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Lokalsport Tischtennis: TuS Celle 92 setzt in 3. Liga voll auf Jugend
Sport Sport regional Lokalsport Tischtennis: TuS Celle 92 setzt in 3. Liga voll auf Jugend
07:27 06.05.2015
Von Heiko Hartung
Vor zwei Wochen holten sie gemeinsam Doppel-Gold bei den deutschen Jugend-Meisterschaften: Tobias Hippler (hinten) und Nils Hohmeier gehen mit dem TuS Celle 92 in die 3. Tischtennis-Liga. Quelle: Benjamin Westhoff
Celle Stadt

Die Spielzeit in der Tischtennis-Regionalliga ist für den TuS Celle 92 in etwa nach Plan abgelaufen. „Die Hinrunde war wenig befriedigend, aber im Saisonendspurt haben wir wirklich gute Spiele gezeigt“, blickt Teammanager Dieter Lorenz auf das vergangene Viertliga-Jahr zurück. Am Ende stand für die Celler um Mannschaftskapitän Björn Ungruhe Platz vier zu Buche – ein zufriedenstellendes Ergebnis.

Doch jetzt wollen die Celler mehr: „Wir haben uns für die 3. Liga angemeldet“, sagt Lorenz. Dies war möglich, weil sowohl der Regionalliga-Meister Borsum als auch der Zweite Bolzum nicht aufsteigen wollten. So ziehen der Dritte aus Düppel und eben der TuS 92 in die vor einem Jahr neu geschaffene Liga ein. „Wir gehen das Wagnis ein. Wir werden wohl viele Niederlagen kassieren, aber der Klassenerhalt ist möglich“, ist Lorenz sicher.

Eine Entscheidung, die viele Neuerungen für den am höchsten spielenden Celler Tischtennis-Klub mit sich bringt. Der gravierendste Einschnitt: Im Gegensatz zur Regionalliga wird in der 3. Liga mit vier statt sechs Akteuren gespielt. Das bedeutet: Nach den Eingangsdoppeln folgen im oberen und unteren Paarkreuz maximal acht Einzel. Sechs Siegpunkte reichen einem Team, um die Begegnung für sich zu entscheiden. Der TuS 92 ist mittendrin in diesem Schrumpfungsprozess. Von einst neun Spielern sind noch vier geblieben, ein neuer soll noch dazustoßen.

Wie angekündigt, hat sich „Team-Oldie“ Ungruhe zurückgezogen – aber nicht ganz. Der Routinier steht künftig als zweiter Coach neben Landestrainer Frank Schönemeier zur Verfügung. „Und wenn es personell ganz eng wird, kommt Björn als Stand-by-Spieler zum Einsatz“, ist sich Lorenz sicher. TuS-Urgestein Falko Turner ist zum Regionalligisten Schwalbe Tündern gewechselt. „Ihn hätten wir gerne für unsere 2. Mannschaft behalten, aber er ist noch zu ehrgeizig, um auf Bezirksebene zu spielen“, weiß Lorenz.

Auch Tobias Körnig (zum VfL Westercelle), André Kamischke (zum Verbandsligisten Marklohe) und Tim Fricke (zu seinem alten Verein mit dem bezeichnenden Namen Kehrwieder Dinklar) gehen. Was bleibt, ist ein durch und durch junges Team mit enormem Entwicklungspotenzial. Mit den beiden Jugend-Nationalspielern und Top-Talenten Nils Hohmeier und Tobias Hippler setzt Celle voll auf die Jugend. Lorenz bestätigt: „Unsere Motivation ist es, diese jungen Spieler voranzubringen.“ Die beiden 16-Jährigen, die gerade in der Burghalle die Deutsche Jugendmeisterschaft im Doppel gewonnen haben, bilden das Herzstück des neuen Teams. Hinzu kommen Yannick Dohrmann (22) und Niklas Matthias (20). Des Weiteren steht Lorenz in Verhandlung mit einem 19-jährigen Rumänen. „Der Junge gehört zu den Top 12 in seiner Heimat“, so Lorenz. Er wäre mittelfristig ein Kandidat für die Spitzenposition im Team. Die Finanzierung der Saison steht laut Team-Manager. „Die Fixkosten für Fahrten und Verbandsabgaben sind in der 3. Liga rund 5000 Euro höher, aber dafür kostet das kleinere Team weniger.“

Per Sondergenehmigung darf Celle weiterhin in der Halle der Altstädter Schule spielen, die laut Statuten zu klein ist. Dort wird sich auch für die Zuschauer einiges ändern: Die Teams laufen künftig mit Musik ein, es gibt einen Hallensprecher und einen Live-Ticker im Internet. Eine Sache wird sich für die Fans aber am deutlichsten bemerkbar machen. „Eine Partie dauert jetzt nur noch etwa drei statt fünf Stunden“, schätzt Lorenz.

Heiko Hartung