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Lokalsport Ultimate Frisbee: Hermannsburger "Äitschbees" gelingt Wurf ins Glück
Sport Sport regional Lokalsport Ultimate Frisbee: Hermannsburger "Äitschbees" gelingt Wurf ins Glück
07:43 23.03.2017
Von Uwe Meier
Die U14 der „Äitschbees“ aus Hermannsburg sind Deutscher Meister: (von links) Tim Niederhäuser, Niklas Otten, Inga Lotte Michaelis, Stella Salwik, Mailin Münchow, Lucas Biskupek-Nordmann,Norik Brockmann und Lasse Michaelis.
Frankfurt/Main

Die Freude bei den „Äitschbees“ war riesig. Selbst die Konkurrenz gönnte es dem Team aus Hermannsburg, das in den vergangenen Jahren schon immer oben dabei war. Zweite und dritte Plätze hatte es mehrfach gegeben, aber eben ganz oben auf dem Siegertreppchen hatte man noch nie gestanden. „Wir waren einfach mal dran“, sagte Trainer Sascha Wambutt freudestrahlend. Er hatte das Team aufgebaut und jetzt zum größten Erfolg geführt hat.

Ohnehin kann sich die Bilanz der Hermannsburger Frisbee-Spieler bei der Endrunde, die in Frankfurt/Main ausgespielt wurde, sehen lassen. Denn neben der U14 schaffte auch die U17-Mannschaft den Einzug ins Finale. Dort unterlag man aber „Disckick“ aus Berlin mit 7:10. Für die U20 (als Spielgemeinschaft mit Kamen) endeten die Titelkämpfe auf dem sechsten Rang.

Im Dezember und Januar hatten sich die drei Hermannsburger Mannschaften bei Qualifikationsturnieren in der Nordwest-Region für die nationalen Titelkämpfe qualifiziert, Für die U14 und U17 verliefen die Ausscheidungswettkämpfe reibungslos. Unbesiegt traten diese beiden Teams die Reise nach Frankfurt an. „Wir haben uns dort schon etwas ausgerechnet“, so Wambutt. „Allerdings ist es im Vorfeld immer schwer, insbesondere die Gegner aus Süddeutschland einzuschätzen, zumal man sie zuvor noch nicht hatte spielen sehen.“

Doch das änderte sich während der Titelkämpfe. Und bei den „Äitschbees“ wuchs die Zuversicht, dass dieses Mal wirklich etwas gehen könnte. Die Hermannsburger U14-Mannschaft spielte sich beinahe schon locker und ohne Niederlage durch die Vorrunde und qualifizierte sich somit für das Halbfinale. Dort ging es gegen die „Lions“ aus Heidelberg. „Ein schwieriger Gegner“, wie Wambutt meinte. Doch für sein Team offenbar nicht schwierig genug. Denn auch dieses Team wurde schließlich bezwungen.

Das Finale gegen Leipzig war an Spannung kaum zu überbieten. Nach Ablauf der 25-minütigen Spielzeit sahen sich die Hermannsburger einem 4:7 gegenüber. Doch die Finalrunde wurde im System „Cap One“ ausgespielt. Das bedeutet, dass so lange weitergespielt wird, bis eine Mannschaft acht Punkte auf dem Konto hat. Etwas Pech für Leipzig – viel Glück für die Hermannsburger. Denn während dem Gegner einfach nicht der entscheidende Punkt gelingen wollte, starteten die „Äitschbees“ eine beeindruckende Aufholjagd. „Die Jungs haben eine große mentale Stärke bewiesen“, lobte Wambutt anschließend. Denn sein Team holte Punkt um Punkt auf. Die Spannung wuchs von Spielzug zu Spielzug und löste sich erst, als Niklas Otten den Frisbee in der Endzone fing: 8:7 für die „Äitschbeese“ – die Feierlichkeiten konnten beginnen.

Die Hermannsburger U17 hatte sich ebenfalls als ungeschlagener Gruppenerster für das Viertelfinale qualifiziert. Dort gab es einen glatten 12:5-Erfolg über Verl. Auch im Halbfinale ließ man sich vom Team aus Bad Rappenau nicht aufhalten und gewann 13:3.

Im Finale geriet der Hermannsburger Siegeszug ins Stocken. Im Vorfeld der Titelkämpfe hatte man während eines Vorbereitungsturniers gegen die „Disckick“ aus Berlin einmal gewonnen und einmal verloren. Auch diesmal entwickelte sich ein enges Duell, bei dem die Berliner gerade zum Ende vor allem körperlich bedingt leichte Vorteile hatten und so 10:7 gewannen. Aber der Vizemeister-Titel war für die „Äitschbees“ trotzdem ein tolles Ergebnis. Gekrönt wurde diese Leistung durch den Gewinn des Spiritpreises. Nach jedem Spiel werden Spiritpunkte (Fairnesspunkte) für den Gegner vergeben, davon hatten die Hermannsburger am Ende am meisten gesammelt.