Menü
Cellesche Zeitung | Ihre Zeitung aus Celle
Lokalsport SVG Celle muss doch noch um Klassenerhalt bangen
Sport Sport regional Lokalsport SVG Celle muss doch noch um Klassenerhalt bangen
19:48 21.05.2015
Von Oliver Schreiber
Der SVG Celle will sich - auf seinem Weg zum Klassenerhalt auf den - letzten Metern nicht mehr stoppen lassen. So wie hier Adriana Cardoso de Castro, die Celle nach dieser - Saison verlässt – - wie fünf weitere - Spielerinnen auch. Quelle: Benjamin Westhoff
Celle Stadt

Eigentlich war alles klar. Nach dem überraschenden 24:23-Erfolg gegen die HSG Blomberg-Lippe war der Klassenerhalt in der Handball-Bundesliga für den SVG Celle praktisch perfekt. Konkurrent DJK/MJC Trier hätte im letzten Saisonspiel zwei Punkte und 43 Tore aufholen müssen – ein unmögliches Unterfangen, zumal die „Miezen“ beim Sechsten Bayer Leverkusen antreten müssen, während der SVG am Pfingstsamstag (18 Uhr) beim Zehnten SG BBM Bietigheim vor einer im Vergleich wesentlich leichteren Aufgabe steht.

Doch die Statuten machen Garßen einen Strich durch die Rechnung und den Abstiegskampf am letzten Spieltag doch noch einmal spannend. Denn nach dem Punktabzug am grünen Tisch für Frisch Auf Göppingen könnten am Ende mit dem SVG (bei Niederlage in Bietigheim), Trier (bei Sieg in Leverkusen) und eben den Göppingerinnen (bei Niederlage beim Zweiten Buxtehuder SV) drei Mannschaften punktgleich sein – und dann müssten diese Teams in einer Dreierrunde (jeder gegen jeden) den zweiten Absteiger neben den Vulkan-Ladies Koblenz/Weibern ermitteln. „Das ist natürlich richtig ärgerlich für uns und auch ungerecht, weil wir uns nichts zu Schulden haben kommen lassen, aber am Ende die Leidtragenden sein könnten“, meint SVG-Trainer Martin Kahle.

Hintergrund des Ganzen ist die Aberkennung des 26:24-Sieges von Frisch Auf gegen Blomberg. Göppingen hatte dabei eine nicht spielberechtigte Akteurin eingewechselt, die Partie wurde mit 0:0 Toren und 2:0 Punkten für Blomberg gewertet. „Laut Reglement darf in diesem Fall bei Punktgleichheit mit einem oder mehreren Teams dann nicht mehr das Torverhältnis zählen, weil es durch die 0:0-Wertung verfälscht worden ist. Das ist alles ziemlich undurchsichtig, aber wir müssen das halt so hinnehmen“, erklärt Kahle.

Doch dieses Horrorszenario der Abstiegsrelegation wollen die Cellerinnen unbedingt vermeiden. Ein Punkt in Bietigheim würde schon reichen. „Wir haben es selber in der Hand und gehen nach dem Sieg gegen Blomberg mit Selbstvertrauen ins Spiel. Wir wollen uns können uns nicht auf andere verlassen, zumal es gerade am Saisonende immer wieder die verrücktesten Ergebnisse gibt“, so Kahle, der auf seinen Kader aus dem Blomberg-Spiel zurückgreifen kann.

Das Hinspiel verlor der SVG durch einen Gegentreffer in letzter Sekunde mit 22:23. Dafür will sich Garßen nun revanchieren. Wenn das gelingt, wird der Mannschaftsbus auf der über 500 Kilometer weiten Rückreise aus dem Neckartal zum Partybus. Ein Großteil des Teams steigt nach der Ankunft in den Flieger nach Mallorca – da soll dann die Sause weitergehen. Apropos: Für Pfingstsonntag wurde via Facebook von SVG-Fans zu einer „Flashmob-Party“ ab 18 Uhr auf der Stechbahn aufgerufen – auch da soll der Klassenerhalt gefeiert werden, der ja eigentlich schon perfekt war. Aber eben nur eigentlich.