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Lokalsport Unterlüßerin bei WM-Atmosphäre zu neuen Bestleistungen
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19:08 14.10.2016
Eine anstrengende Angelegenheit. Mit einer Puppe im Schlepptau durchquert Eva Klütschdas Schwimmbecken. Zusammen mitTrainer Maurice Lawonn hatte sichdie Unterlüßerin auf die WM vorbereitet. Quelle: Oliver Knoblich
Unterlüß

UNTERLÜSS. Sie kommt aus einem kleineren Ort am Rande der Südheide, doch bei den Besten der Welt war sie trotzdem mit dabei. Das Team der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) aus Celle bekam bei der Lifesaving-Weltmeisterschaft in Eindhoven tatkräftige Unterstützung von Eva Klütsch aus Unterlüß. Der Mannschaft aus Celle hatte noch eine Schwimmerin gefehlt, um an den Vereins-Weltmeisterschaften teilnehmen zu können. Die Unterlüßerin sprang kurzerhand ein.

Bei der Lifesaving-WM werden die Wettkämpfe in Freigewässer- und Hallenbad-Disziplinen unterschieden. Klütsch ging insgesamt fünfmal ins Wasser. Am Ende gelang ihr in jeder Disziplin eine persönliche Bestzeit. Teilweise war sie bis zu vier Sekunden schneller als ihre bisherigen Zeiten bei Wettkämpfen. „Meinem Heimtrainer Maurice Lawonn gilt besonderer Dank. Ohne ihn hätte ich diese Zeiten nicht erreichen können“, bedankt sich Klütsch bei ihrem Coach.

Die Vorbereitung verlief jedoch nicht ganz optimal. Aufgrund der großen Distanz zwischen Unterlüß und Celle fielen aufgrund von Zeitmangel viele Trainingseinheiten aus. „Neben dem Abiturstress hatte ich mit vielen Krankheiten zu kämpfen“, erzählt die Schwimmerin. So verblieben von den sechs Wochen Vorbereitung, die eigentlich angesetzt waren, effektiv noch zwei Wochen, um das nötige Leistungsniveau zu erreichen. Diese Zeit wurde intensiv dazu genutzt, um die Bereiche Technik, Ausdauer und Geschwindigkeit zu trainieren und zu verbessern. „In diesen zwei Wochen habe ich jeden Tag trainiert“, so Klütsch. In der letzten Woche vor den Titelkämpfen wurde das Pensum jedoch deutlich reduziert. „Vor einem Wettkampf brauche ich immer ein paar Tage, um runterzukommen“, begründet die Unterlüßerin diese Maßnahme.

Nach der Regenerationswoche ging es für Klütsch und ihren Trainer nach Eindhoven zur Weltmeisterschaft. „Die Stimmung vor Ort war einmalig. Auch die Organisation lief viel professioneller ab“, so Klütsch, die zuvor nur die Luft bei Landesmeisterschaften geschnuppert hatte. „Dazwischen liegen Welten“, zeigte sich Klütsch von der WM-Atmosphäre beeindruckt.

Die zweiwöchige, harte Trainingsarbeit zahlte sich aus. Mit der angereisten Weltelite hatte sie zwar nicht mithalten können, aber die Freude über die persönliche Leistungssteigerung überwog alle Platzierungen. Zu Hause verfolgte ihre Fangemeinde im Internet das Geschehen. Nach ihren fünf Disziplinen lieferte sie auch noch einen fabelhaften Lauf im Mannschaftswettbewerb ab. Beim 200-Meter-Hindernisschwimmen gelang der Mannschaft der 37. Platz unter 50 angetretenen Teams.

Auch in Zukunft will Klütsch dem Sport treu bleiben. Auch wenn der Plan für die kommenden Vorbereitungsphasen schon steht, ist das Abitur im März 2017 zunächst im Fokus der jungen Schwimmerin. Allerdings arbeitet sie schon jetzt mit ihrem Coach auf die Weltmeisterschaften 2018 in Australien hin. „Da will ich unbedingt hin. Die Erfahrungen, die ich in diesem Jahr gemacht habe, sind schon riesig. Deshalb will ich auch noch mal in Australien angreifen.“

Neben der 18-Jährigen hat auch die Mannschaft des Celler DLRG passable Ergebnisse in Eindhoven verzeichnet. Besonders am Strand überzeugte die Damenmannschaft bei der Strandsprintstaffel. Dort gelangen ihnen der Einzug ins B-Finale und am Ende der 15. Platz. Bei den Disziplinen im Hallenbad lief es nicht ganz so rund für das Team aus Celle. Bei den vier Disziplinen landete der DLRG eher auf den hinteren Plätzen, doch der olympische Gedanke „Dabei sein ist alles“ stand hier für die Sportler mehr im Vordergrund als die Platzierungen.

Von Björn Beinhorn