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Lokalsport SVG überrascht die Liga und sich selbst
Sport Sport regional Lokalsport SVG überrascht die Liga und sich selbst
17:46 22.12.2013
Von Uwe Meier
Bringen den SVG Celle voran: - Trainer Christian Hungerecker (links) und - Geschäftsführer Bernd Bühmann. Quelle: Alex Sorokin
Celle Stadt

„Nein – niemals.“ Diese Ansage kommt klar, schnell und sie hört sich ehrlich an. Niemals hätten die Verantwortlichen des SVG Celle in dieser Saison damit gerechnet, in der 2. Handball-Bundesliga Frauen eine führende Rolle einzunehmen. Geschäftsführer Bernd Bühmann hatte vorsichtig „vielleicht so auf Platz vier oder fünf gehofft“. Jetzt spiele man aber „weit über den Erwartungen“, so der Geschäftsführer. „Und das mit dem kleinsten Kader der Liga.“ Die Größe des Kaders war für Trainer Christian Hungerecker zum Saisonstart ein Grund dafür, vom „Überleben in der Liga“ zu sprechen.

Der Klassenerhalt dürfte angesichts von 20:4 Punkten inzwischen sicher sein. Vielmehr hat das Team einen ganz anderen Weg eingeschlagen. Zehn Siege aus zwölf Spielen und Platz eins stehen am Jahresende im sportlichen Sektor zu Buche. Der SVG ist auf Aufstiegskurs. Drei Mannschaften werden am Ende der Spielzeit den Weg in Liga eins antreten, die in der kommenden Saison auf 14 Vereine aufgestockt wird. Die Möglichkeit, dass der SVG zu diesen drei Mannschaften gehört, ist in den vergangenen Wochen deutlich gestiegen. Denn Celle hat dem Ansturm der direkten Konkurrenz aus der Spitzengruppe standgehalten. Einer unglücklichen Niederlage in Zwickau ließ das SVG-Team Siege gegen Bad Wildungen und Dortmund folgen. Gegen Gegner also, gegen die man in der Vergangenheit noch nie hatte gewinnen können.

Das Wort „Aufstieg“, das die SVG-Verantwortlichen noch vor Kurzem auf den Index gesetzt hatten, hat seinen Status verloren. Angesichts der derzeitigen Situation kein Wunder. „Natürlich müssen wir uns gedanklich damit beschäftigen“, sagt Bühmann inzwischen und stellt gleichzeitig klar: „Wenn wir es sportlich schaffen, steigen wir auch auf.“ Man werde alles dafür tun, um das dafür nötige Budget zu erlangen. „Allerdings wird es wirtschaftlich kein Hasardeurtum geben.“

Für Trainer Hungerecker gibt es keinen Grund abzuheben. „An den Fakten hat sich doch nichts geändert“, sagt er mit dem Verweis auf den kleinen Kader. Sicher seien die 4:2 Punkte aus den Topspielen ein Fingerzeig. „Doch wenn bei uns gewisse Spielerinnen ausfallen, können wir die nicht ersetzen.“ Es sei natürlich super, 20 Punkte gesammelt zu haben. „Aber die sind Ausdruck dessen, dass alles optimal gelaufen ist.“ Letztlich sei das auch ein Verdienst der Mädels, die sich bestens auf die Saison vorbereitet und ihre Hausaufgaben erledigt hätten. Eine Zwischenbilanz mit einer Aussage für die Zukunft wolle er erst nach Abschluss der Vorrunde ziehen. Bis dahin stehen noch die Spiele gegen Berlin und Nord Harrislee an.

Abheben wird beim SVG Celle niemand. Dafür war das zu Ende gehende Jahr zu ereignisreich. Wirtschaftlich war man in ganz schwere See geraten. Zwischenzeitlich stand sogar der Fortbestand der SVG Handball GmbH auf der Kippe. Nach einem Wechsel auf dem Posten des Geschäftsführers haben sich die Wogen inzwischen geglättet. Gänzlich in ruhiger See fährt Celles Handball-Zweitligist aber noch nicht. Große Sprünge kann sich der SVG nicht leisten. „Wir können sportlich nur das machen, was wir uns wirtschaftlich erlauben können“, stellt Bühmann klar. Eines sei aber klar: Zusammen werden alle handelnden Personen alles dafür tun, um wirtschaftlich und sportlich in Zukunft erfolgreich zu sein. Der Blick auf die Tabelle verrät, dass die Rechnung im sportlichen Sektor schon einmal aufgegangen ist.