SVG Celle wartet auf Insolvenzverfahren
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18:37 15.08.2017
Quelle: Alex Sorokin (Archiv)
Celle

„Es liegt ein Eingangseintrag vor, der muss jetzt erst einmal geprüft werden.“ Und das nimmt einige Zeit in Anspruch. Denn laut des Amtsgerichts wurde der Antrag von einem Gesellschafter gestellt und ist somit eigentlich ungültig – eine Insolvenz müsse vom zuständigen Geschäftsführer beantragt werden. Der Chefkoordinator der GmbH, Alexander Meyer, ist sich noch nicht sicher, inwiefern hier ein Fehler vorliegt. „Das muss ich erst einmal erfragen.“

Auch das Amtsgericht wird den Antrag weiterhin untersuchen. „In einem solchen Fall wird festgestellt, ob eine GmbH ‚führungslos‘ ist“, erläutert Klass. Dann müssten alle Gesellschafter dem Insolvenzantrag zustimmen. In einem weiteren Schritt gelte es zu prüfen, ob die insolvente GmbH über genügend Werte verfügt, damit zumindest die Kosten für ein Insolvenzverfahren gedeckt werden können. Die lägen bei etwa 5000 bis 6000 Euro. Ansonsten obliegt die Aufgabe, mit den Gläubigern zu reden und die GmbH im schlimmsten Falle aufzulösen, dem zuständigen Geschäftsführer.

Diese juristischen Fragestellungen gelte es schnell zu lösen, sagt der langjährige Insolvenzverwalter Burghard Wegener. „Bei einem Insolvenzverfahren wird eigentlich schnellstmöglich ein Sachverständiger oder ein vorläufiger Verwalter eingesetzt.“ Der hätte den Auftrag, das noch vorhandene Vermögen für die Gläubiger zu sichern. Dies sei eine gängige Praxis in solchen Fällen, erklärt der Experte. Doch die Entscheidung darüber, dass ein vorläufiger Insolvenzverwalter eingesetzt wird, liegt beim zuständigen Richter. Und der müsse nun erst prüfen, ob überhaupt ein korrekter Insolvenzantrag vorliegt. Eine schwierige Situation, die dem gebeutelten SVG und seinen Gläubigern weitere Geduld abverlangt. „Wir warten auf neue Informationen und wissen auch noch nicht, wie es weitergeht“, sagt zum Beispiel Tina Wagenlader, die allerdings laut Meyer bereits eine neue sportliche Heimat beim HSG Hannover-Badenstedt gefunden hat. Dies bestätigte ihr alter und neuer Verein.

So bleiben Spielerinnen, Gesellschafter und auch die Fans im Ungewissen, wie es mit dem SVG Celle weitergeht. Was jedoch bereits feststeht, ist, dass das Team nicht in der zweiten Liga startet. Bereits in der Vorwoche wurde die Mannschaft mit sofortiger Wirkung vom Spielbetrieb in der zweiten Liga zurückgezogen. Außerdem informierte Meyer die Handball-Bundesliga Frauen (HBF) über diesen Schritt. Celle steht damit als erster Absteiger in die 3. Liga fest, wie die HBF bestätigte. Doch ob es nun in der dort nächste Saison weitergeht, kann der SVG-Chefkoordinator nicht sagen. Er selbst werde in Zukunft auf jeden Fall keine Position mehr für den SVG bekleiden, wie er mitteilte. Wer sein Nachfolger wird, stehe noch nicht fest.

Ansonsten gelte es, die anstehenden Entscheidungen des Amtsgerichtes abzuwarten. Ein Insolvenzverwalter müsse dann klären, ob bestehende Spielerverträge aufgelöst werden und ob die Gläubiger des SVG leer ausgehen, so Meyer. „Der Insolvenzverwalter findet in der Regel immer was. Denn es muss ja mal Geld da gewesen sein“, sagt Wegener. Aus seiner Erfahrung weiß der Experte auch, dass ein Insolvenzverfahren nicht zwangsläufig das Ende bedeutet. „Man kann so einen Verein auch sanieren. Die müssen es aber schaffen, dass der Spielbetrieb in der dritten Liga erhalten bleibt.“