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Lokalsport SVG-Handball: Wochen der Wahrheit beginnen
Sport Sport regional Lokalsport SVG-Handball: Wochen der Wahrheit beginnen
17:41 05.12.2013
Von Heiko Hartung
Fährt als frisch gebackene Sparkassenbetriebswirtin zur - Partie in Zwickau: SVG-Kreisläuferin Evelyn Schulz (rechts). Quelle: Eckhard Schulz
Celle Stadt

Wenn der Tross des SVG Celle morgen früh in Richtung Zwickau aufbricht, wird eine Spielerin des Handball-Zweitligisten mit besonders freiem Kopf die Reise zum Tabellenfünften antreten: Evelyn Schulz hat in dieser Woche ihre Prüfung zur Sparkassenbetriebswirtin mit Bravour bestanden. „Sie ist ziemlich erleichtert, die Sache hinter sich zu haben“, erzählt ihr Trainer Christian Hungerecker, der im Osten allerdings eine „kernige Aufgabe“ erwartet.

Denn der BSV Sachsen ist auf dem Parkettboden in der heimischen Neuplanitzer Sporthalle inmitten von Plattenbauten aus DDR-Zeiten in dieser Saison noch ungeschlagen. „Da herrscht ein ganz besonderes Ambiente“, weiß Hungerecker. „Da ist richtig was los.“ Doch die Cellerinnen dürften durch ihren eigenen exzellenten Saisonverlauf genug Selbstvertrauen gesammelt haben, um sich dieser Aufgabe erfolgreich zu stellen – schließlich sind sie seit dem vergangenen Wochenende sogar Tabellenführer.

Allerdings beginnen erst jetzt die Wochen der Wahrheit: Nacheinander geht es gegen die direkten Verfolger auf den Plätzen zwei bis fünf. „Das versuchen wir aber auszublenden“, sagt Hungerecker. Die gängige Von-Spiel-zu-Spiel-Sichtweise wird auch in Celle praktiziert.

Was aber, wenn das Team nach den „Hammer-Partien“ gegen Zwickau, Bad Wildungen, BVB Dortmund und Füchse Berlin im Januar plötzlich immer noch auf einem der drei Aufstiegsplätzen steht? Schließlich sprach SVG-Geschäftsführer Bernd Bühmann zuletzt davon, „den Verein in den nächsten zwei Jahren zu konsolidieren, um dann in der Saison darauf wieder um den Aufstieg mitzuspielen“. Und wenn der sportliche Erfolg früher eintritt? „Wir thematisieren das nicht und ich bin mir sicher, dass die Tabellensituation bei den Mädels nicht im Hinterkopf steckt“, macht Hungerecker deutlich. Und auch Bühmann sagt ganz klar: „Wir wollen immer das sportliche Maximum herausholen und werden der Mannschaft auf keinen Fall nahelegen, zu verlieren.“ Also „darf“ das Team in Zwickau ungebremst von finanziellen Überlegungen Vollgas geben.

Allerdings favorisiert Trainer Hungerecker („Wir müssen hinten stabil stehen“) eher eine defensive Herangehensweise – zumal Zwickau mit Stefanie Pruß über eine hervorragende Torjägerin am Kreis verfügt und auch im Rückraum mit Silvia Bachrata und Petra Starcek stark besetzt ist. Hinzu kommt, dass Celle auf die grippekranke Bogna Dybul verzichten muss. Spielführerin Jolanda Robben und Jana Seegers sollen stattdessen die linke Außenbahn beackern. „Das ist nicht schön, macht mir aber auch keine Bange“, sagt Hungerecker selbstbewusst.

Und wer weiß: Vielleicht kann die frisch gebackene Sparkassenbetriebswirtin Evelyn Schulz nach der Auswärtspartie in Sachsen die Schatulle der Mannschaftskasse, die die 25-Jährige berufsbedingt verwaltet, für eine kleine Siegesfeier auf der Rückreise öffnen.