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Lokalsport SVG Celle mit Punktlandung in die Bundesliga
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09:34 12.05.2014
Von Uwe Meier
Nach dem Schlusspfiff feiert SVG-Mannschaft ausgelassen den Erstliga-Aufstieg Quelle: Alex Sorokin (4)
Celle Stadt

Die Fans auf den Rängen hatte es schon lange nicht mehr auf den Sitzen gehalten. In den letzten Sekunden der Partie schaffte es auch niemand auf der SVG-Bank mehr, seinen Platz einzuhalten. Aufgeregt sprangen die Spielerinnen an der Seitenlinie hin und her, feuerten ihre Kolleginnen klatschend an. Dabei ging der Blick immer wieder zur Uhr. Gleich musste es vorbei sein. Als dann endlich die Schlusssirene ertönte, kannte der Jubel keine Grenzen mehr. Pure Freude durchströmte die HBG-Halle. Es war geschafft. Nach dem 26:26 gegen TSV Nord Harrislee ist der SVG Celle zum dritten Mal in die Bundesliga aufgestiegen.Sicher, die Vorstellung die der SVG im letzten Heimspiel geboten hatte, war alles, nur nicht überragend. Die Bedeutung der Partie hatte dem Nervenkostüm der Spielerinnen arg zugesetzt. Nur wenige aus dem SVG-Team schafften es, an ihre Normalform anzuknüpfen. Vielmehr kennzeichneten technische Fehler und Abschlussschwäche das Spiel der Gastgeberinnen. Der Favorit wankte mehrfach, kämpfte verbissen und riss am Ende ein fast schon verlorenes Spiel doch noch aus dem Feuer. In den letzten 90 Sekunden der Partie machte Celle einen Zwei-Tore-Rückstand wett. „Da hatte ich einen ganz schönen Bammel“, sagte Natasha Ahrens über ihren Wurf, der in der Schlussminute den Ausgleich brachte. „Flach werfen, nur nicht hoch“ – das war der Gedanke, der ihr durch den Kopf schoss. Genauso machte sie es. Und sie traf zum 26:26. Die Erleichterung über das, wenn auch mühevolle, Unentschieden war den Spielerinnen deutlich anzusehen.Da war es letztlich dann doch egal, das sich die Cellerinnen in den vorherigen 60 Minuten überaus schwer getan hatten. Zwischendurch war sogar der Glaube an einen erfolgreichen Ausgang verloren gegangen. „Beim 17:20 war dieser Gedanke schon kurz da“, gab Ahrens zu. „Aber man muss kämpfen, kämpfen. Und dann sieht man ja, was dabei herauskommt.“Wie sehr die Cellerinnen mit ihren Nerven zu kämpfen hatten, zeigte sich schon in der Anfangsphase. Insbesondere beim Abschluss tat sich das Team schwer und ließ einige gute Möglichkeiten ungenutzt. Dabei hatten die SVG-Spielerinnen auch etwas Pech. Im gesamten Spielverlauf traf man gleich neun Mal Pfosten oder Latte. Vier Mal davon allein in der Anfangsphase. Das trug nicht unbedingt zur Beruhigung der Nerven bei. Und so entwickelte sich die Partie gegen Nord Harrislee zu einem Spiel auf Augenhöhe. Die Führung wechselte im ersten Abschnitt ständig. Nach der Pause sah sich Celle sogar zumeist einem Rückstand gegenüber.Der Celler Rückraum trat im zweiten Abschnitt kaum noch in Erscheinung. Zahlreiche Umstellungen und Wechsel im Celler Spiel waren die Folge. Nur gut, dass die Außenspielerinnen Bogna Dybul und Saskia Rast sowie Evelyn Schulz auf der Kreismitte in die Bresche sprangen und es zusammen auf 18 Treffer brachten.Als Celle nach einer starken Phase, in der man nicht nur den Drei-Tore-Rückstand (17:20/47.) wettmachte, sondern fünf Minuten vor dem Ende sogar 23:22 (55.) in Führung gehen konnte, wurde es richtig laut in der Halle. Doch die Freude war nur kurz. Nur wenig später lagen die Gäste wieder in Front (25:23/57.). Der Boden für überaus dramatische Schlusssekunden war damit bereitet. Spielerisch lief es beim SVG nicht rund. So mussten die kämpferischen Qualitäten her. Mit Einsatzwillen holte sich das Team dann doch das, wofür es die ganze Saison gearbeitet hatte: den Aufstieg in die Bundesliga. „Ich bin so froh, dass wir diesen einen Punkt geholt haben“, so Evelyn Schulz.Stimmen zum AufstiegBernd Bühmann (SVG-Geschäftsführer): Jetzt ist alles gut. Davon haben wir geträumt, seitdem wir vor einiger Zeit gemerkt haben, dass es mit dem Aufstieg klappen könnte. Jetzt müssen wir alles dafür tun, dass wir das schaffen, was auf den Trikots steht: Wir kommen, um zu bleiben.Peter Kretzschmar (SVG-Marketingleiter): Vor einem Dreivierteljahr sah das ja nicht unbedingt danach aus. Jetzt freuen wir uns natürlich riesig. Heute war das ein Auf und Ab der Gefühle mit einem guten Ende für uns.Thomas Adasch (CDU-Landtagsabgeordneter): Ich freue mich für Celle. Diese Mannschaft hat Werbung für den Handballsport gemacht. Ich wünsche jetzt viel Erfolg in der 1. Liga. Heute hat es das Team wie immer sehr spannend gemacht. Jetzt müssen wir mal sehen, wie wir die Mannschaft unterstützen können.Susanne Büttner (SVG Celle): Wir machen das ja immer ein bisschen spannender. Das kennt man doch schon. Das war bei den anderen Aufstiegen auch so. Jetzt wollen wir zeigen, dass wir wirklich gekommen sind, um zu bleiben.Bogna Dybul (SVG Celle): Wir haben gekämpft. Ich bin superstolz auf uns. Das Unentschieden reicht uns. Jetzt wird gefeiert.Saskia Rast (SVG Celle): So toll, wie wir hier von dem Team aufgenommen wurden, kann man sich einfach nur wohlfühlen. Vor so einer Halle gibt man noch mal extra Gas. Es hat riesigen Spaß gemacht heute.Tina Wagenlader (SVG Celle): Es hat keinen Unterschied gemacht, ob wir in der A-Jugend mit Badenstedt um die Deutsche Meisterschaft gespielt haben oder heute mit dem SVG Celle aufgestiegen sind. Die Emotionen sind die Gleichen.Jolanda Robben (SVG Celle): Man hat heute von Anfang an gesehen, dass so ein Endspiel uns eher gehemmt als beflügelt hat. Es gibt ja einige bei uns in der Mannschaft, die so etwas ja noch nicht mitgemacht haben. Natürlich freut man sich jetzt.Dieter Lynch (SVG-Physiotherapeut): Das war heute wie bei einem Formel-1-Rennen, bei dem man auf drei Rädern über die Ziellinie fährt und im Fotofinish gewinnt. Die Spielerinnen sind einfach platt.Frank Stresing (SVG-Athletiktrainer): Wenn man viel mit den Mädels trainiert, kennt man sie ganz gut. Wir haben gesehen, dass die Spielerinnen nach der langen Saison kaputt sind. Wir sind auf der Felge ins Ziel gekommen. Heute ging nicht ein Prozent mehr. Der Aufstieg ist umso mehr etwas ganz Besonderes.