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Lokalsport TuS Bergen enttäuscht im Handball-Pokal
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18:56 08.01.2017
Marie Sandvoß traf zwei Mal für den TuS Bergen. Die deutliche 18:26-Niederlage gegen den Hannoverschen SC konnte der Oberligist gestern nicht verhindern – die Abwehr war zu passiv. Quelle: Alex Sorokin
Bergen Stadt

Bevor die Bergerinnen aufs Feld traten, machten SG Zweidorf/Bortfeld und Landesligist MTV Embsen den Auftakt. Die SG steht zurzeit auf dem letzten Tabellenplatz der Oberliga und schwächelte auch gegen den Landesligisten. Embsen setzte sich durch und zog mit einem 23:21-Sieg ins Finale ein.

Dann hatten die Bergenerinnen ihren großen Auftritt. Im Vorfeld hatte Blancbois den HSC als Favorit bezeichnet, auch weil der TuS personell geschwächt in die Partie ging. Mit Torhüterin Melanie Wernert, Torjägerin Svenja Glasewald sowie Charlotte Kübeck fielen gleich drei Spielerinnen verletzt oder erkrankt aus. „Gute Voraussetzungen sehen anders aus“, hatte der TuS-Coach gesagt.

Blancbois‘ Befürchtung sollte sich bewahrheiten. Bergen schaffte es in der verkürzten Spielzeit (2 x 25 Minuten) nicht, sich gegen die Hannoveraner zu behaupten. Einfache Fehler aufseiten des TuS gaben den Gästen Auftrieb, sodass die Gastgeber den Anschluss verloren. „In der Abwehr haben wir keinen Zugriff bekommen“, stellte der TuS-Coach fest. Überhaupt habe die Defensive enttäuscht: „Das Zusammenspiel zwischen Torhüter und Abwehr war bedenklich.“

Der Frust war Blancbois nach dem Spiel deutlich anzumerken. Auf die fehlende Aggressivität seiner Spielerinnen reagierte er zynisch. „Keiner hat irgendwen angefasst. Das war Pillepalle. Wenigstens hat sich keiner verletzt“, brachte Blancbois die Passivität zum Ausdruck.

Lediglich für einige Spielzüge lobte der TuS-Coach seine Mannschaft. „Ein paar Tore waren gut rausgespielt, aber das ist zu wenig“, betonte er. Die einfachen Fehler hätten die kleinen Erfolge sogleich wieder zunichte gemacht. Auch Torjägerin Louise Ringert konnte das Ruder mit sieben Treffern nicht mehr herumreißen. Den ausgedünnten Kader ließ Blancbois als Entschuldigung für die Niederlage nicht gelten: „Die Spielerinnen haben gefehlt, aber das war nicht kriegsentscheidend.“

Dabei hätte der Tabellensechste der Oberliga den Hannoveranern laut Blancbois durchaus Paroli bieten können: „Wenn wir uns konzentriert hätten, hätten wir besser gespielt.“ Doch durch die Passivität des TuS hatte der HSC freie Bahn und absolvierte die Partie recht entspannt. „Die haben nicht mehr gemacht, als sie mussten“, sagte der TuS-Coach.

Der HSC zog ins Finale ein und qualifizierte sich mit einem ebenfalls deutlichen 21:15-Erfolg für das Final-Four-Turnier. Für Bergen ist der Traum vom Landespokal und dem Einzug in die Hauptrunde des DHB-Pokals hingegen geplatzt. Die Mannschaft aus dem Celler Nordkreis hat am 15. Januar beim Oberliga-Heimspiel gegen HSG Hannover-West die nächste Chance, ein kämpferisches Bild abzugeben und etwas Zählbares in der Meisterschaftsrückrunde zu gewinnen.

TuS Bergen: Döhler – Gehnke (3), Harms (2), Müller (1), Kautz, Wellmann (3), Kirchhoff, Ringert (7), Sandvoß (2), Borges, Schuba, Denecke.

Von Amelie Thiemann