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Lokalsport SVG Celle siegt sich an die Tabellenspitze
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20:37 01.12.2013
Von Uwe Meier
Am gegnerischen Wurfkreis geht es ordentlich zur Sache. - Silvia Szücs (Mitte) wird von Cara Hartstock (links) und Nicole Steinfurth (rechts) in die Zange genommen. Quelle: Alex Sorokin (3)
Celle Stadt

Wenn aus Nonnen Punkern werden, Clowns lustig durch den Saal tanzen und Rapper lässig durch die Tür schlürfen, dann hat auch für Handball-Zweitligist SVG Celle die Weihnachtszeit begonnen. Rundum mit sich und den sportlichen Erfolgen zufrieden, feierten die Spielerinnen des SVG Celle am späten Samstagabend ihre Weihnachtsfeier. Die Spielkleidung hatte das Erfolgsteam dafür abgelegt und durch farbenfrohe Partydresses ersetzt.

Gründe dafür gab es einige. Immerhin hatte das Team kurz zuvor im Niedersachsen-Derby mit dem 28:25 (15:17)-Erfolg gegen die SGH Rosengarten-Buchholz den achten Saisonsieg eingefahren. Darüber hinaus durfte sich das Team mit nunmehr 16:2 Punkten als Spitzenreiter feiern lassen. Eine Zwischenbilanz, von der man beim Celler Zweitligisten zum Saisonstart nicht einmal zu träumen gewagt hatte. „Das ist irgendwie unfassbar“, meinte Evelyn Schulz und verriet das Geheimnis des Erfolges. „Wir treten aber auch als Mannschaft unheimlich konsequent auf. Jeder steht für den anderen ein, freut sich mit ihm und hilft ihm“, sagte sie über den unbändigen Teamgeist beim SVG Celle.

Offenbar sind diese Eigenschaften dafür ausschlaggebend, dass Celle auch am Sonnabend eine Partie noch drehen konnte, in der man in der ersten Halbzeit eine eher schwache Vorstellung geboten hatte und verdient zurücklag.

Angetrieben von einer überragenden zwölffachen Torschützin Anna-Katharina Loest schaffte Celle in den zweiten dreißig Minuten die Wende und holte sich letztlich verdient zwei weitere Punkte. „Ich weiß gar nicht, wann ich zuletzt so viele Tore gemacht habe. Wahrscheinlich bei den Minis oder in der E-Jugend“, sagte die Celler Rückraumspielerinnen schmunzelnd über ihre Treffsicherheit. „Aber letztlich ist es egal, wer die Dinger macht. Hauptsache wir haben gewonnen.“

Jetzt beginnen für die SVG-Mannschaft allerdings die Wochen der Wahrheit. Eine fünfköpfige Spitzengruppe hat sich nach einem Drittel der Saison vom Rest des Feldes abgesetzt. Dazu gehört auch der SVG Celle, der in den kommenden vier Spielen allerdings auf die direkten Tabellennachbarn trifft. Am kommenden Sonnabend geht es zum FSV Sachen Zwickau. Am Sonnabend, 15. Dezember, ist die HSG Bad Wildungen in Celle zu Gast, bevor es kurz vor Weihnachten zum BVB Dortmund geht. Anfang des kommenden Jahres reist dann der Topfavorit Füchse Berlin in die HBG-Halle. Es warten also noch einige ganz knifflige Aufgaben auf den SVG.

Nach der Pause in der Abwehr Beton angemischt

CELLE. Ohne Spannung geht es beim Handball-Zweitligisten SVG Celle offenbar nicht. Spiele einfach nur mal so zu gewinnen, sind nicht das Ding des neuen Tabellenführers. Unterhaltung muss ja eben auch mal sein.

Da machte das Heimspiel des SVG gegen Rosengarten keine Ausnahme. Auch in dieser Partie zeigte die Celler Mannschaft verschiedene Gesichter. In einer intensiven und mit hohem Tempo geführten Partie liefen die Gastgeberinnen im ersten Abschnitt zumeist einem Rückstand hinterher. Nach dem Seitenwechsel drehte der SVG die Partie und verschaffte sich eine Fünf-Tore-Führung (44.), um es dann in der Schlussphase noch einmal spannend zu machen.

Celle hatte im ersten Abschnitt insbesondere in der Defensive Schwierigkeiten. Ein ums andere Mal fand Rosengarten Lücken, die zu Torerfolgen genutzt wurden. Auch im Angriff tat sich der SVG gegen eine aggressiv zu Werke gehende Gäste-Defensive schwer. Fehler durfte sich Celle ohnehin nicht erlauben. Denn dann griff die stärkste „Waffe“ der SGH. Die Tempogegenstöße über die erste und zweite Welle von Rosengarten insbesondere über Sanne Hoekstra waren brandgefährlich. Celle brauchte in der Rückwärtsbewegung oft zu lange, um die Abwehrformation geschlossen aufzunehmen.

So lagen die Gastgeberinnen bis zur 20. Minute nahezu konstant im Rückstand. Dann sorgte Anna-Katharina Loest mit ihren Treffern sechs und sieben für eine Celler 10:9-Führung. Doch war die nur von kurzer Dauer. Rosengarten schlug zurück und verschaffte sich eine verdiente Pausenführung. „17 Gegentore in einer Halbzeit sind einfach deutlich zu viel“, erkannte Evelyn Schulz.

Wenn Celle den siebten Saisonsieg in Folge einfahren und damit die kleine Rosengarten Erfolgsserie von drei Siegen beenden wollte, musste das Defensivverhalten im zweiten Abschnitt verbessert werden. Und es wurde besser. Zwar schafften die Gäste kurz nach dem Wiederanpfiff noch das 18:15, doch anschließend folgte die stärkste Phase des SVG-Teams. „Wir haben in der Abwehr Beton angemischt“, erklärte Evelyn Schulz. Es war letztlich der Erfolgsgarant.

Mit sechs Treffern in Folge machte Celle aus dem 15:18 (31.) bis zur 39. Minute eine 21:18-Führung. Und der SVG legte weiter nach. Rosengarten kam in der Offensive kaum noch zum Zuge. Ein Treffer aus dem Rückraum, ein erfolgreicher Tempogegenstoß und ein verwandelter Siebenmeter waren die einzigen Erfolgserlebnisse, die sich die SGH bis zur 44. Minute verschaffte. Bis zu einem Zeitpunkt also, bis zu dem Celle seinen Vorsprung auf 26:21 ausgebaut hatte.

Der Sieg schien sicher, war es aber nicht. Denn in den folgenden 14 Minuten erzielten die Gastgeberinnen keinen weiteren Treffer mehr. Rosengarten kam heran und schaffte das 25:26 (57.). Dann fasste sich Kathrin Schulz ein Herz, schaffte das 27:25 und ließ in der Schlussminute noch den 28. Treffer folgen. Zwei weitere Pluspunkte waren eingefahren. „In der zweiten Halbzeit hat es in der Abwehr einfach gestimmt“, sagte Anna-Katharina Loest. „Dadurch bekommt man Chancen, auf der anderen Seite leichte Tore zu erzielen.“ So einfach ist das.