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Lokalsport Stufe um Stufe bei Puls 180
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17:35 16.06.2011
Aus der Puste: Stephan März aus Celle hat soeben den 6. Sky Run in Berlin gemeistert. 39 Stockwerke liegen hinter ihm. Quelle: Roger Schorries
Celle Stadt

Der Puls rast, jede Stufe wird zur Qual und im Nacken ist der Atem des Verfolgers zu spüren: Stephan März liebt dieses Gefühl. Jedes Jahr nimmt er am Sky Run in Berlin teil. „Ich verbringe meinen Pfingsturlaub jedes Jahr in der Stadt. Berlin ist immer einen Besuch wert“, sagt der 46-Jährige.

Bei der sechsten Auflage des Rennens lagen am Pfingstsonntag 39 Stockwerke und 770 Stufen vor dem Läufer des Ratzeputz Teams Celle. Das Rennen begann auf dem Alexanderplatz. Die Teilnehmer starteten in Abständen von wenigen Sekunden. „Es mussten rund 200 Meter Anlauf genommen werden, bevor es dann in das Treppenhaus des Park Inn Hotels ging“, so März. Die Treppe sei breit genug gewesen, um zu überholen. „Dafür muss man aber genug Schwung haben. Mich hat keiner geschnappt“, sagt März. Bei Treppenläufen stehe der Körper unter großer Anspannung. „Die Kraft muss gut eingeteilt werden, um gesund oben anzukommen“, sagt März. Der Pulsschlag sei ständig hoch und der Läufer sei immer in der Sauerstoffschuld. „Ab der Hälfte geht es nicht mehr schneller, als der Körper es zulässt“, sagt März. Das Tempo müsse hoch gehalten werden und der Sportler müsse in seinen Körper reinhorchen. „Ich trage eine Pulsuhr, aber während des Laufens ist keine Zeit, einen Blick darauf zu werfen“, so März. Stattdessen achte man auf die Stufen und die Zahl des Stockwerks. Erst nach dem Ende des Laufs habe er seine Pulsdaten kontrolliert: Der Puls sei aber nie über 180 hinausgegangen.

Beim Sky Run ging es für die Läufer bis zur 20. Etage nur aufwärts. „Dann ging es über 50 Meter vom Ostflügel in den Westflügel“, so März. Es folgte der letzte Abschnitt, bei dem der Celler immer schwerere Beine bekam – bis er das Ziel auf der Plattform des Hotels erreichte. Mit einem Blick über die Dächer Berlins wurde der schwer atmende März belohnt.

Mit einer Zeit von 6:04 Minuten landete März auf dem 82. Platz unter 172 Teilnehmern. Damit holte er sich den sechsten Rang in seiner Altersklasse. Der „Kick des Besonderen“ macht für ihn den Reiz der Treppenläufe aus. „International gibt es noch viel mehr davon – etwa auf dem Empire State Buildung in New York“, sagt März. Der Aufwand, nur für diesen Lauf nach Amerika zu fliegen, ist März aber zu groß. Ohnehin sieht er sich nicht auf einer Ebene mit den Stars der Szene – wie etwa Thomas Dold, der zum sechsten Mal in Folge den Sky Run Berlin gewann und seit 2006 beim „Empire State Building Run-Up“ jedes Jahr vorne lag. „Für mich ist Dold ein Profisportler. Er macht wahrscheinlich nichts anderes als Treppenlaufen“, sagt März.

Beim 7. Sky Run Berlin im nächsten Jahr möchte März mit seinen beiden Söhnen als Team antreten. „Die Zeit vom langsamsten Teammitglied wird genommen. Da heißt es, sich gegenseitig zu pushen“, weiß März.

Von Paul Gerlach