Menü
Cellesche Zeitung | Ihre Zeitung aus Celle
Lokalsport SVG kämpft sich zum Remis
Sport Sport regional Lokalsport SVG kämpft sich zum Remis
20:00 21.02.2010
Von Uwe Meier
Handball-Bundesliga Frauen: SVG Celle vs. VfL Oldenburg Quelle: Torsten Volkmer
Celle Stadt

„Ich hab das ganze Spiel das Tor nicht getroffen. Deshalb habe ich immer wieder geguckt und gehofft, dass noch jemand mitläuft“, so beschrieb Renee Verschuren ihre Gefühlslage als sie in der 59. Minute allein auf das Tor des VfL Oldenburg zurannte. Es lief aber niemand aus ihrem Team mit. Und so blieb ihr nichts anderes übrig als die Verantwortung zu übernehmen. Die Nerven hielten stand. Mit dem Treffer zum 24:24 verwandelte Verschuren die HBG-Halle nicht nur in ein Tollhaus. Der krasse Außenseiter, der unter der Woche gegen den VfL Oldenburg noch eine deftige 24:37-Pokalniederlage hatte hinnehmen müssen, hat sich mit dem überraschenden Punktgewinn gegen den Tabellendritten für die nun anstehenden „Wochen der Wahrheit“ Schwung und Selbstvertrauen geholt.

Mit einer enormen Energieleistung hatte Celle, dass krankheits- und verletzungsbedingt nur sieben Feldspielerinnen aufbieten konnte, eine fast schon verloren geglaubte Partie noch gedreht. Und das gegen einen Gegner, der in diesem Jahr in Meisterschaft, DHB-Pokal und Europacup von einem Sieg zum anderen marschiert war. „Wir haben nicht aufgehört und sind immer dran geblieben“, sagte Nicole Steinfurth nach der Partie. Jasmina Jankovic fügte an: „Wir haben auch bei einem Vier-Tore-Rückstand Kontra gegen und enormen Kampfgeist gezeigt. Das war einfach gut.“

Zehn Pluspunkte hat der Aufsteiger nunmehr auf der Habenseite. Acht Zähler holte man dabei in den Spielen gegen Göppingen, Oldenburg und Leverkusen. Gegen Teams also, die mit der Abstiegsfrage nichts zu tun bekommen werden. Was der überraschende Punktgewinn im Kampf um den Klassenerhalt wirklich Wert ist, werden die kommenden Wochen zeigen. Nacheinander geht es in den Begegnungen gegen Trier, Sindelfingen, Frankfurt und Dortmund gegen direkte Konkurrenten aus der unteren Tabellenhälfte. In der Hinrunde gab es gegen diese Gegner gerade einmal zwei Zähler. In der Rückrunde werden es mehr sein müssen.

Nur einmal gelingt der Ausgleich

Celler Minikader zeigt nach heftiger Pokalniederlage Moral

CELLE (uwi). Willen kann Berge versetzen. Das hat Handball-Erstligist SVG Celle im Heimspiel gegen den VfL Oldenburg einmal mehr unter Beweis gestellt. Nicht ein einziges Mal hatten die Gastgeberinnen in Führung gelegen. Ständig war man einem Rückstand hinterhergelaufen. Doch im entscheidenen Moment gelang dann doch, was zuvor mehrfach einfach nicht gelingen wollte. Beim 24:24 (13:10) hatte das SVG-Team das einzige Mal den Ausgleich geschafft. Das reichte allerdings, um sich einen Punktgewinn zu holen.

Dabei hatte alles so begonnen, wie die Pokalpartie gegen Oldenburg am Mittwoch aufgehört hatte.Der VfL bestimmte nach Belieben die Partie. Die Gäste profitierten dabei allerdings auch von einer Vielzahl leichter Fehler des SVG-Teams. Das 2:7 nach zehn Minuten verhieß aus Celler Sicht nichts Gutes. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte sich Celle kaum eine Einwurfmöglichkeit herausgearbeitet, hatte vielmehr bereits im Spielaufbau Fehlpässe en masse produziert. Und auch die Abwehr zeigte sich mehrfach nicht auf der Höhe.

