Team leiten. Quelle: Alex Sorokin
Celle Stadt

Der Sturm, der nach der kurzfristigen Entlassung von Trainer Christian Hungerecker aufgezogen war, hat sich abgeschwächt. Doch dunkle Wolken schweben noch immer über Handball-Bundesligist SVG Celle. Einen Erstligisten, der ein Spiel ohne Trainer absolvieren muss, hat es in der Vergangenheit wohl noch nicht so oft gegeben. Doch offenbar wollen die Spielerinnen des SVG diese Tatsache vor dem Auswärtsspiel beim TuS Metzingen (Samstag, 19 Uhr) nicht allzu hochhängen. „Das ist jetzt eben so“, sagt zumindest Mannschaftsführerin Jolanda Robben. „Wir als Mannschaft haben in der Vergangenheit schon gezeigt, dass wir mit solchen Situationen umgehen können.“

Tatsächlich hat es ein solches Szenario schon einmal gegeben. Im Januar 2013 musste das Team nach dem Rücktritt von Martin Kahle schon einmal ohne Trainer zu einem Auswärtsspiel antreten. Damals hatte Robben den betreuenden Part auf der Auswechselbank übernommen – Celle gewann bei der HSG Ober Eschbach (26:23). Das war damals noch in der 2. Liga und zudem gegen einen Gegner, der im unteren Teil der Tabelle zu finden war.

Die Vorzeichen für den kommenden Samstag sind ganz andere. Es geht gegen TuS Metzingen. Gegen ein Team also, das zur neuen Erstliga-Saison mächtig aufgerüstet wurde. Dazu gehören unter anderem die drei Nationalspielerinnen Anna Loerper, Marlene Zapf und Julia Behnke. Insider tippen, dass die „TusSies“ am Ende der Saison ziemlich weit oben in der Tabelle zu finden sein werden. Angesichts dessen geht der SVG Celle als klarer Außenseiter ins Rennen.

„Zu verlieren gibt es da nichts“, sagt Interimstrainer Ralph Schönemeier und spricht dem Team Mut zu. „Wir können da eigentlich ganz befreit aufspielen und eigentlich nur gewinnen.“ Ob seine These Wirklichkeit wird, wird er nicht vor Ort miterleben. Ein seit Längerem geplanter Familienurlaub ließ sich nicht verschieben. Deshalb hat er die Verantwortung auf Renee Verschuren übertragen, die beim SV Garßen-Celle die zweite Mannschaft in der Oberliga trainiert und die gestern schon das Abschlusstraining des Bundesligisten leitete.

Die SVG-Haupttorschützin wird die Verantwortung allerdings nicht allein tragen müssen, sondern wird unter anderem von Jolanda Robben unterstützt. „Ideal ist das zwar nicht. Aber wir sind uns schon ziemlich einig darüber, wie wir das im Spiel machen wollen“, so Verschuren. Im Abschlusstraining gestern Abend gab es einen kleinen Einblick auf die taktischen Marschroute des SVG-Teams. Es gilt, das bevorzugte schnelle Metzinger Spiel in den Griff zu bekommen. „Wenn wir das so machen, wie im Training, haben wir eine gute Chance, die erste und zweite Welle von Metzingen zu stoppen“, glaubt Verschuren. „Die Mannschaft ist zumindest extrem motiviert.“

Dennoch hofft die Celler Mannschaft, dass die Reise ohne Coach eine Eintagsfliege bleiben wird. „Natürlich sind wir in ständigem Kontakt mit der Geschäftsleitung“, so Robben. „Das Management ist sehr interessiert daran, dass es in der Trainerfrage eine schnelle Entscheidung gibt.“ Den Namen eines Wunschkandidaten wollte die Mannschaftsführerin allerdings nicht verraten. Nur soviel: „Ich möchte gerne jemanden, der sich im Frauen-Handball auskennt und der keine lange Eingewöhnungszeit benötigt.“ Sie wisse auch, dass es mehrere Kandidaten gibt, die diese Kriterien erfüllen.

Doch die Trainerfrage soll zumindest am Samstag keine Rolle spielen. „Wir müssen in Metzingen versuchen, das Beste draus zu machen. Wir fahren zu keinem Spiel, um dort zu verlieren“, verspricht die 30-jährige Niederländerin. „Es geht darum, uns so teuer wir möglich zu verkaufen, um dann mit einem guten Gefühl auf die Heimreise zu gehen.“