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Lokalsport Sportadel gibt sich die Ehre im Schloss
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22:53 05.04.2013
Von Heiko Hartung
Zum Ende der Sportlerehrung kamen alle Ausgezeichneten, Laudatoren und städtische Vertreter noch einmal für ein gemeinsames Foto auf die Bühne im großen Festsaal des Celler Schlosses. Quelle: Alex Sorokin (6)
Celle Stadt

Der festliche Rahmen hat gepasst: Der Celler „Sportadel“ gab sich gestern Abend ein Stelldichein im großen Festsaal des Schlosses, um seine Erfolge bei der Sportlerehrung der Stadt Celle gebührend würdigen zu lassen. 220 Athleten aus über 30 Sportarten waren es, die im Jahr 2012 durch herausragende Leistungen bei Landes-, Deutschen oder Weltmeisterschaften bestachen – nur drei Sportler weniger als im Rekordjahr zuvor. „Sie haben den Namen Celles weit über ihre Grenzen hinaus getragen“, sagte Oberbürgermeister Dirk-Ulrich Mende an die Sportler und ihre Trainer und Betreuer gerichtet. „Damit haben sie das Image Celles, eine erfolgreiche Sportstadt zu sein, glanzvoll unterstrichen.“

In Zeiten, in denen auch der Sport unter kommunalen Sparzwängen zu leiden hat, hob Mende das Engagement der Vereine und Ehrenamtlichen hervor: „Die Sportwelt in unserer Stadt ist in Ordnung – trotz der Haushaltskonsolidierung.“

Das belegt auch die lange Liste der gewürdigten Erfolge: Einmal gab es die Olympische Bronzemedaille bei den Paralympics, einmal Gold, zweimal Silber und dreimal Bronze bei Weltmeisterschaften, ein Europameistertitel ist dabei und 16 Deutsche Meistertitel. Hinzu kommen Dutzendweise Norddeutsche- und Niedersachsenmeisterschaften sowie gute Platzierungen in allen diesen Wettbewerben.

Einen besonderen Dank an die Trainer und Betreuer der erfolgreichen Athleten hatte Gunda Thielecke parat: „Sie wirken im Verborgenen. Aber ohne Sie könnten diese Leistungen nicht erbracht werden“, sagte die stellvertretende Vorsitzende des Kreissportbunds (KSB) Celle. Zugleich erinnerte sie an den „Generationenvertrag“ und rief zu verstärktem Engagement im Sport auf: „Die Zahl der Ehrenamtlichen ist landesweit von ehemals 300.000 auf 200.000 gesunken, die im Schnitt 20 Stunden Arbeit pro Woche verrichten – sie brauchen unsere Unterstützung.“

Mit Sitzvolleyballer Torben Schiewe (Bronze bei den Paralympics in London) und Kanutin Alke Overbeck (Gold, Silber und Bronze bei der Weltmeisterschaft in La Plagne) fehlten ausgerechnet die beiden erfolgreichsten Sportler bei dem Festakt. Beide „rackern“ in Trainingslagern für die nächsten Titel. Das tat der lockeren Stimmung im Celler Schloss jedoch keinen Abbruch. Humorvoll anmoderiert von Rüdiger Heinrich, Fachbereichsleiter Sport bei der Stadt Celle, und Stadtrat Stephan Kassel wurden alle Geehrten vom kräftigen Applaus der Gäste auf die Bühne „getragen“. Dabei zeigte sich auch, wie vielfältig die Sportlandschaft Celles ist. Sie reicht vom Fitness-Vierkampf und Judo über Indiaca und dem Orientierungslauf bis zum Turnen, Leichtathletik, Tischtennis oder Jazzdance.

Gespannte Stille herrschte nur beim Vortrag des Extremsportlers Mike Kraft (Heinrich: „Celles Antwort auf Reinhold Messner“), der – unterlegt mit emotionalen Bildern – von Expeditionen in die Antarktis, Mount-Everest-Besteigungen und Wüsten-Marathons berichtete. „Um seine Ziele zu erreichen, braucht man Selbstbewusstsein und Verbissenheit“, hob Kraft hervor. Aber wem sagte er das? Die Sportler im Celler Schloss saßen dort, weil sie genau diese Eigenschaften haben.