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Lokalsport Steins' "Todesstoß"-Vorwurf sorgt bei SVG Celle für Empörung
Sport Sport regional Lokalsport Steins' "Todesstoß"-Vorwurf sorgt bei SVG Celle für Empörung
17:13 11.08.2017
Von Heiko Hartung
Quelle: Michael Schäfer
Celle Stadt

In einer öffentlichen Mitteilung distanzieren sich die Verantwortlichen des SVG von den Aussagen ihres Trainers.„Die Hauptgründe für die Insolvenz liegen in Fehlern, die in der Vergangenheit gemacht wurden und nicht an den hier benannten Spielerinnen“, so Pressesprecher Torsten Gadegast. Die persönlich angegriffene Natasha Ahrens weist Steins‘ Anschuldigungen zurück: „Ich bin seit sieben Jahren dabei und habe vieles mitgemacht. Diese Vorwürfe sind ungerecht“, so die 26-jährige Kreisspielerin. Die aktuelle Situation mache sie traurig, „andererseits bin ich froh, dass diese Hängepartie zu Ende ist. Jetzt herrscht Klarheit, mir ist eine Riesenlast von den Schultern gefallen“, so Ahrens, die in Celle wohnen bleibt, aber mit anderen Vereinen in Gesprächen ist.

„Dass ein fast pensionierter Handballtrainer, über den die Spielerinnen schon nach einer Woche nur noch geschmunzelt haben, diese Drei als Schuldige hinstellt, gehört sich nicht“, sagt auch Steins‘ Vorgänger Martin Kahle. Die SVG-Mannschaftsverantwortliche Tanja Engel geht noch weiter: „Dass Steins die Mädels an den Pranger stellt, ist eine Frechheit. Sie haben dem SVG bis zuletzt die Treue gehalten und sich für den Verein stark gemacht“, so Engel. Ahrens habe sogar Angebote von Erstligaklubs ausgeschlagen, um weiter für Celle zu spielen. Steins selbst sei es gewesen, der wiederholt kurzfristig Trainingseinheiten abgesagt habe. „Da waren die Spielerinnen schon auf dem Weg in die Halle“, so Engel.

Andreas Reimchen, Ortsbürgermeister von Garßen und als einer der treuesten Fans und Macher im Hintergrund eng am Team dran, fordert eine „dicke Entschuldigung“ von Steins. Fans und Insider des SVG Celle hätten gerade diese drei Spielerinnen in den letzten Monaten als Hoffnungsträger erlebt. „Insider wissen, dass sie – bis es eben nicht länger ging –, treu zum Verein gehalten haben. Selbst dann, wenn sie wieder mal auf ihr Geld warten mussten. Oder ihnen gegebene Zusagen nicht griffen. Irgendwann war das Maß dann wohl voll“, so Reimchen. Es sei nachvollziehbar, das auch Steins von der aktuellen Entwicklung enttäuscht sei. Seine Formulierungen spiegelten aber keinen professionellen Umgang mit jungen Menschen wider.