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Lokalsport SVG Celle wappnet sich für Rückkehr in Handball-Bundesliga
Sport Sport regional Lokalsport SVG Celle wappnet sich für Rückkehr in Handball-Bundesliga
18:27 14.05.2014
Von Uwe Meier
Bernd B hmann und Trainer Christian Hungerecker Quelle: Alex Sorokin
Celle Stadt

Geplant war es eigentlich anders. Doch der SVG Celle ist längst von seiner eigenen Entwicklung überholt worden. Vor nicht einmal einem Jahr drohte noch aufgrund arger finanzieller Probleme sowie zermürbender Querelen hinter den Kulissen das Aus. „Konsolidierung“, hieß das Zauberwort, das nach einem Wechsel an der Spitze der SVG-Handball-Spielbetriebs-GmbH ganz oben auf der Liste der abzuarbeitenden Dinge stand.

Eigentlich hatte Bernd Bühmann als neuer Geschäftsführer für diesen Prozess zwei Jahre veranschlagt. Und eigentlich, so hatte es zumindest den Anschein, lief auch alles nach Plan. Finanziell ist die GmbH auf einem ziemlich guten Weg. Auch hinter den Kulissen wird mit einem gemeinsamen Ziel vor Augen an einem Strang gezogen. Alles ist gut. Und dennoch geht die Rechnung nicht ganz auf.

„Schuld“ daran sind die Spielerinnen, die die schweren Zeiten aus dem vergangenen Jahr genutzt haben, um als Mannschaft noch dichter zusammenzurücken und sportlich auf die Überholspur zu wechseln. Das SVG-Team hat mit seiner Leistung dafür gesorgt, dass die gesteckten Prognosen und Ziele nach oben korrigiert werden mussten.

Jetzt steht die Rückkehr in die Bundesliga fest. Eine Entwicklung, die seit einigen Wochen abzusehen war und daher auch die handelnden Personen beim SVG Celle nicht unvorbereitet trifft. Dennoch muss Bühmann eingestehen: „Was wir nicht für möglich gehalten haben, ist nun wahr geworden.“ Jetzt müsse man sich der neuen Aufgabe stellen und alles dafür tun, um dem Spruch auf Aufstiegs-Shirts gerecht zu werden. „....gekommen, um zu bleiben“, ist darauf zu lesen.

Beim SVG ist man sich im Klaren darüber, dass die Schlagkraft des jetzigen Kaders dafür nicht ausreichen wird. Verstärkungen müssen und sollen her. „Mindestens zwei Neuzugänge sind geplant, die vornehmlich den Rückraum verstärken sollen“, verrät Bühmann, der Verpflichtungen darüber hinaus nicht ausschließen will. „Wenn uns aus irgendwelchen Gründen noch was in die Hand fällt, werden es auch noch mehr.“ Doch Vollzugsmeldungen müssen noch warten. „Es gibt einige Kandidatinnen, die auch schon im Probetraining waren. Aber spruchreif ist noch nichts.“ Letztlich müsse man auch sehen, ob das wirtschaftlich machbar sei.

Denn trotz einer insgesamt positiven Entwicklung kann beim Celler Erstligisten der eng geschnürte Gürtel nicht großartig gelockert werden. Zwar seien laut Bühmann inzwischen alle Verbindlichkeiten bei Finanzamt, Kranken- und Rentenkasse ausgeglichen: „Wir haben Möglichkeiten gefunden, das Minus auf dem Konto zu drücken. Jetzt sind wir auf Null“, so der Geschäftsführer. „Es ist aber nicht so, dass wir deshalb wirtschaftlich große Sprünge machen können.“ Finanziell habe man einfach nicht die Möglichkeiten, die die Topteams der Bundesliga besitzen.

Dennoch ist man im Celler Lager zuversichtlich, die Aufgaben, die sich dem SVG-Team in der 1. Liga stellen werden, erfolgreich zu lösen. Durch die drei Aufstiegsplätze sei es zwar noch nie so einfach gewesen, in die Bundesliga aufzusteigen. „Aber es wird auch einfacher werden, in der 1. Liga zu bleiben“, meint Bühmann. Aus seiner Sicht werde es vier oder fünf Mannschaften geben, die um den Klassenerhalt kämpfen. Schon jetzt ist klar, dass Celle zu diesem Kreis gehören wird.

Die Celler Mannschaft wird sich ab Mitte Juni während einer dreistufigen Saisonvorbereitung mit einer Vielzahl von Testspielen und einem Trainingslager in Dänemark auf das, was da kommt, einstellen.