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Lokalsport SVG Celle sendet mit Heimsieg Lebenszeichen (mit Video und Bildergalerie)
Sport Sport regional Lokalsport SVG Celle sendet mit Heimsieg Lebenszeichen (mit Video und Bildergalerie)
20:25 03.05.2015
Von Uwe Meier
Handball-Bundesliga Frauen: SVG Celle vs. HSG Bad Wildungen. Oure Freude nach dem fünften Saisonsieg Quelle: Benjamin Westhoff
Celle Stadt

Wie sehr die Serie von 13 Niederlagen in Folge auf den Schultern der Spielerinnen gelastet hatte, zeigte sich nach dem erlösenden Schlusspfiff und dem 26:24-Erfolg über die HSG Bad Wildungen. Ausgelassen hüpfte das Celler Team durch die HBG-Halle und wurde von den Fans gefeiert. „So ein Sieg fühlt sich einfach sehr gut an“, meinte Susanne Büttner. „Es ist ja auch schon eine Weile her, dass wir mal gewonnen haben.“ Tatsächlich war der SVG zuletzt fünf Monate diesem Gefühl vergeblich hinterhergelaufen.

Handball-Bundesligist SVG Celle hat die allerletzte Chance beim Schopfe gepackt. Nach einem 26:24 (17:17)-Heimsieg über HSG Bad Wildungen hat das Celler Team die Abstiegsränge verlassen. Drei Spieltage vor dem Ende der Saison ist der SVG damit allerdings noch lange nicht gerettet.

Dass nach einer solchen Negativserie der Glauben an die Mannschaft und damit die Hoffnungen auf ein erfolgreiches Saisonende verloren gegangen war, zeigte sich auch an der eher kleinen Kulisse. Nur knapp 450 Zuschauer, darunter über 50 Fans aus Bad Wildungen, hatten am Samstag den Weg in die HBG-Halle gefunden. Der größte Teil von ihnen dürfte den Besuch der Partie nicht bereut haben. Spannend und abwechslungsreich ging es allemal zu.

„Es muss wehtun, es darf dreckig sein – schön spielen könnt ihr in Liga 2“. Auf einem riesigen Banner hatten die SVG-Supporter auf ihre Art und Weise dem Team Mut zugesprochen. Die Spielerinnen hatten ganz offenbar verstanden. Nie aufgebend, nicht unbedingt immer glänzend, dafür aber mit allem Einsatz, hat die Celler Mannschaft ihre Ambitionen unterstrichen, auch in der kommenden Spielzeit in Liga 1 dabei zu sein. Die Fans dankten den willensstarken Auftritt ihrer Mannschaft mit ohrenbetäubenden Anfeuerungsrufen.

„Die Chancen auf den Klassenerhalt sind im Vergleich zur vergangenen Woche natürlich besser geworden“, meinte die mit neun Treffern erfolgreichste Celler Torschützin Silvia Szücs. „Wenn alles zusammenpasst, wird das schon noch klappen“, so die 21-Jährige. Und auch Renee Verschuren blickt unvermindert zuversichtlich auf die restlichen Saisonaufgaben. „Auch wenn nicht alles super war, so haben wir uns heute selbst bewiesen, dass wir noch Handball spielen können“, so die Niederländerin. „Wir haben, auch als es mal nicht so lief, den Kopf nie hängen lassen. Wir bleiben drin“, zeigte sich die 29-Jährige vom Klassenerhalt überzeugt.

Bei aller verständlichen Euphorie beim SVG: Ein Sieg macht noch keinen Klassenerhalt. Und der Weg zum erhofften Saisonziel wird bei drei noch ausstehenden Spielen überaus schwer. Der Blick auf die Tabelle verrät, wie eng es im Abstiegskampf zugeht: VL Koblenz/Webern hat neun Punkte und Trier, Celle sowie Göppingen zehn Zähler. Der Kampf um Platz elf und zwölf ist voll entbrannt. Jeder Punkt kann entscheidende Verschiebungen in der Rangfolge geben. Für den SVG Celle ergibt sich die nächste Chance darauf am kommenden Sonntag im Auswärtsspiel bei Bayer Leverkusen.

17 Treffer in Halbzeit als Grundlage für den Sieg

CELLE. In der Halbzeitpause zeigte Celles Kathrin Schulz auf die Anzeigetafel. „17 Tore“, sagte die SVG-Abwehrchefin, die gegen Bad Wildungen aufgrund einer Schulterverletzung die Partie nur von der Seitenlinie aus beobachten konnte, „so viele haben wir schon lange nicht mehr in einer Halbzeit gemacht.“

Und letztlich war die hohe Anzahl von Treffern in den ersten 30 Minuten ausschlaggebend für den Sieg. Der Handball-Bundesligist aus Celle hatte in der ersten Hälfte mit einer starken Leistung den Grundstein zum späteren Sieg gelegt.

Nach einer noch ausgeglichenen Anfangsphase, in der den Gästen beim 3:2 (5.) die einzige Führung in der Partie gelang, bekam Celle die Partie nach dem 5:5 (9.) in den Griff. Dabei überzeugte der SVG insbesondere in der Offensive mit einigen gelungenen Spielzügen, besonders aber mit einem sicheren und konsequenten Abschluss.

Ein Dreierpack von Silvia Szücs sowie ein Treffer von Mieke Düvel brachten Celle eine 9:5-Führung. Zudem bereitete die Abwehr den „Vipers“ einige Probleme. Evelyn Schulz „bearbeitete“ Wildungens Spielmacherin Sarah van Gulik permanent, sodass diese nicht wie gewohnt die Fäden im Spiel der Gäste ziehen konnte. Und Celle setzte nach. Bad Wildungen nahm in einer Auszeit zwar die eine oder andere Änderung vor. Die konnten das SVG-Team allerdings nicht bremsen. Über 12:7 (22.) und 15:10 (26.) lag Celle zur Pause mit 17:13 in Führung.

Nach dem Wechsel bekamen die Gastgeberinnen allerdings Probleme. Insbesondere im Angriff klappte bei Weitem nicht mehr alles. Zwischen der 32. und 43. Minute blieb Celle gänzlich ohne Torerfolg, auch weil man bei vier hochkarätigen Chancen, darunter ein Siebenmeter, an Wildungens Torhüterin Manuela Brütsch scheiterte. Nur gut, dass die Abwehr weiter sicher stand und den Gästen nur das 16:18 (43.) gelang. „Da konnten wir froh sein, dass Wildungen nicht noch näher herangekommen ist“, meinte SVG-Trainer Martin Kahle.

Doch die Celler Spielerinnen behielten einen kühlen Kopf, ließen sich von der Schwächephase nicht aus der Bahn werfen, sondern verschafften sich ein 22:18 (49.). Die Entscheidung war das allerdings noch lange nicht.

Bad Wildungen mühte sich um den Anschluss, bekam von einem schwachen Schiedsrichtergespann zwei weitere Siebenmeter zugesprochen, die zum 23:21 (54.) führten, und sorgte so für Spannung in der HBG-Halle. 85 Sekunden vor dem Ende kamen die „Vipers“ sogar zum Anschlusstreffer (24:25). Doch als Evelyn Schulz den anschließenden Angriff mit dem Treffer zum 26:24 abschloss, begannen im Celler Lager die Jubelfeiern. Der erste Sieg nach zuvor 13 Niederlagen war perfekt.