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Lokalsport Starke Winserin gewinnt Meistertitel im Bikini
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18:44 27.11.2018
Von Christian Link
Ein starkes Trio: Swantje Bergmann, Stefan Ohlhoff (Mitte) und Thomas Albach haben bei den internationalen Deutschen Meisterschaften im Natural Bodybuilding teilgenommen. 
Winsen

Die drei Kraftsportler aus Winsen haben vom Hungern die Nase voll. „Heute morgen habe ich statt einer Birne einfach mal einen Kinderriegel auf mein Porridge gepackt“, sagt Albach. Einen Monat nach der Deutschen Meisterschaft im Natural Bodybuilding kann sich der 19-Jährige endlich wieder was gönnen.

Beim „Natural Bodybuilding“ verzichten die Sportler auf leistungssteigernde Drogen wie anabole Steroide oder Wachstumshormone. Beim Muskelaufbau sind nur Fitnesstraining und Ernährungsumstellung erlaubt. Und das ist noch anstrengender, als es klingt.

„Es gibt Bodybuilder, die sind so groß wie ich und wiegen 130 Kilo – die sehen aus wie im Comic. Wir wollen den klassischen Look erreichen“, beschreibt Ohlhoff das Ziel des Sports. Der 1,84 Meter große Muskelmann betreibt in Winsen das Fitnessstudio „InShape“ und wiegt derzeit etwa 100 Kilogramm, am Wettkampftag waren es nur 88,8 Kilo. „Trotzdem sah ich da massiger aus.“ Der Trick: Körperfett und Wasser werden durch eine Diät weitgehend eliminiert. Dadurch treten die Muskeln viel deutlicher hervor. Ohlhoff: „Jetzt sind wir alle sechs bis acht Prozent schwerer als beim Wettkampf.“

Hinter den drei Winsern liegen fünf entbehrungsreiche Monate voller Strapazen. „Für die Wettkampfdiät muss man viele Opfer bringen. Der Körper will nicht in diese Form und das zeigt er auch“, sagt Albach. „Das Training war komplett durchgeplant und das Essen war immer das gleiche“, beschreibt Ohlhoff die teilweise auch „stumpfsinnige“ Vorbereitung auf den Wettkampftag und fügt lachend hinzu: „Ein bisschen einen an der Pfanne muss man schon haben. Es gibt keinen Sport, der mehr Arbeit und Disziplin erfordert.“

Die letzten zwölf Wochen vor dem Wettkampf waren bei Schwergewichtler Ohlhoff immerhin 2750 Kilokalorien (kcal) pro Tag erlaubt. Bei Bergmann, die für die Kategorie „Fitness Bikini“ trainierte, gab es zum Schluss nur 1500 kcal. „Und ich bin die letzten Wochen auf 1300 kcal runtergegangen“, sagt der 1,82 Meter große Albach. Das Fitnessprogramm der drei ging trotzdem unverändert weiter: Täglich standen mindestens zwei Stunden Ausdauer- und eine Stunde hartes Krafttraining an.

Vor lauter Erschöpfung konnte Bergmann nicht richtig schlafen. „Nachts um 2 Uhr bin ich aufgewacht und habe noch eine Stunde Cardiotraining gemacht“, berichtet die 28-Jährige. Ihren beiden Trainingspartnern erging es nicht besser. „Bei so einer Diät sieht man top aus, aber man fühlt sich echt schlecht. Man stellt sich zwischendurch oft die Frage: Warum mache ich das überhaupt?“, verrät Ohlhoff.

Brustkrebs-Diagnose schockt Trainingsgruppe

Ursprünglich bestand das Winser Team aus vier Sportlern. Doch bei der 29-jährigen Sahra Weichhart wurde während der Vorbereitung plötzlich Brustkrebs festgestellt. „Das war ein richtiger Schock“, sagt Bergmann, die mit Weichhart gut befreundet ist und über sie erst zum Bodybuilding gekommen ist. Glücklicherweise verläuft die Chemotherapie gut. „Sahra hat mit mir zusammen den Bikini ausgesucht, beim Schminken geholfen und die Haare gemacht“, erzählt Bergmann, „und hinter der Bühne hat sie beim Wettbewerb alles mitbekommen“.

Zusammen mit ihrer Freundin freute sich die 1,62 Meter große Bergmann über den fünften Platz. Bei den Norddeutschen Meisterschaften in Bad Fallingbostel lief es eine Woche später sogar noch besser: Dort holte sie den Titel in der Kategorie „Bikini Shape“. Ohlhoff wurde bei der Deutschen Meisterschaft ebenfalls Fünfter, hatte nach derselben Platzierung im Vorjahr aber auf mehr gehofft. „Ich wäre gerne zur WM nach Las Vegas geflogen“, sagt der 39-Jährige und will es wieder versuchen – nach einer Pause. „Der Körper muss sich erst wieder regenerieren.“

Beim nächsten Mal soll das Winser Team sogar noch größer sein. „Wir hätten da noch einige, die das Potenzial hätten“, sagt der Fitnesstrainer. Weichhart soll dann auch dabei sein. Ein Karton mit Fitnessriegeln, Eiweißpulver, Selbstbräunungscreme und dem ganzen anderem Zubehör für den Wettkampf steht noch im Studio herum. Ohlhoff: „Der hält vier Jahre.“

"Lass es lieber, die lachen dich nur aus"

Albach hat in der Kategorie „Junior Physik“ zwar nur den neunten Platz gemacht, ist aber vom Natural Bodybuilding völlig begeistert. Dabei hatte er vorher Bedenken: "Wie oft stand ich vorm Spiegel und hab' mir gedacht: Lass es, die lachen dich nur aus." In den nächsten zwei Jahren will der ehrgeizige Azubi nochmal drei bis vier Kilo Muskelmasse aufbauen. Als Albach 2014 mit dem Fitnesstraining anfing, klagte er noch über Übergewicht und eine Wirbelsäulenverkrümmung. Jetzt hat er ein Sixpack und kerngesund.

Aber nicht jeder findet die gestählten Körper schön. „Viele haben zu mir gesagt: Das ist zu viel“, sagt Bergmann, die bei einem Celler Unternehmen in der Buchhaltung arbeitet. Im Alltag sehe man ihr als Frau die vielen Muskeln jedoch gar nicht an, bei Männern seien die Ergebnisse des Bodybuildings viel deutlicher zu erkennen. Und das findet die 29-Jährige gar nicht schlecht: "Bei Frauen soll es auch etwas kurviger aussehen.“

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