Menü
Cellesche Zeitung | Ihre Zeitung aus Celle
Lokalsport SVG Celle landet in Trier höchsten Bundesligasieg
Sport Sport regional Lokalsport SVG Celle landet in Trier höchsten Bundesligasieg
06:51 24.11.2014
Von Uwe Meier
Der Sieg ist perfekt. Dementsprechend groß war der Jubel nach dem Schlusspfiff beim SVG-Team (oben). Zuvor hatte Celler eine starke Partie geboten, in der sich der SVG auf die Torjägerqualitäten von Renee Verschuren (links) verlassen konnte. Quelle: Jörg Grünhagen
Celle

Höchster Sieg in der Celler Bundesliga-Geschichte – erstmals zwei Siege in Folge in der Eliteliga eingefahren – mit Rang acht die beste SVG-Platzierung in der Bundesliga erreicht. Zudem geht der SVG Celle als bester Aufsteiger in die EM-Pause. Kein Wunder also, dass nach dem hochverdienten 32:24-Erfolg in Trier im und um das Celler Team Festtagsstimmung herrschte. Während die Spielerinnen nach dem 32:24-Erfolg ausgelassen über die Spielfläche hüpften, wurden sie von der kleinen, aber lautstarken Celler Fangemeinde auf den Rängen gefeiert. Die knapp 30 SVG-Fans, die die Strapazen der 510 Kilometer weiten Reise in die Pfalz auf sich genommen hatten, schienen gar nicht mehr aufhören zu wollen. Immer wieder stimmten sie ein Lied an, das die Stimmungslage ziemlich genau traf: „Oh – wie ist das schön, oh – wie das schön. So was hat man lange nicht gesehen“, hallte es von den Zuschauerrängen.

Irgendwie war es das auch. Zumindest dann, wenn man sich auf die Seite des SVG Celle geschlagen hatte. Bei den Trierer Miezen war die Gemütslage verständlicherweise bei Weitem nicht ausgelassen. Vielmehr schlich das Team geschlagen und demoralisiert aus der Arena Trier. Unbedingt hatten sie dieses Spiel gewinnen wollen. Doch dieses Ziel blieb letztlich ein unerfüllter Traum. Die Gastgeberinnen hatten vor den Augen der Rheinland-Pfälzischen Ministerpräsidentin Malu Dreyer vom Aufsteiger aus Niedersachsen teilweise eine Lehrstunde in Sachen unbedingter Wille und Effektivität bekommen. „Wir hatten auf alles eine Antwort“, meinte ein rundum zufriedener Celler Trainer Martin Kahle. Die SVG-Spielerinnen waren besser gewesen, hatten in den wichtigen Phasen der Partie ruhig und überlegt ihren Weg zum Erfolg gefunden. „Wir haben Trier von Anfang an gezeigt, wo es lang geht“, sagt eine überragende Renee Verschuren einen Tag nach ihrem 29. Geburtstag, den sie sich mit neun Toren am Samstag selbst versüßte. „Wir haben nach der Halbzeitführung schlau weitergemacht und einige gute Sachen rausgespielt“, meinte sie.

Von nichts und niemandem ließ sich das SVG-Team aufhalten. Auch nicht von insgesamt zehn Trierer Siebenmetern oder von den sieben Zeitstrafen, die Celle aufgebrummt bekommen hatte. Und letztlich war es auch egal, dass Triers Torjägerin Katrin Schneider gleich 15 Mal erfolgreich war.

Die Erklärung für einen beeindruckend deutlichen Erfolg fand Jolanda Robben: „Wir sind bis zum Ende cool geblieben und haben unsere vorher geplanten Dinge immer weitergespielt. Auch wenn sie nicht immer geklappt haben.“ Und Verschuren fügte an: „Und wir haben uns als Team präsentiert. Die Stimmung innerhalb der Mannschaft war das ganze Wochenende extrem gut. Vor dem Spiel manchmal vielleicht sogar zu gut“, sagte Celles Torjägerin schmunzelnd.

Den Erfolg kann das SVG-Team längere Zeit genießen. Jetzt geht die Bundesliga in eine längere EM-Pause. Erst am 10. Januar 2015 steht für Celle die nächste Partie an. Dann geht es zum Mitaufsteiger HSG Bad Wildungen.

Bärenstarke Abwehr als Erfolgsgarant

TRIER. Der große Aufwand hat sich gelohnt. Der SVG Celle hatte sich intensiv auf die Partie gegen den Tabellenletzten vorbereitet. Die zwei Pluspunkte sollten unbedingt auf das Konto des Aufsteigers wandern. Nichts sollte auf dem insgesamt fast 40-stündigen Trip nach Trier dem Zufall überlassen werden. Bereits am Freitag angereist, stand am Morgen des Spieltages eine lockere Trainingseinheit auf dem Programm. Am Mittag folgte die taktische Besprechung mit der Einstimmung auf die Partie und anschließend gab es einen Spaziergang durch die Trierer Altstadt an.

Als dann am Abend der Anpfiff erfolgte, waren die Spielerinnen hochkonzentriert und hellwach. Nicht ein einziges Mal geriet der SVG in Rückstand. Zu Beginn hatte Trier eine Celler Führung noch zweimal ausgleichen können, doch ab der 5. Minute gab der SVG die Führung nicht mehr aus der Hand.

Aufgebaut auf eine bärenstarke Abwehrarbeit kaufte man dem Gegner den Schneid ab. Bis auf Triers Kathrin Schneider, die insgesamt 15 Tore erzielte (davon acht Siebenmeter), hatten die Gäste die Trierer Angriffsaktionen sicher im Griff. Auch in der Offensive agierte Celle variabel und einfallsreich. Einziges Manko blieb in den ersten 30 Minuten die Chancenverwertung. Neben einigen hochkarätigen Chancen blieben auch zwei Siebenmeter ungenutzt.

Trainer Martin Kahle hatte zu Beginn die Formation aufgeboten, die gegen Berlin den Erfolg eingefahren hatte. Doch dieses Mal wechselte er viel. Ein Bruch im Celler Spiel war dadurch allerdings nicht zu erkennen. Jede Spielerin ging an ihre Leistungsgrenze.

Die Pausenführung war hochverdient. Allerdings war das 14:12 alles andere als ein beruhigender Vorsprung. Das änderte sich jedoch gleich zu Beginn der zweiten Hälfte. Erst erhielt Triers Andrea Czanik eine Zeitstrafe (31.). Nur 15 Sekunden später bekam auch die Spielertrainerin der „Miezen“, Christina Cabeza Gutierrez wegen Reklamierens eine Zwei-Minuten-Strafe aufgebrummt. Das Überzahlspiel nutzte Celle eiskalt aus. Tore von Susanne Büttner, Renee Verschuren und Evelyn Schulz sorgten innerhalb von nur 90 Sekunden für das 17:12 (33.) und zugleich für eine Vorentscheidung.

Celle agierte auch mit der deutlichen Führung im Rücken weiterhin sehr konzentriert und ließ den Gegner nicht mehr herankommen. 24:20 lag Celle in der 45. Minute in Front als anschließend endgültig alles Zeichen auf Sieg gestellt wurden. In den folgenden Minuten bauten die Gäste den Vorsprung bis auf 29:22 (51.) aus und ließen sich in dieser Phase auch von einem Unterzahlspiel nicht vom Erfolgsweg abbringen. Als die Trierer Miezen in den letzten Minuten der Partie aufsteckten, machte Celle seinen höchsten Bundesligasieg perfekt.