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Lokalsport SVG ohne Chance auf ersten Sieg
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14:48 11.03.2012
Von Uwe Meier
Handball-Bundesliga Frauen: SVG Celle/schwarz) - t FHC Frankfurt. Das klappt nicht. Laura Vasilescu (links) versucht ein gegen die hochgewachsene Frankfurter Abwehr ein Anspiel auf Desiree Comans Quelle: Peter M¸ller
Celle Stadt

Wer vier Spieltage vor dem Saisonende mit nur einem Pluspunkt am Tabellenende steht, für den sollten in Sachen Klassenerhalt alle Möglichkeiten bereits ausgereizt sein. Doch trotz der 15. Niederlage im 16. Spiel darf Handball-Bundesligist SVG Celle weiterhin darauf hoffen, auch in der kommenden Saison im Oberhaus vertreten zu sein. Vier Begegnungen hat das Team noch die Möglichkeit, dem drohenden Abstieg zu entrinnen. Dabei stehen noch drei schwierige Auswärtsbegegnungen gegen Buxtehude, Göppingen und Thüringer HC auf dem Programm. Einmal noch tritt die SVG-Mannschaft vor heimischem Publikum an. Und so wie es derzeit aussieht, kommt es dabei am Ostersonnabend zum großen Finale mit dem einzigen Mitkonkurrenten um den Ligaverbleib DJK/MJC Trier.

Doch die Frage muss erlaubt sein. Macht der Klassenerhalt überhaupt Sinn? Zumindest in dieser Saison ist der Rest der Liga den beiden Teams am Tabellenende um Längen überlegen. Ein Beispiel dafür war letztlich auch das SVG-Spiel am Sonnabend gegen FHC Frankfurt/Oder. Ein weiteres Mal war der Aufsteiger chancenlos gewesen und musste eingestehen, dass man gegen einen weitaus besseren Gegner verloren hatte. Das 22:29 war verdient und spiegelte ziemlich genau das Kräfteverhältnis der beiden Kontrahenten wieder.

Celle hatte es in keiner Phase der Partie verstanden, den Gegner vor Probleme zu stellen. Wie denn auch? Einmal mehr legte das SVG-Team eine von Fehlern durchzogene Vorstellung aufs Parkett. „Durch unsere vielen Fehlern können wir nichts bestellen“, meint Susanne Büttner selbstkritisch. „Das sind einfach zu viele.“ Altbekannte Schwächen, die sich wie ein roter Faden durch die Saison ziehen und die offenbar einfach nicht in den Griff zu bekommen sind.

Insbesondere in der Offensive ging einmal mehr beim SVG nicht viel zusammen. Ungenaue Zuspiele, Pässe ins Niemandsland und teilweise Torwürfe, die Erstligatorhüterinnen vor keine Probleme stellen, kennzeichneten das Angriffsspiel der Gastgeberinnen. Dazu blieben noch einige richtige gute Einwurfmöglichkeiten ungenutzt. So war Frankfurt nicht zu beeindrucken und schon gar nicht vor Probleme zu stellen. Celle versuchte zwar vieles und zeigte Einsatzwillen, doch alle Mühen waren vergebens. Es war einfach zu wenig, um Punkte einzusammeln.

Mietzner und Co. bestimmen Partie nach Belieben

CELLE. Erhofft hatten sie sich einiges, doch herausgekommen ist dabei eine weitere Niederlage. Nicht ein einziges Mal hatte Handball-Bundesligist SVG Celle im Heimspiel gegen FHC Frankfurt/Oder in Führung gelegen. Und Unentschieden stand es auch nur einmal beim 0:0 – das allerdings auch nur 76 Sekunden. Dann gingen die Gäste durch einen Treffer von Susann Schneider 1:0 in Führung und gaben die dann auch nicht mehr aus der Hand.

