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Lokalsport SVG Celle unterliegt auch im Kellerduell
Sport Sport regional Lokalsport SVG Celle unterliegt auch im Kellerduell
17:24 12.03.2017
Von Uwe Meier
Natasha Ahrens (Bild oben rechts) wird von NellingensJennifer Issifou schmerzhaft gestoppt. Johanna Heldmann (Bild links Mite) erzielte im ersten Abschnitt fünf Tore. Das konnten Sina Denis Namat (links) und Annika Blanke nicht verhindern. Nach dem Wechsel traf Heldmann gar nicht mehr. Quelle: Alex Sorokin (2)
Celle Stadt

Nach dem Spiel wurde Trainer Martin Kahle ziemlich deutlich: „Wir gehören nicht in diese Liga rein“, sagte er enttäuscht und verärgert darüber, dass es einmal mehr nicht zu einem Sieg gereicht hatte. Auch die Spielerinnen sparten nicht mit Selbstkritik. „Wir sind einfach zu blöd“, meinte Natasha Ahrens. Und auch Johanna Heldmann meinte: „Den Start in die zweite Halbzeit haben wir voll verpennt. Da lief lange Zeit gar nichts mehr.“

Nach der insgesamt 15. Saisonniederlage war die Stimmung im SVG-Lager entsprechend niedergeschlagen. Einige der Celler Spielerinnen saßen mit leerem Blick abseits des Spielfeldes. Bei anderen rollten die Tränen über die Wangen. Es dürfte jedem klar gewesen sein, dass es das jetzt wohl endgültig war. Die letzte Chance, mit einem Sieg zumindest etwas dichter an die Nichtabstiegsplätze heranzurücken, war dahin. Da hatte das Celler Fanlager noch so laut und unermüdlich sein Team anfeuern können: Die Spielerinnen hatten zwar den Willen gezeigt, es endlich packen zu wollen, letztlich aber zeigte das spielerische Potenzial des Celler Teams auf, dass die Abschiedstour in der 1. Liga für den SVG Celle längst begonnen hat.

„Sicher haben wir in der ersten Halbzeit zwei oder drei Fehler zu viel gemacht“, meinte Ahrens. „Aber nur zwölf Gegentore waren in Ordnung“, sagte die Kreismittespielerin. Tatsächlich zeigten die Gastgeberinnen im ersten Abschnitt einen engagierten Auftritt. Da passte es auch noch halbwegs in der Abwehr. Allerdings so richtig Tempo machte das Team auch nicht. Immer wieder wurde die Geschwindigkeit aus dem Spiel genommen. Das Gegenstoßspiel kam sogar gänzlich zum Erliegen.

Dennoch blieb die Partie offen, weil auch Nellingen handballerisch keinen übermäßig überzeugenden Auftritt in der HBG-Halle zeigte. Kampf und Krampf bestimmten das Spielgeschehen. Die Führung wechselte ständig. Aber immerhin kam Celle insbesondere durch Heldmann im ersten Abschnitt noch zu einigen Toren aus dem Rückraum. Die benötige der SVG auch, zumal von den Außenpositionen einmal mehr keine Gefahr ausging. Insgesamt wurde von den Außenpositionen nur ein Treffer erzielt – der allerdings erst in der 59. Minute. Zuvor waren zahlreiche Wurfversuche erfolglos geblieben. Kurz vor der Pause lag Celle erstmals mit zwei Toren Vorsprung in Front und ging mit einer Führung in die Halbzeit.

Doch wie gewonnen, so zerronnen. Nach dem Wechsel ging zwischenzeitlich gar nichts mehr zusammen. Im Angriff lief der SVG vermehrt ins Zeitspiel oder erlaubte sich schwache Torabschlüsse. Nellingen hatte hingegen ganz schnell Fahrt aufgenommen und ließ insbesondere die Celler Abwehr ein ums andere Mal schlecht aussehen. „Da waren wir nicht wachsam, nicht aggressiv genug“, meinte Johanna Heldmann anschließend. „Das darf uns einfach nicht passieren.“

Es war aber passiert, und Nellingen nahm es dankend ein. Die Gäste marschierten fast schon leicht und locker durch die Celler Defensive und machten aus dem Pausenrückstand schnell eine 18:15-Führung (40.). Der SVG kämpfte sich zwar noch einmal ins Spiel zurück und schaffte beim 19:19 (46.) den Ausgleich. Doch damit hatte es sich auch schon. Nellingen benötigte anschließend nicht einmal zwei Minuten, um wieder auf 22:19 (47.) davonzuziehen und den Vorsprung anschließend weiter auf 24:19 (50.) auszubauen. Die Vorentscheidung war gefallen. Jeder Celler Treffer wurde nahezu postwendend mit einem Gegentreffer beantwortet.

Die SVG-Spielerinnen steckten zwar nicht auf, besaßen aber nicht die spielerischen Mittel, um eine Wende herbeizuführen. „Ich weiß auch nicht, woran es gelegen hat, warum wir es heute einmal mehr nicht hingekriegt haben“, meinte Natasha Ahrens.

Uwe Meier