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Lokalsport Schwitzen für schnurgeraden Ball: CZ-Redakteur Uwe Meier lernt Golf beim Golfclub Herzogstadt Celle
Sport Sport regional Lokalsport Schwitzen für schnurgeraden Ball: CZ-Redakteur Uwe Meier lernt Golf beim Golfclub Herzogstadt Celle
12:37 02.06.2017
Von Uwe Meier
Kann weit – aber nicht geradeaus: Golf-Lehrling Uwe Meier Quelle: Michael Colville
Celle

Celle. Da sage noch einer, Golf wäre nicht anstrengend. Die, die so etwas behaupten, haben noch nie bei fast 30 Grad auf einem Golfplatz gestanden. Da wird die Sache schnell zu einer schweißtreibenden Angelegenheit. Ich hab auch noch den Fehler gemacht, nichts Trinkbares mitgenommen zu haben. Das wird mir nicht noch einmal passieren. Immerhin hat eine meiner Mitstreiterinnen die verlockende Idee, bei jedem gelungenen Schlag einen Sprung in den Swimmingpool frei zu haben. Ich bin klar auf Vanessas Seite. Da ist nur ein Problem: So einen Pool gibt es auf dem Garßener Platz nicht. Warum auch? Man will ja Golf spielen und nicht schwimmen.

An Tag drei des Platzreife-Kurses beim Golfclub Herzogstadt Celle geht es auf die Driving-Range. Nach Pitch und Chip, bei denen der kleine Ball eher kürzere Entfernungen zurücklegt, steht heute der lange Schlag an. Ich freu mich drauf. Endlich mal volle Lotte den Ball durch die Luft prügeln. Das wird Spaß machen. Doch nach der Einweisung in die richtige Schlagtechnik folgt für mich wieder das gleiche Problem. Den Ball zu treffen? Krieg ich hin. Den Ball weit zu schlagen? Auch keine Schwierigkeit. Allerdings sollte er möglichst geradeaus fliegen. Das wiederum ist dann bei mir schon eher ein Problem. Mal funktioniert es – meist allerdings nicht. Sofort greift Trainer Dirk Enters ein und nimmt Korrekturen vor. Dabei finden wir uns sogar vor einem großen Spiegel wieder, in dem mir mein Spiegelbild bei einigen Übungen zeigt, was bei meinen Schlägen in Sachen Bewegungsablauf verändert werden muss. Ich habe verstanden. Und dennoch: Irgendwie muss ich bei den Übungen vor dem Spiegel an Ballett denken.

Nach ein paar Trockenübungen – also ein Schlag ohne Ball – kommt die erlösende Auskunft vom Pro. „Genauso ist es richtig“, sagt Enters. Also kommt wieder der Ball ins Spiel. Ich muss noch einmal kurz an das Ballett denken, grinse ein bisschen in mich hinein und schlage als nächstes ein großes Stück Rasen durch die Gegend. Der Ball hat sich derweil keinen Millimeter bewegt. Strafe muss eben sein. „Konzentriere dich“, fordere ich mich selbstkritisch auf. Und siehe da: Es wird besser. Die Anzahl der Bälle, die sich schnurgerade durch die Luft bewegen, wird höher. „Wenn Zufälle häufiger werden, nennt man es Können“, höre ich Entler sagen. Das baut auf und steigert die Motivation. Aber ich weiß auch: Ich muss noch viel trainieren, damit sich eine gewisse Art von Automatismus bei meinen Schlägen einstellt.

Denn sollte beim Spiel auf einer Golfbahn der Ball anstatt einer geraden Flugbahn eine Kurve fliegen, würde er ganz schnell mal zwischen den Bäumen verschwinden. Dann wäre eine Suche nach dem Ball angesagt. Lust darauf verspüre ich keine. Obwohl? Wenn ich so an die warmen Temperaturen denke, wäre ein bisschen Schatten auch nicht schlecht.