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Lokalsport Sponsor als Schiri: Uelzener protestieren gegen Niederlage in Westercelle
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17:06 13.10.2017
Celle

Dem Uelzener Trainer Harald Knüdel war aufgefallen, dass der angesetzte Schiedsrichter Jürgen Winter im Januar diesen Jahres als Sponsor für die Westerceller U15 fungiert. Seine Bemühungen um eine Neuansetzung des Schiedsrichters waren wenige Stunden vor Spielbeginn aber nicht mehr möglich. Der Gäste-Coach hatte Winter, der für den SV Nienhagen pfeift, vor der Partie auf seine Sponsorentätigkeit beim VfL Westercelle angesprochen. Für Winter stellte diese Tatsache jedoch kein Problem dar.

Anders sah die Gefühlswelt bei den Uelzenern nach dem Abpfiff aus: Für den SV-Trainer sei die Schiedsrichterleistung einseitig und zugunsten der Heimmannschaft ausgefallen. Diese Auffassung allein sorgte jedoch noch nicht dafür, dass das die Teutonen nunmehr Einspruch gegen die Spielwertung beim Bezirkssportgericht einreichten. Es war vielmehr der Westerceller Kader beim darauffolgenden Ligaspiel gegen den JFV Verden/Brunsbrock, der das Fass zum Überlaufen brachte.

Bei der Begutachtung der schwarz-gelben Mannschaftsliste fiel den Uelzenern auf, dass Winters Sohn in der besagten U15-Mannschaft des VfL spielt. Auch wenn dieser zuvor bewusst von Trainer Jonas Sieme aus dem Kader für die Ligapartie gegen Uelzen gestrichen worden war, erreichten die Proteste des SV neue Höhen. Knüdel sprach von einer „Riesensauerei“ und dass man sich durch die Leitung des Spiels durch einen Westerceller Spielervater „veräppelt“ fühle. Neben dem Einspruch gegen die Spielwertung und der Beantragung eines Wiederholungsspiels gibt es zudem den Vorwurf, Winter hätte zwei Uelzener-Spieler während des Spiels beleidigt.

Der VfL Westercelle wurde vom Sportgericht gebeten, eine Stellungnahme abzugeben. Auf CZ-Nachfrage bezeichneten die Westerceller die Vorwürfe als unbegründet. Jürgen Winter sei als „anerkannter Jugend- und Herrenschiedsrichter“ und „absoluter Sportsmann“ bekannt. Die Ansetzung sei jedoch „unglücklich“ gewesen. Schiedsrichteransetzer Reinhard Weger war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

Winter selbst nahm die Vorwürfe sowie den Protest der Uelzener zur Kenntnis. Er wolle sich zu gegebener Zeit äußern: „Wenn ich vor dem Sportgericht gefordert wäre, würde ich die Angelegenheit über meinen Anwalt kommentieren und in einer Stellungnahme verlauten lassen“, erklärte Winter.

Von Noah Heinemann