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Lokalsport Schützinnen aus Wieckenberg im Goldrausch
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17:13 05.09.2016
Wieckenberg

Isabell Ruschel, Melissa Ruschel und Selina Zimmermann waren als Mannschaft überragend treffsicher. Sie holten mit Kleinkaliber und Luftgewehr vier Mannschaftstitel in allen Jugendklassen. „Das ist einmalig im Deutschen Schützenbund und wird es wohl auch bleiben“, betonte Horst-Dieter Ruschel den Erfolg der drei 16 Jahre alten Jugendlichen.

Doch nicht nur als Mannschaft siegten die Sportschützinnen, auch in der Einzelwertung freuten sich die Jugendlichen über zwei Gold- und zwei Silbermedaillen. Isabell Ruschel schoss mit dem Luftgewehr in der Jugendklasse nahezu perfekt und wurde mit 398 Ringen Deutsche Jugendmeisterin. „Ich war selbst sehr überrascht über mein Ergebnis“, gab die Wieckenbergerin hinterher zu. Die vielen Zuschauer in der Halle hatten die Treffsicherheit von Isabell Ruschel bereits vor dem finalen Schuss bejubelt, sodass es der 16-Jährigen schwer fiel, sich zu konzentrieren. „Ich habe versucht, alles auszublenden, aber es war nicht einfach“, erinnerte sie sich.

Mit einem psychologischen Trick nahm sich Isabell Ruschel selbst den Druck vor dem letzten Treffer. „Ich habe mir einen Schuss mehr hingelegt. So habe ich mir vorgegaukelt, dass es nicht mein letzter Schuss ist.“ Der kleine Selbstbetrug war erfolgreich und katapultierte sie aufs Siegertreppchen. Auch im Liegendkampf mit dem Kleinkaliber überzeugte Isabell Ruschel und holte mit 595 Ringen – ihrer persönlichen Bestleistung – den Vize-Meistertitel hinter Tabea Mercedes Breuninger vom SSV Bad Herrenalb.

Melissa Ruschel stand dem Erfolg ihrer Schwester in Nichts nach und dominierte die Jugendklasse (KK 3x20) mit 586 Ringen. „Das sind sechs Ringe über meiner Bestleistung, deshalb war das Ergebnis schon ein wenig überraschend“, sagte Melissa Ruschel überglücklich. Zum Vergleich: Die deutsche Olympia-Siegerin Barbara Engleder qualifizierte sich für die Spiele in Rio mit 583 Ringen. „Ich habe besonders auf meine Technik geachtet und sie weiter optimiert,“ erklärte Melissa Ruschel. Auch die Silbermedaille in dieser Disziplin ging nach Wieckenberg: Selina Zimmermann schoss 576 Ringe und freute sich über den zweiten Platz hinter ihrer Mannschaftskollegin.

Wegen ihrer überragenden Treffsicherheit wurde Melissa Ruschel nun in den Bundesjuniorenkader berufen. Trotz Bestleistungen ist der Wieckenbergerin eine Schwäche bewusst: „Im Liegendanschlag muss ich noch besser werden.“ Auch Schwester Isabell konzentriert sich verstärkt auf ihre Anschläge. Die mentale Komponente des Schießsports behält sie ebenfalls im Blick: „Man muss lernen, mit Druck umzugehen. Die Gegner werden nicht leichter und man kann sich nicht auf Erfolgen ausruhen.“

Der Erfolg der deutschen Sportschützen bei den Olympischen Spielen in Rio ist für die jungen Wieckenbergerinnen eine große Motivation. „Olympia ist mein absolutes Ziel“, schwärmte Melissa Ruschel. Für sie steht fest: „Ich möchte nicht nur dabei sein, sondern auch gewinnen.“

Von Amelie Thiemann