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Lokalsport Tänzer rocken Winsen
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15:13 15.11.2017
Von Heiko Hartung
Die „Crazy Ladies“ hatten beim Heimspiel in Winsen ihren vorerst letzten Auftritt. Der wurde allerdings von den Fans frenetisch bejubelt. Quelle: David Borghoff
Winsen (Aller)

Spätestens als Julia Birkholz nach dem Liftsalto vorwärts gestreckt mit halber Schraube wieder festen Boden unter den Füßen hatte, war klar, dass die 26-jährige Winserin und ihr neuer Tanzpartner Jan Marc Jacobi einen Platz auf dem Treppchen des Allercups sicher haben würden. Am Ende stand für die Abteilungsleiterin der Winser „Crazy Birds“ bei dem Rock‘n‘Roll-Großerereignis ihres Heimatvereins am vergangenen Samstag der dritte Platz in der zweithöchsten Turniersport-Kategorie zu Buche – und das bei ihrem Wettkampf-Debüt vor etwa 400 Zuschauern in der Wilfried-Hemme-Halle. „Beim Weg auf die Tanzfläche hat man uns die Nervosität bestimmt deutlich angesehen“, glaubt Birkholz. Doch von allen Tänzern, Eltern und Freunden kräftig angefeuert, verflog diese nach nur wenigen Taktschlägen. Bereits nach der Vorrunde waren die beiden für Wolfsburg startenden Rock‘n‘Roller auf den dritten Platz gewertet worden. Im Finale präsentierten sie zum Party-Klassiker „Footlose“ sowie dem schwedischen Eurovision-Hit „Captured by a lovestorm“ eine Fußtechnik- und eine Akrobatikfolge und blieben dabei fehlerfrei.

Am Ende kam in der B-Klasse nur das favorisierte Berliner Duo Christin Schwemmer und Alexander Krasilnikov mit ihrer Darbietung im Russland-Stil sowie die Iserlohner Sophie Schroter und Joel Peukmann noch besser bei der Jury an. „Die sind einfach noch perfekter eingespielt“, sagt Bauingenieurin Birkholz, die seit einem knappen Jahr sechs Stunden pro Woche mit ihrem neuen Partner für die Premiere trainiert hat.

In der „Königsklasse“ A ging der Sieg an das in schneeweiße Trikots gekleidete Tanzpaar Moa Kedner und Robin Jovliden. Die beiden Schweden zeigten zum „Mambo Nr. 5“ einen spektakulären Auftritt inklusive gestreckten Salti, Schulterkugeln und Schrauben.

Am Vormittag war die 17. Auflage des Allercups fest in der Hand der Breitensportler. Für Ausrichter MTV Fichte Winsen gingen in der Beginner-Klasse Schüler 1 sieben Paare an den Start. Lea Daps und Amina Hamlaoui erreichten das Halbfinale, wo sie durch einen unglücklichen „Vertanzer“, dafür aber mit einer sauberen Grundtechnik, auf dem zehnten Platz landeten. Sophie Vetter und Tabea Engelhardt erreichten bei ihrem ersten gemeinsamen Turnier als einziges Winser Paar in der Schüler 1 die Endrunde. „Besonders durch ihre Taktsicherheit und die zackigen Bewegungen haben sie sich den fünften Platz erkämpft“, freute sich Trainerin Birkholz.

Für das Schüler-2-Paar Enna-Rose Demmnick und Amelie Fuchs war es das erste Turnier in der Fortgeschritten Klasse. Die erste Runde tanzten die beiden noch etwas zurückhaltend, legten zum Finale aber noch mal zu. Ohne Fehler ertanzten sie sich Platz fünf. Die Geschwister Carina und Anna Lindenmeier begeisterten nicht nur ihre Trainer sondern auch die Wertungsrichter. Mit guter Grundtechnik und viel Energie erreichten sie den dritten Platz.

Unglaublich ging es auch bei den Formationen weiter. Die Winser Nachwuchsformation „Crazy Kids“ tanzte erstmals in dieser Besetzung und landeten mit viel Freude auf dem vierten Platz. Riesengroß war die Freude bei der siebenköpfigen Formation „Crazy Mix“ – einem Zusammenschluss der herausgewachsenen Kids-, Girls- und Ladies-Tänzer. „Die haben am Vorabend das erst Mal mit der kompletten Besetzung geübt und gleich den ersten Platz erreicht“, berichtet Birkholz. Klar, dass das besonders gefeiert wurde.

Die Winser „Crazy Ladies“ starteten ohne Konkurrenz und genossen ihren vorerst letzten gemeinsamen Auftritt in dieser Konstellation. „Wegen Umzugs, Abistress und einem Auslandsaufenthalt hat sich die Gruppe entschlossen, eine Pause einzulegen“, erklärt Birkholz, die sich über einen gestiegenen Besucherzuspruch und eine perfekte Organisation freute: „Nach 17 Jahren Allercup ist halt alles gut eingespielt.“