Vielmehr bauten die Gäste den Vorsprung schnell auf 4:1 (4.) aus. Celle hatte bis zu diesem Zeitpunkt kaum etwas zustande gebracht. Das traf auf alle Mannschaftsteile zu. Die Abwehr stand nicht gut und im Angriff unterliefen dem SVG-Team altbekannte Fehler, die es dem FHC einfach machten, in Ballbesitz zu kommen. Kurzzeitig flackerte Hoffnung auf als Celle auf 3:4 (9.) herankam. Doch die war nur von kurzer Dauer. Zwei Schnitzer in der Defensive, die Frankfurts Rechtsaußen Mandy Hering zum 6:3 (11.) nutzte, stellten den Drei-Tore-Abstand wieder her. Zwei Gegentore, die Trainer Martin Kahle ärgerten. „Wenn Franziska Mietzner insgesamt vier Feldtore wirf, ist das in Ordnung. Aber insgesamt fünf Gegentore von Rechtsaußen sind einfach zu viel“, sagte er.

Frankfurt musste anschließend nicht einmal eine Topleistung zeigen, um die Partie zu bestimmen. Zu viele Unstimmigkeiten im Celler Spiel machten es dem Ligasechsten leicht. „Bei uns haben ein paar Absprachen nicht gestimmt“, meinte Celles Kathrin Schulz. „Dazu gehört auch, dass im Angriff zu oft versucht haben, den Kreis anzuspielen.“ Tatsächlich hatte Frankfurt aus dem Hinspiel seine Lehren gezogen und Celles Kreismitte Desiree Comans, die im Hinspiel noch zehn Mal getroffen hatte, mit einer konsequenten Deckung aus dem Spiel genommen.

Beim 10:12 (29.) verbauten sich die Cellerinnen selbst ein besseres Pausenresultat. Gleich zwei Tempogegenstöße in Folge blieben ohne Erfolg. Und als Celle offenbar nicht wollte oder vielleicht auch nicht konnte, legte Frankfurt nach und markierte vor dem Wechsel noch zwei weitere Treffer zum 14:10.

Es war schon so etwas wie die Vorentscheidung. Denn nach der Pause kam Celle nie mehr dichter als auf vier Tore heran. Dazu hätte die Fehlerquote nach unten gehen müssen. Zudem hätte Celle die Kreise von Frankfurts Christine Beier deutlich einschränken müssen. So aber kam sie ebenfalls auf acht Treffer. „Das sind auch zu viele“, so Kahle. Insgesamt fehlte es in der Abwehr an der nötigen Aggressivität. Frankfurt bekam einfach zu viel Platz, um sein Kombinationsspiel aufzuziehen. Und so setzen sich die Gäste in der Schlussphase immer deutlicher ab und kamen zu einem auch in der Höhe verdienten Erfolg.

Trainerstimmen

Dietmar Schmidt (FHC Frankfurt/Oder): Es hat Spaß gemacht, vor dieser tollen Kulisse zu spielen. Dass Celle nicht so gut ausgesehen hat, lag an unserer starken Abwehrarbeit. Wir haben uns gut auf Celle eingestellt. Das war ausschlaggebend. Ich denke, dass meine Mannschaft dominant gespielt hat. Celle spielt nicht wie ein Absteiger. Aber in einer solchen Situation spielt der Kopf eine ganz wichtige Rolle.

Martin Kahle (SVG Celle): Wir hatten uns viel vorgenommen. Aber es war nicht so einfach, die Frankfurter Abwehr auszuspielen. Dass die nicht so schlecht ist, zeigt, dass Leipzig auch nur 20 Tore gegen die gemacht hat. Und da sind nur Nationalspielerinnen im Team. Bei uns wurden einige Absprachen nicht eingehalten. Das hat mich schon ziemlich geärgert. Wir haben dennoch alles versucht und mit verschiedenen Varianten gespielt. Die Mannschaft hat nie aufgegeben. Ich sehe den Kampf. Aber man muss auch anerkennen, dass Frankfurt einfach besser ist. Wir müssen uns alles hart erarbeiten.