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Lokalsport SVG Celle nicht nur sportlich in Nöten
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18:37 15.03.2017
Von Uwe Meier
Celle Stadt

Ein Problem, mit dem der Celler Bundesligist in den vergangenen Jahren bereits vermehrt zu kämpfen hatte. Offenbar ist es aber genau die Vergangenheit, von der der SVG erneut heimgesucht wird. Es gibt Probleme, die Altlasten vergangener Tage zu deckeln. Zumindest ist das der am Dienstag in Umlauf gebrachten Mitteilung zu entnehmen. Demnach sei die Lücke zum einen mit fehlenden Sponsoreneinnahmen begründet. Aber auch eine größere Summe, die aus früheren Zeiten stammt, wirkt auf die momentane Liquiditätslage. „Die Lage ist sehr angespannt. Wir brauchen Unterstützung in den kommenden drei bis vier Wochen, sonst ist es unmöglich, den Spielbetrieb aufrechtzuerhalten“, so Meyer. Die Mannschaft wurde am Abend vor dem Training über die Situation unterrichtet.

Zwischenzeitlich hatte man beim SVG angedeutet, dass man auf einem guten Weg sei, aber auch gleichzeitig angemerkt, dass man noch nicht über den Berg sei. Eine weitere Erstliga-Saison stand offenbar ohnehin nicht zur Debatte. „Stand jetzt werden wir keinen Antrag für die Lizenz in der 1. Bundesliga stellen“, machte der Leiter Sponsoring beim SVG Celle, Jörg Oehus, klar. In der derzeitigen Situation ergebe dieser Schritt tatsächlich keinen Sinn.

Aufgeben ist für die Macher beim SVG offenbar keine Option. „Wir haben trotz der prekären Lage sehr viel Positives erreicht. Bei acht Abgängen und sieben Neuzugängen haben wir die Personalkosten gegenüber dem Vorjahr um fast 35 Prozent gesenkt. Auch bei anderen Kosten haben wir gespart, wo es möglich war“, so Oehus. „Wir möchten sehr gerne im kommenden Jahr in der 2. Bundesliga einen Neuanfang starten.“ Und das möglichst mit dem Stamm der jetzigen Mannschaft. Darüber hinaus soll das Team mit weiteren talentierten Spielerinnen, hauptsächlich aus der Region, verstärkt werden. „Wir möchten uns sportlich und finanziell stabilisieren, damit der Handball-Bundesliga Standort Celle erhalten bleibt“, so Oehus. In zwei bis drei Jahren möchte man dann „wieder vorsichtig oben anklopfen“, wie Oehus es ausdrückt.

Voraussetzung für die Zukunft ist jedoch, dass die derzeitige finanzielle Lücke kurzfristig geschlossen wird. „Wenn wir es nicht erreichen, und die GmbH muss in die Insolvenz gehen, kann der SVG Celle auch keine Lizenz für die 2. Bundesliga beantragen“, erklärt er. Ein Neuanfang in der 3. Liga wäre aufgrund des fehlenden Personals sowie der Zukunftsperspektive nur sehr schwer darstellbar.

„Bei der sportlichen Situation in dieser Saison muss man bedenken, dass wir viele junge Talente verpflichtet haben, für die die 1. Bundesliga sehr erfahrungs- und lehrreich war. Sie sollen das Gerüst des neuen SVG Celle sein, um sich in der 2. Bundesliga wieder zu etablieren. Zusätzlich soll die Zusammenarbeit mit der Jugendabteilung intensiviert werden,“ so der sportliche Leiter Ekkehard Loest.

Nun hoffen die derzeitigen Verantwortlichen beim SVG, dass ihre Aufbauarbeit der vergangenen 14 Monate nicht vergebens war. „Der richtige Weg wurde vor Monaten eingeleitet“, ist Andreas Meyer überzeugt. „Doch sollten wir es nicht schaffen, die Lücke zu schließen, dann droht der komplette Zerfall des SVG Celle. Daher die Bitte, unsere Aufbauarbeit der letzten 14 Monate zu unterstützen“, so Meyer.

In den kommenden Tagen soll zudem eine umfangreiche Kampagne gestartet werden, die den Neuanfang langfristig sichern, aber auch die kurzfristige Not beheben soll.