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Lokalsport VfK-Boxer Kolonko überrascht Top-Favoriten
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16:34 09.08.2010
Talente des VfK Celle schlugen sich in der Kleinen Burghalle achtbar. Immer wieder attackierte Wojciech Kolonko (in Rot). Quelle: Gert Neumann
Celle Stadt

Trainingsleistung und Ringgefühl sind im Boxen zwei verschiedene Paar Schuhe. Christian Hannecker weiß es genau. Deshalb fordert der Trainer des VfK Celle seine Nachwuchsboxer immer wieder in öffentlichen Kämpfen.

Am Sonnabend war es in der kleinen Halle des Burgzentrums wieder so weit. Elf Duelle waren angesetzt, in acht kamen Nachwuchstalente des VfK Celle zum Einsatz. Mit durchaus ansprechenden Leistungen, wenngleich nicht immer siegreich.

Für die größte Überraschung sorgte zweifelsohne das 12 Jahre alte 91-Kg-Schwergewicht Wojciech Kolonko. Der Youngster mit polnischen Wurzeln bestritt erst seinen dritten Kampf. Und dies ausgerechnet gegen den um ein Jahr älteren und neun Kilo schwereren Yousef Hozan, der für die Teilnahme an der deutschen Meisterschaft vorgesehen war. Der bislang sieglose Kolonka hatte sein Herz in beide Hände, besser Fäuste, genommen und den haushohen Favoriten drei Runde lang durch den Ring getrieben. Nach sechs Minuten stand fest. Der VfK-Kämpfer hatte das As von Heros Salzgitter verdient bezwungen.

Das technisch beste Boxen gab es allerdings im Mittelgewicht-Schlusskampf (75-Kilo) zwischen VfK-Kämpfer Redwan Delaf und Vitali Marsall vom BSK Seelze zu sehen. Drei spannende Runden über je drei Minuten, die weitgehend ausgeglichen waren und unentschieden endete. Hannecker – und nicht nur Celles Trainer – hatten Delaf leicht vorne gesehen. Erst ein Tiefschlag in der letzten Runde, für den der Celler angezählt wurde, der Gegner allerdings ohne Verwarnung davon gekommen war, hatte Marsall wieder aufkommen lassen. Die einzig strittige Entscheidung des souveränen Kampfgerichts.

Marsall wurde übrigens, wie auch im einzigen Frauenkampf Siegerin Theresa Krüger von Box Gym Lüneburg (gegen Nawina Hanada/BSK Seelze), von einer Box-Größe gecoacht. Die fünffache Deutsche Meisterin Elena Walendzik (Fliegengewicht) hatte wegen einer Verletzung in diesem Jahr pausieren müssen, wird aber in Kürze einen WM-Qualifikationskampf erhalten und wollte deshalb unbedingt Celler Ringluft schnuppern.

Zu Siegen kamen auch die VfK-Kämpfer Kevin Jarosch (41.Kg-Klasse), Diyar Tongo (48-kg-Klasse) und Moeed Ahmed (62-Kg-Klasse). Und dies sogar jeweils sehr deutlich. Jaroschs Kampf gegen den Lüneburger Dominik Kotar wurde wegen großer Überlegenheit ebenso vorzeitig beendet wie der von Tonga gegen Johan Sikora (VT Rinteln). Ahmeds Vorstellung wurde vom Ringrichter gestoppt, der den Lüneburger Yannik Winkler vermutlich vor dem einzigen Knock out des Box-Nachmittags bewahrte.

Weniger gut verlief es für Maik Schmitz (30-Kg-Klasse), Ilyas Tatu (34-Kg-Klasse) und Emrah Kaplan (63 kg-Klasse). Schmitz scheiterte an der Cleverness des konterstarken Jachia Sialah aus Isenbüttel und an der noch fehlenden körperlichen Größe. Denn technisch hat der junge Boxer fast alles drauf. Tatu überzeugte mit einer sehr guten Linken. Ist aber noch zu langsam in seinen Aktionen, so dass Nick Bier aus Isenbüttel immer wieder nachsetzen konnte. Und Emrah Kaplan wurde Opfer mangelnden Trainingsfleißes. Technisch sehr gut und auch mit einigen ansprechenden Treffern musste er sich zu recht dem erfahrenen Ringfuchs Arne Büttner aus Wolfenbüttel knapp beugen. Hannecker: „Emrah hätte sicher gewonnen, wäre er konditionell nicht eingebrochen“. In weiteren Kämpfen besiegte Denis Juchatz (Munster/45 Kg Luca Homeier (Rinteln) und trennten sich Sebastian Appelganz (Munster/63 Kg) und Centian Gashi (Wolfenbüttel) unentschieden.

Talente des VfK Celle schlugen sich in der Kleinen Burghalle achtbar. Immer wieder attackierte VfK-Boxer Wojciech Kolonko (in Rot/oben). Auf dem Bild rechts richtet Trainer Christian Hannecker (links) eindringliche Worte an Emrah Kaplan. Fotos: Neumann

Von Gert Neumann