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Lokalsport SVG Celle kommt sportlichem Ziel ein Stück näher (mit Video)
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21:33 03.04.2016
Von Uwe Meier
Handball-Bundesliga Frauen SVG Celle gegen FA Göppingen Quelle: Benjamin Westhoff
Celle Stadt

Die Mannschaft des SVG Celle hat ein deutliches Zeichen gesetzt. Sie will es unbedingt schaffen. Sie will den sportlichen Klassenerhalt in der Handball-Bundesliga erreichen. Wer Zweifel daran hegte, wurde am Samstag im Celler Duell mit FA Göppingen eindrucksvoll eines Besseren belehrt. Mit einem engagierten Vortrag und mit einer großen Portion Siegeswillen hat das Team den Tabellennachbarn aus der HBG-Halle gefegt. Der 31:20 (16:10)-Erfolg wurde souverän herausgespielt, er war auch in der Höhe vollkommen verdient – und er versetzte die Zuschauer in der fast ausverkauften Halle in Verzücken. Warum auch nicht? In den vergangenen beiden Jahren gab es solche Siege in Celle nicht allzu oft zu feiern.

Hinsichtlich des Klassenerhalts war der Sieg zwar ein Stück weit egal. Denn nach dem freiwilligen und mit wirtschaftlichen Problemen begründeten Bundesliga-Rückzug der Füchse Berlin zum Saisonende sowie der SGH Rosengarten-Buchholz, die keine Lizenz für die 1. Liga beantragt hat, stehen die beiden Absteiger schon fest. Der Celler Klassenerhalt ist damit eigentlich schon gesichert. Doch das reicht dem SVG Celle nicht. Er will es auch rein sportlich schaffen. Dazu muss allerdings der zwölfte Tabellenplatz her. Und dem ist man mit dem Sieg gegen Göppingen einen Schritt nähergekommen.

Damit haben die SVG-Spielerinnen dem sportlichen Leiter Ekkehard Loest, der am Samstag Geburtstag feierte, ein nettes Geschenk auf den Gabentisch gelegt. Der hatte noch am Donnerstag eben genau diesen zwölften Rang als sportliches Ziel ausgegeben, um das Engagement des SVG in der Bundesliga fortsetzen zu wollen. Ob es bei dieser Ansage bleibt, ist allerdings noch nicht endgültig geklärt. Bis Ende dieses Monats haben die SVG-Verantwortlichen noch Zeit, um eine endgültige Aussage zu treffen.

Die Ansagen der Spielerinnen zu diesem Thema sind eindeutig: „Wir arbeiten natürlich an der 1. Liga“, sagte zum Beispiel Torhüterin Chantal Pagel nach der Partie am Samstag. Und auch Kim Wahle meinte: „Ich hoffe, wir spielen in der kommenden Saison noch in der Bundesliga. Dafür tun wir das alles hier.“

Vor diesen Aussagen hatten die Spielerinnen Taten gezeigt, wohin der Weg gehen könnte. Mag sein, dass Göppingen keine überzeugende Vorstellung geboten hatte und es dadurch dem SVG etwas leichter gemacht hatte. Doch das Celler Team hat mit großem Engagement gezeigt, dass es gewillt ist, die Aufgaben anzugehen.

Sollte es bei der Aussage bleiben, nur beim sportlich erreichten Klassenerhalt die Chance wahrzunehmen, auch in der kommenden Spielzeit in der Bundesliga aufzulaufen, wartet noch ein hartes Stück Arbeit auf das SVG-Team. Aus den fünf noch ausstehenden Spielen, die bis zum Saisonende noch auf dem Programm stehen, warten harte Brocken auf die Celler Mannschaft - mindestens ein Sieg muss allerdings noch her: Zwei Auswärtsspielen gegen den Thüringer HC und Buxtehuder SV stehen drei Heimspiele gegen Füchse Berlin, HC Leipzig und VfL Oldenburg gegenüber. Das wird schwer genug.

Höchster Heimsieg in der Bundesliga-Geschichte

CELLE. Chantal Pagel war ihre Zufriedenheit deutlich anzusehen. „Nur 20 Gegentore sind überragend“, sagte die Torhüterin des Handball-Bundesligisten SVG Celle nach dem Sieg über FA Göppingen. Die 19-Jährige entwickelte sich beim 31:20 (16:10)-Erfolg ihres Teams zum großen Rückhalt. Ihre zahlreichen Paraden – darunter auch zwei Siebenmeter – versetzte sie die Zuschauer in Verzücken. „Ich musste mir schon ein bisschen das Grinsen verkneifen, als alle meinen Namen gebrüllt haben. Das war schon ziemlich cool“, sagte Pagel nach ihrem überzeugenden Auftritt. Abheben kommt für die Torhüterin jedoch nicht infrage. Vielmehr schickte sie ein Dankeschön an ihre Mitstreiterin. „Unsere Abwehr war heute einfach richtig gut. Da konnte ich eigentlich nur gut aussehen.“

Tatsächlich war die sichere Celler Abwehrarbeit im Spiel gegen Göppingen der Schlüssel zum Sieg. In der Defensive wurde zugepackt, wo zugepackt werden musste und mit der nötigen Aggressivität die Aktionen des Gegners immer wieder wirkungsvoll gestört. Es wurde gerackert und sich gegenseitig geholfen und angefeuert. Und das mit Erfolg. So wurden Fehler des Gegners provoziert und zum, in dieser Saison oftmals vermisten Gegenstoßspiel, angesetzt. Und das mit Erfolg: Acht Mal war Celle nach Kontern erfolgreich. Besonders die wieselflinke Maria Kiedrowski wurde immer wieder in Szene gesetzt. Sie bedankte sich mit neun Treffern.

Danach, dass Celle die Partie letztlich derart souverän bestimmen würde, hatte es zu Beginn nicht ausgesehen. Die ersten drei Angriffe waren ergebnislos verlaufen. Würfe landeten entweder neben dem Tor oder am Pfosten. Göppingen machte das besser – zumindest in den ersten drei Minuten. Die Gäste lagen 2:0 in Front.

Doch dann nahm das Celler Spiel Fahrt auf. Aus dem 0:2 wurde bis zur achten Minute eine 5:2-Führung. Der Grundstein für einen klaren Sieg war gelegt. „Das ist seit Langem endlich wieder ein gutes Spiel von uns gewesen“, sagte Kim Wahle anschließend. „Es war wichtig, dass wir die Punkte mitgenommen haben. Heute ging es über das Kämpfen, über den Rückhalt und die Abwehr. Alles, was im letzten Spiel nicht zu sehen war. Das war schon Wahnsinn.“

Die Führung brachte den Celler Spielerinnen noch mehr Sicherheit. Das schien die Gäste derart zu beeindrucken, dass sie sich einige Fehler erlaubten, die der SVG dazu nutzte, den Vorsprung kontinuierlich auszubauen. 12:5 hieß es nach nur 20 Minuten.

Anschließend geriet der SVG zwar etwas ins Trudeln, sodass Göppingen bis zur Pause etwas herankam. Doch nach dem Wechsel legte Celle sofort wieder nach. Selbst in Unterzahl ließ sich der SVG nicht stoppen und baute den Vorsprung weiter aus. Spätestens beim 20:11 (37.) war eine Vorentscheidung gefallen. Spannung ließ der SVG nicht aufkommen. Vielmehr legte man nach und feierte nach 60 unterhaltsamen Minuten in der vierten Bundesligasaison den höchsten Heimsieg.