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Lokalsport Sieg des SVG Celle am Tag der offenen Tore (mit Video)
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10:05 18.04.2016
Von Uwe Meier
Celle Stadt

Für die Trainer mag es angesichts der löchrigen Abwehrreihen nicht ganz so berauschend gewesen sein. Doch für die Zuschauer bot die Partie der Handball-Bundesliga Frauen zwischen dem SVG Celle und den Füchsen Berlin so einiges Unterhaltsames – auf jeden Fall jede Menge Tore. Hatten die beiden Kontrahenten im Hinspiel in diesem Punkt (39 Tore) noch eher Magerkost geboten, ließen sie es am vergangenen Samstag in der HBG-Halle so richtig krachen. Beim Celler 36:32 (18:18)-Erfolg landete der Ball gleich 68 Mal im Tor.

Doch aus Celler Sicht war beim Schützenfest am Tag der offenen Tore etwas anderes wichtig. Es waren die zwei Pluspunkte, die es für den Sieg gab. Den erhofften Sprung auf Rang zwölf gab es jedoch nicht. Grund dafür ist der überraschende 27:26-Heimsieg von FA Göppingen über den bisherigen Tabellenführer und amtierenden Deutschen Meister Thüringer HC.

Platz zwölf war von den SVG-Verantwortlichen zuletzt ausgegeben worden, um auch in der kommenden Spielzeit im Oberhaus dabei sein zu wollen. Die Mannschaft hat in den vergangenen Wochen alles dafür getan, um dieses Ziel auch zu erreichen. Aus den vergangenen sieben Begegnungen holte der SVG immerhin acht Punkte. „Wenn es nach mir geht, spielen wir in der nächsten Saison in der 1. Liga. Die Punkte sind ja da“, sagte Renee Verschuren. Ähnlich sieht das auch Natasha Ahrens: „Wir werden alles dafür tun, dass es keine andere Wahl gibt.“ Ob die Celler nach dem Rückzug von Berlin und Rosengarten die Möglichkeit wahrnehmen, auch bei einem sportlich nicht erreichten Klassenerhalt (mindestens Platz zwölf), weiter in der Bundesliga zu spielen, ist derzeit unklar. Die Verantwortlichen hüllen sich in diesem Punkt noch in Schweigen.

In der Partie gegen Berlin setzte die Mannschaft schon einmal ein klares Zeichen, wohin die Entscheidung gehen soll. Nach einem 2:2 in der 4. Spielminute setzte sich Celle ab. In dieser Phase stimmte es auch noch in der Abwehr, die die Berliner Angriffsbemühungen vorerst noch gut und erfolgreich störte. Auf der anderen Seite zeigten sich die SVG-Spielerinnen fast schon ungewohnt treffsicher. Nur wenige Fehler und gute Abschlüsse sorgten dafür, dass sich die Gastgeberinnen auf 10:5 (14.) absetzten.

Doch wie gewonnen so zerronnen. Mit der scheinbar sicheren Führung im Rücken stieg die Anzahl der Fehler im Celler Spiel deutlich. Berlin war sofort zur Stelle und benötigte nicht einmal vier Minuten, um aus dem 5:10 ein 10:10 (18.) zu machen und nach 20 Minuten sogar in Führung (13:12) zu liegen. „Wir haben uns in dieser Phase viel zu viele leichte Fehler erlaubt“, meinte Verschuren.

Nach einer Auszeit ging es beim SVG langsam wieder aufwärts. Doch die Berlinerinnen waren nach dem verpatzten Beginn jetzt weitaus besser im Spiel. Insbesondere Ex-Nationalspielerin Christine Beier, die es auf insgesamt elf Treffer brachte, stellte die Celler Defensive offenbar vor unlösbare Probleme. Fortan verlief die Partie vollkommen ausgeglichen. Die Führung wechselte bis weit in die zweite Halbzeit hinein ständig. „Wir haben uns aber nicht aus der Ruhe bringen lassen und haben weiter an uns geglaubt“, sagte Ahrens über eine Schlussphase, in der der SVG Celle das Ruder doch noch wieder fester in die Hand bekam. Aus einem 25:26 (45.) machten die Gastgeberinnen eine 30:27-Führung (50.). Zwar nutzte Berlin anschließend ein Überzahlspiel – für Celles Anna-Katharina Loest war die Partie nach ihrer dritten Zeitstrafe vorzeitig beendet – um auf 29:30 (53.) heranzukommen. Doch wieder komplett schlugen die SVG-Spielerinnen endgültig den Weg auf die Siegerstraße ein.