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Lokalsport Vom Aufsteller zum Deutschen Meister: Celler ist seit über 60 Jahren Kegler
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20:07 15.03.2017
Heinfried Zick kegelt seit seiner Kindheit. Inzwischen ist er 60 Jahre lang aktiv im Kegelsport. Er trug auch maßgeblich dazu bei, dass das einzige Länderspiel zwischen der damaligen DDR und der BRD stattgefunden hat. Das Originalplakat bewahrt er noch heute als Erinnerung auf. Quelle: Alex Sorokin
Celle Stadt

Das ist ein großer Schritt, der dem 72-Jährigen nach seiner langen Erfolgsgeschichte nicht leicht fällt. „Irgendwann muss auch mal Schluss sein. Ich war immer für den Sport unterwegs und nun freue ich mich auf etwas mehr Zeit für Familie und Musik“, erzählt Zick.

Er wuchs bis zur Wiedervereinigung in Mecklenburg-Vorpommern in der ehemaligen DDR auf. Schon sein Vater kegelte erfolgreich im Verein. Durch ihn kam Zick mit etwa zehn Jahren das erste Mal in Berührung mit dem Kegelsport. „Ich habe dann als Kind begonnen, die Kegel aufzustellen. Damals gab es noch keine Maschine, die das macht.“ Für sechs Stunden Kegel aufstellen bekam Zick 20 DM. Damit besserte sich der Junge sein Taschengeld auf. Doch er blieb nicht Kegelaufsteller. Zick fand schnell Gefallen am Kegeln und probierte sich erfolgreich in dem Sport aus.

Auch als Erwachsener blieb er dem Kegeln auf Bohle-Bahnen treu und erzielte schnell Erfolge. Mehr als 300 Bundesligaspiele bestritt er, wurde zwei Mal Deutscher Meister, vier Mal Deutscher Vizemeister und zehn Mal Landesmeister von Mecklenburg-Vorpommern und Niedersachsen.

Bevor es ihn vor 27 Jahren nach Celle verschlug, hatte er in der damaligen DDR noch eine Mission zu erfüllen: „Ich war im Deutschen Kegler-Verband der DDR bis 1989 Präsident der Sektion Bohle und habe immer davon geträumt, ein Länderspiel zwischen der damaligen DDR und BRD zu organisieren“, sagt der 72-Jährige. Sein Traum wurde wahr. Am 29. September 1990 fand in Uelzen das erste und einzige Länderspiel des geteilten Deutschlands statt. Zick wurde mit 1510 Holz bester Spieler des gemeinsamen Wettkampfes. „Ich habe dazu beigetragen, dass das Spiel zustande gekommen ist.“ Auch an der Zusammenführung der beiden deutschen Kegelverbände nach der Wiedervereinigung war er beteiligt.

Den Diplom-Pädagogen zog es dann nach Celle, wo er im Jugenddorf tätig war. Dort gründete er auch eine Kegel-Gruppe für Jugendliche. Er stieg auch beim Verein Celler Kegler ein und versuchte mit seinen Kegelfreunden, Celle als anerkannte Mannschaft zu etablieren, was schließlich auch gelang. Berufliche Verpflichtungen, Frau und zwei Söhne sowie das Kegeln zeitlich miteinander zu vereinbaren, sei nicht immer leicht gewesen, erzählt Zick. „Ich war ständig unterwegs. Das ist natürlich schön, wenn man viel reisen kann, aber auch zeitaufwendig. Ich habe mal die ganzen Fahrten und Veranstaltungen vom Kegeln hochgerechnet: Insgesamt war ich 18 Jahre meines Lebens nur für den Kegelsport unterwegs.“

Um Nachwuchs macht sich der Rentner keine Sorgen, wenn er sich nach und nach zurückzieht. „Wir haben hier in Celle eine gute Jugendabteilung. Wir sind mit fast 300 Mitgliedern ganz gut aufgestellt für die nächsten Jahre.“ Es sei schwieriger geworden, Jugendliche für den Kegelsport zu begeistern, aber unter anderem mit Ferienpassaktionen gelingt es, Kindern den Sport näher zu bringen.

Was ist das Geheimnis seiner 60-jährigen Erfolgsgeschichte? „Konzentration und Ausdauer sind am wichtigsten. Nur Spieler, die eine hohe Konzentrationsfähigkeit haben, haben sich durchgesetzt. Man muss den Lauf der Kugel auf der jeweiligen Bahn lesen können, um den Wurf perfekt anzupassen“, sagt Zick.

Von Jessica Poszwa