Das SVG-Team bewies allerdings Moral und ließ sich vom klassischen Fehlstart nicht aus der Bahn werfen. Mit Kampfgeist und unbedingtem Willen fand der Celler Minikader ins Spiel. In der Folgezeit verschafften sich die Gastgeberinnen durch eine deutliche Leistungssteigerung in der Defensive die nötige Sicherheit.

Die Aufholjagd begann. Tor um Tor holten die Gastgeberinnen auf. Beim 8:9 (21.) war Celle dran, machte dann aber leichte Fehler und ermöglichte Oldenburg so eine 13:10-Führung zur Pause. Doch das SVG-Team ließ sich nicht mehr abschütteln. Bis zum 15:18 (39.) blieb der Rückstand konstant bei drei Treffern, doch dann war Celle dran. 17:18 (42.), 19:20 (48.), 20:21 (49.), 21:22 (54.) stand es zwischenzeitlich. Der Ausgleich wollte allerdings trotz bester Möglichkeiten nicht gelingen. Und als der VfL dann doch wieder auf 24:21 (57.) enteilte, schien die Partie entschieden – und war es dann doch nicht. Im Gefühl des sicher geglaubten Siege unterliefen Oldenburg Fehler, die Celle eiskalt nutzte und auf 23:24 (59.) herankam. Wenige Sekunden später gelang endlich das, was zuvor einfach nicht gelingen wollte – das 24:24. Und als in der Schlussminute der letzte Oldenburger Angriff wirkungslos verpuffte, war es geschafft. SVG hatte sich einen Punkt erkämpft.

Trainerstimmen

Leszek Krowicki (VfL Oldenburg): Celle hat bis zum Schluss gekämpft und hat sich den Punkt verdient. Und ich bin ein bisschen sauer über das, was wir getan haben. Wir haben in der 57. Minute mit drei Toren geführt und hatten Ballbesitz. Und dann haben wir durch eigene Fehler das Unentschieden provoziert. Da haben wir gesehen, wie gefährlich diese Celler Mannschaft gerade zu Hause sein kann. Celle war am Mittwoch im Pokal eine ganz andere Mannschaft. Meine allerdings auch.

Martin Kahle (SVG Celle): Zu dem, was Mannschaft und Publikum hier geschafft haben, kann man nur gratulieren. Was wir da geschafft haben, habe ich so noch nicht erlebt. Ich bin immer noch ein bisschen sprachlos. Wir sind schlecht ins Spiel gekommen und haben uns dann Stück für Stück zurück gekämpft. Als wir kurz vor Schluss mit drei Toren zurück gelegen haben, habe ich gedacht: das war’s. Doch dann ging doch noch was. Dieser Punkt kann für uns nur wichtig sein, wenn wir gegen die direkten Konkurrenten nicht verlieren. Allerdings haben wir uns eine gute Ausgangsposition verschafft.

SVG Celle – Oldenburg 24:24 (10:13)

SVG Celle: Jankovic, Lenz – Comans (9/5), Valyushek (4), Verschuren (1), Antonewitch, Steinfurth (2), Robben (3), Techert (5).

VfL Oldenburg: Surkova, Jandt – Hetmanek, Schirmer, Wenzl (4), Burde, Kethorn (2), Neuendorf (3), Stange (2), Geschke (4), Herr (6/5), Parchina (3).

Schiedsrichter: Uwe Prang/Uwe Reichl; Siebenmeter: 6/5 – 7/6; Strafminuten: 2 – 4. Zuschauer: 750.

Torfolge: 0:1 (2.), 0:4 (6.), 1:5 (8.), 2:7 (10.), 5:7 (14.), 6:9 (19.), 8:9 (21.), 9:10 (26.), 9:12 (28.), 10:13 (30.) – 10:14 (31.), 11:15 (32.), 13:15 (33.), 15:18 (39.), 17:18 (42.), 17:20 (46.), 10:20 (48.), 20:21 (49.), 21:22 (54.), 21:24 (57.), 22:24 (59.), 24:24 (59.).