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Lokalsport Trainerfrage spaltet SVG Celle
Sport Sport regional Lokalsport Trainerfrage spaltet SVG Celle
17:36 26.04.2013
Von Christoph Zimmer
Thomas - Kahle Quelle: Peter Müller (Archiv)
Celle Stadt

Nein, schlaflose Nächte habe er noch nicht, sagt Joachim Niederlüke. Dabei gibt es viele ungeklärte Fragen, die den Manager des SVG Celle umtreiben. Etwa diese hier: Wie sieht das Gesicht der Mannschaft in der neuen Spielzeit aus? Bislang hat nur Rückraumspielerin Kathrin Schulz einen Vertrag über das Saisonende hinaus. Oder die: Wer wird die Handballerinnen in der kommenden Spielzeit als Trainer durch die 2. Liga führen? Thomas Kahles Engagement endet im Sommer und eine Vertragsverlängerung ist offen. Das sind nicht ganz unwesentliche Fragen drei Spieltage vor Saisonende. „Es ist alles im Fluss“, bemüht sich Niederlüke um Gelassenheit. Dabei ist um den Trainer gerade eine heftige Diskussion entbrannt.

Das liegt nicht so sehr an der Tabellenkonstellation – nur vier Zähler beträgt der Abstand zu Platz zwei. Wegen des finanziellen Sparzwangs war der Aufstieg nach dem guten Saisonstart ohnehin kein Thema, die Lizenz für die Bundesliga wurde vom Verein erst gar nicht beantragt. Es liegt eher daran, dass Kahle auch die Männer des SV Altencelle in der Landesliga trainiert, mit denen er vor dem Aufstieg in die Oberliga steht. Kahle wird zwar ausdrücklich dafür gelobt, dass er im Januar als damaliger Assistenztrainer die Nachfolge seines Onkels Martin Kahle als Chefcoach nach dessen überraschenden Wechsel nach Lehrte angetreten und die Mannschaft durch die schwierigen Wochen danach geführt hat.

Dass er aber auch in der neuen Saison beide Trainerposten bekleiden wird, gilt als ausgeschlossen. „Das ist keine Alternative“, heißt es aus Gesellschafterkreisen. „Wenn er in Altencelle weitermachen sollte, werden wir darüber reden müssen“, sagt Niederlüke. Es sei der „Anspruch eines jeden Vereins, dass der Trainer immer bei der Mannschaft ist“. Während es im Training keine Überschneidungen gab, musste Kahle bei Spielen mehrfach vertreten werden.

Gespräche hat es schon gegeben. Von einer Einigung sind beide Seiten aber noch weit entfernt. „Erst wenn geklärt ist, wie der Kader in der neuen Saison aussieht, werde ich eine Entscheidung treffen“, sagt Kahle. Aber genau hier liegt der Knackpunkt. Der Trainer will wissen, wie die Mannschaft in der neuen Saison aussieht. Und die Mannschaft will wissen, wer der Trainer in der neuen Saison ist. „Wir wollen wissen, wie es weitergeht“, sagt etwa Jolanda Robben, „da gehört natürlich auch die Trainerfrage dazu.“ Außerdem ist aus dem Umfeld des Vereins zu vernehmen, dass der erfahrene Thomas Kahle „ein besserer Männertrainer“ sei. Das könnte ein Grund dafür sein, warum sich so viele Spielerinnen Zeit damit lassen, einen neuen Vertrag zu unterschreiben. Fest steht bislang nur, dass Rückraumspielerin Renee Verschuren (Bayer Leverkusen) und Torhüterin Mami Tanaka (Ziel unbekannt) den Verein im Sommer verlassen. Weitere könnten folgen.

Niederlüke jedenfalls hat sich schon mit möglichen Nachfolgern für Kahle unterhalten. „Es hat Gespräche gegeben“, bestätigte er, „aber das gehört in dem Geschäft dazu.“ Namen will er nicht nennen. Kahle würde „gerne bleiben, wenn sich beide Posten vereinbaren lassen“. Und wenn nicht? „Dazu möchte ich nichts sagen“, sagt Kahle. Ein klares Bekenntnis zu den Handballerinnen hört sich anders an.