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Lokalsport Spiel des SVG Celle wird zunehmend berechenbar (mit Video)
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21:01 23.02.2014
Von Christoph Zimmer
Die anderen Mannschaften stellen sich immer besser - auf das Celler Spiel ein. Nadine Smit (inm Sprungwurf) bekommt in dieser Szene zu spüren, dass die Räume - für den Aufstiegskandidaten enger sind. Quelle: Benjamin Westhoff
Celle Stadt

Nach dem Spiel fasste Evelyn Schulz das Dilemma des bisherigen Tabellenführers in einem Satz zusammen. „Die anderen Mannschaften wissen längst, wie sie gegen uns spielen müssen“, klagte die Kreisläuferin des SVG Celle nach dem erneut äußerst mageren 27:27 (15:14) in der 2. Bundesliga am frühen Samstagabend gegen die SG 09 Kirchhof. Für die Handballerinnen war es schon das zweite Unentschieden innerhalb einer Woche vor den eigenen Zuschauern. Die kleine Ergebniskrise kostete sie Platz eins. Neuer Spitzenreiter ist Bad Wildungen, das nach einem Erfolg gegen Borussia Dortmund aufgrund des besseren Torverhältnisses vorne liegt.

Was von diesem Spieltag übrig bleibt ist aber mehr als nur die verlorene Tabellenführung. Nach der furiosen Hinrunde ist das Spiel der Celler unter Trainer Christian Hungerecker mittlerweile berechenbar und durchschaubar für die anderen Mannschaften geworden. Dem auf Ballzirkulation und Geschwindigkeit angelegten Spiel fehlen die Überraschungsmomente, mit denen sie die Konkurrenz in der ersten Saisonhälfte phasenweise schwindelig spielten und die Zuschauer verzauberten. „Gegen uns will jeder den großen Wurf landen“, sagte Schulz. Nach dem Ausgleichstreffer in der Schlusssekunde gegen Allensbach am vergangenen Wochenende dürften sich die Zuschauer wie in der Wiederholung eines schlechten Films gefühlt haben.

Mit der aggressiven Spielweise der Gegnerinnen kommt der SVG im Augenblick nicht gut klar. Von dem Glanz der Hinrunde ist nicht viel zu spüren. Im Gegenteil. Nach den zuletzt dürftigen Auftritten und den beiden Unentschieden hintereinander bleibt die Erkenntnis, dass es dem Team bis jetzt nicht gelungen ist, sich auf diese Taktik der Konkurrenz besser einzustellen. „Wir machen gerade eine ganz schwierige Phase durch“, befand Hungerecker nach dem Schlusspfiff, „es gelingt uns nicht, die Qualität auf die Platte zu bringen.“ Das habe ganz viele Ursachen.

In der Hinrunde spielte seine Mannschaft am Optimum. Der hohe Kraftaufwand in dem dünnen Kader machte sich aus seiner Sicht auch gegen Kirchhof bemerkbar. Immer wieder leisteten sich die Cellerinnen einfache Fehler in Abwehr und Angriff und hielten die Gäste damit im Spiel. „Der Geist ist willig, aber das Fleisch ist schwach“, sagte Hungerecker. Für ihn sei „die Fehlerquote in der Partie definitiv zu hoch“ gewesen. „Wir müssen gucken, dass wir darauf reagieren.“ Hinzu kam, dass Celle auf Linksaußen nicht ein Treffer gelang. „Es ist ein offenes Geheimnis, dass wir da Probleme haben.“ Mit dem Punkt ist er dennoch zufrieden. „Wenn man den Spielverlauf sieht, geht das Unentschieden in Ordnung.“ Jolanda Robben sah es ähnlich. „In der Defensive stehen wir nicht mehr so gut wie in der Hinrunde. Uns fehlt die Aggressivität und Entschlossenheit“, sagte die Mannschaftsführerin. Vorne lasse ihre Mannschaften zu viele Gelegenheiten aus. „In dieser Woche wird es sicher das eine oder andere Wurftraining geben.“

In der ausgeglichenen Partie gelang es zunächst keiner der beiden Mannschaften, sich entscheidend abzusetzen. Celle lag in der ersten Halbzeit zwar schon mit vier Toren vorne, ließ Kirchhof durch eine Vielzahl an Unzulänglichkeiten aber immer wieder herankommen. Vor den Augen des japanischen Konsuls Yasushi Fukagawa hielt Celles Torfrau Mami Tanaka mehrfach glänzend – und ihre Mannschaft bis zum 15:14 zur Pause in Führung. „Das war für mich ein ganz besonderes Spiel“, freute sich Tanaka über den hohen Besuch aus ihrer Heimat. Als die Cellerinnen immer mehr den Faden verloren und kurz vor Schluss 22:25 hinten lagen, kämpften sie sich noch einmal heran und gingen durch Kathrin Schulz mit 27:26 in Führung (59.). Im direkten Gegenzug kassierten sie aber den am Ende absolut verdienten Ausgleich. Und hatten sogar Glück, dass Kirchhofs Swantje Heimburg kurz vor Schluss nur den Pfosten traf.