Menü
Cellesche Zeitung | Ihre Zeitung aus Celle
Lokalsport Vom Volleyball „infiziert“
Sport Sport regional Lokalsport Vom Volleyball „infiziert“
12:45 29.12.2011
Von Christopher Menge
Die Quelle: Peter M¸ller
Altencelle

„Wenn man von einer Sportart infiziert ist, lässt sie einen nicht mehr los“, bekommt Eberhard Schulz ein Funkeln in den Augen, als er seine sportliche Laufbahn Revue passieren lässt. Einen Tag vor Silvester feiert der Gründer der Volleyball-Abteilung des SV Altencelle seinen 80. Geburtstag. Wer ihn kennt, weiß, dass auch sein Ehrentag im Zeichen des Sports steht. So kommen ehemalige Mitspieler der Deutschen Volleyball-Nationalmannschaft, die ehemaligen Vorstandskollegen des SV Altencelle und weitere Weggefährten neben Nachbarn und Verwandtschaft nach Altencelle, um Schulz hochleben zulassen.

Zu seinem Geburtstag wünscht er sich, dass sich die Lehrkräfte wieder mehr für den sportlichen Nachwuchs engagieren. „Egal in welcher Sportart: Wir brauchen wieder mehr Verrückte“, appelliert Schulz an seine Nachfolger. Seinem Verein, den SV Altencelle, wünscht er, dass sich Leute finden, die die Vorstandsnachfolge übernehmen und das Ruder in die Hand nehmen wollen.

Schulz selber, der jeden Morgen zehn Minuten Gymnastik macht, wünscht sich persönlich, fit zu bleiben. Statt Geschenken bittet er um eine Spende für die Heinz-Sielmann-Stiftung, die nach dem Tod des bekannten Tierfilmemachers um die Erhaltung der Natur kämpft.

Früh entwickelte der Jubilar die Begeisterung für den Sport. In seiner Kindheit war der in Angermünde in der Uckermark geborene Schulz Leichtathlet und Handballer. Erst während seines Studiums in Hannover wurde sein Talent als Volleyballer entdeckt. Als Kapitän führte er die Deutsche Nationalmannschaft 1956 zu den Weltmeisterschaften in Paris. „Das war ein Höhepunkt, wir haben nachts gearbeitet, um uns die Einkleidung zu verdienen“, blickt Schulz zurück.

Vom Verband wurde damals nur die Anreise übernommen. Gerne erinnert er sich an das gute Verhältnis zu der Mannschaft der DDR, die damals Weltspitze war. „Der DDR-Trainer Egon Saurer hat im Hintergrund heimlich die Frauenmannschaft des DVV gecoacht“, plaudert der Jubilar aus dem Nähkästchen.

Nach seinem Studium wurde Schulz als Referendar nach Celle abgeordnet. Ein Segen für den hiesigen Sport wie sich schnell herausstellen sollte. Nach Vorstandstätigkeiten beim VfL Westercelle und MTV Celle fand Schulz seine sportliche Heimat in Altencelle, wo er an der Grund- und Hauptschule auch bis zum Ruhestand 1994 die Fächer Sport, Biologie und Geographie lehrte.

Von 1958 bis 2002 führte Schulz als Sportwart die Geschicke des SVA. Gegen den Widerstand der damaligen Ratsherren, die das Geld für etwas anderes ausgeben wollten, setze er sich für den Bau der Altenceller Halle ein. So fand die Volleyball-Abteilung, die Schulz gegründet hatte, nach ihren Anfängen im Freien am Föscherberg und in der Halle in Altenhagen ihre Heimat.

Doch Schulz engagierte sich nicht nur für den Volleyballsport – in der Blütezeit spielte der SVA in der Bundesliga. 40 Jahre lang war der heute 80-Jährige als Übungsleiter im Turnen aktiv und nahm das Sportabzeichen ab.

Im Volleyball machte Schulz auch international von sich Reden. Nach 47 Einsätzen als Zuspieler für die Deutsche Nationalmannschaft entschied sich Schulz aufgrund seiner Körpergröße für eine Schiedsrichterkarriere. Neben vier Europameisterschaften und einer Weltmeisterschaften war der Höhepunkt die Teilnahme als Unparteiischer an den Olympischen Spielen 1972 in München.

Für seine Verdienste wurde Schulz mit den goldenen Ehrennadeln des Deutschen Volleyballverbandes, des Landessportbundes und des SV Altencelle ausgezeichnet. „Alles sind Anerkennungen der jahrzehntelangen ehrenamtlichen Tätigkeit.“, sagt Schulz stolz. Der Celler Sport hat dem 80-Jährigen viel zu verdanken.