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Lokalsport Traditionsturnier in Misselhorn begeistert Reiter und Zuschauer
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17:47 05.09.2017
Von Carsten Richter
Quelle: Ines von Frantzius
Misselhorn

Insgesamt 1241 Reiter – vom Einsteiger bis zum Profi – nahmen am traditionellen Turnier des Reit- und Fahrvereins (RFV) Hermannsburg-Bergen teil. Eine großartige Resonanz, wie Hans-Joachim Mensing betont. „Die Bedingungen waren diesmal optimal“, sagt der Vereinsvorsitzende und meint damit sowohl das Wetter als auch die sanierte Anlage. Die Dressurvierecke waren im Vorfeld erneuert worden, der Turnierplatz wurde außerdem besonders gepflegt.

Das Reitgelände in Misselhorn ist für seine Weitläufigkeit weit über den Landkreis Celle hinaus bekannt. So zog das Pferdesportereignis auch in diesem Jahr wieder Teilnehmer aus weiten Teilen Niedersachsens an. Mit insgesamt etwa 2000 jungen und älteren Zuschauern hatten sich viele Reitsportbegeisterte, die nicht selbst ein Pferd sattelten, das Turnier im Terminkalender notiert. Unter den Reitern kamen Anfänger und Fortgeschrittene, Spring- und Dressurreiter gleichermaßen auf ihre Kosten. Mit zwei S-Springen und einer S-Dressur waren diesmal, anders als in den Vorjahren, wieder schwere Prüfungen ausgeschrieben.

Für Joachim Winter (RFV Westercelle/Altencelle) ist das Turnier in Misselhorn seit Jahren eine Pflichtveranstaltung. „Schon als kleines Kind bin ich hier die Jugendreiterprüfung geritten“, erzählt Winter. In verschiedenen Springklassen von L bis S* ist er diesmal mit seinen Pferden angetreten. Als einziger Celler Reiter schaffte er es ins Stechen des S*-Springens, wo er fehlerfrei und mit 50,12 Sekunden Platz vier belegte. Besonders gut gingen für ihn die M*- und M**-Prüfungen aus. Mit jeweils etwa vier Sekunden Vorsprung sicherte er sich in beiden Wettbewerben den ersten Platz. „Es läuft sensationell“, freute sich das Reiter-Urgestein und galoppierte zur nächsten Prüfung. Nicht ohne noch schnell zu betonen: „Das ist hier der beste Platz im Landkreis.“

Nicole Kirschnick macht sich dagegen schon bereit für die Heimfahrt. Anders als Winter war die Reiterin des RFV Allertal das erste Mal in Misselhorn. „Ich habe mich erst ganz kurzfristig entschieden, dabei zu sein“, sagt die blonde Frau aus Walle. Eine gute Wahl, wie sich zeigen sollte. Mit ihrem sieben Jahre alten „Dr. Best“, der zu den jüngsten Pferden bei dem Turnier gehörte, erreichte sie in der S*-Dressurprüfung den ersten Platz. „Und das sogar ohne große Vorbereitung“, freut sich Kirschnick. „Misselhorn bringt Glück. Nächstes Jahr bin ich wieder dabei.“

Es kamen nicht nur Reiter mit jahrelanger Erfahrung auf das Gelände. Beim Führzügel-Wettbewerb stellte der Nachwuchs seine Sicherheit auf dem Pferderücken unter Beweis – die Gastgeber aus Hermannsburg gaben hier übrigens eine besonders gute Figur ab und strahlten bei der anschließenden Siegerehrung über beide Wangen. Besonders sehenswert: Die jungen Reiter, Führer und Pony waren, teilweise mit Schleifchen geschmückt, farblich aufeinander abgestimmt. „Wir wollen Sport und eine familiäre Atmosphäre miteinander verbinden“, sagt Vereinssprecherin Patricia Lüpertz. Rund 150 Helfer – darunter nicht nur Vereinsmitglieder –hatten das Turnier organisiert. Johanniter und Tierärzte waren am Wochenende ebenfalls ehrenamtlich im Einsatz.

Wer das Reiten erlernen will, sagt Lüpertz, sollte am besten mit etwa zehn Jahren damit anfangen. Voltigieren sei perfekt geeignet für den Einstieg in den Reitsport. Natürlich gebe es auch viele Quer- und Wiedereinsteiger, sagt sie – und fügt hinzu: „Reiten ist ein Bazillus. Es ist einfach ansteckend.“ Sorgen um den Nachwuchs braucht sich also niemand machen. Das zeigten am Wochenende die zahlreichen glücklichen Gesichter, von denen sich viele schon aufs nächste Jahr freuen.