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Lokalsport Wandern und Walking sind des Cellers Lust
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18:21 11.03.2012
Celler beim Wandern und Walking Quelle: nicht zugewiesen
Celle Stadt

„Der Weg ist das Ziel“: Unter diesem Motto stand die Nordic-Walking-Konkurrenz des Wasa-Laufs. Bereits ab 9 Uhr schwangen die Walker ihre Laufstöcke über die Distanz von 10 Kilometern. Der Kurs erstreckte sich über den Wanderweg an den Dammaschwiesen mit Zwischenstation in Altencelle und wieder über den Aller- und Fischerdeich zurück.

„Die Streckengegebenheiten waren top. Es war ein schönes Laufen“, zog Rudolf Schlehuber ein positives Fazit. Mit der Nordic Walking-Gruppe des SSV Scheuen nahm er zum ersten Mal am Wasa-Lauf teil.

Auch die Volkswanderer waren in vollem Einsatz. Die über 500 Teilnehmer wanderten auf dem nahezu selben Weg wie die Nordic Walker, ließen es aber deutlich ruhiger angehen. So war das Wandern auch perfekt für das ältere Semester geeignet. Mit 89 Jahren war Helmut Koy der älteste Teilnehmer. Seit dem ersten Wasa-Lauf im Jahr 1983 ist Koy stets mit von der Partie. Damals noch als Läufer unterwegs, verlegte der Hannoveraner von der SG Üstra Hannover mit fortschreitendem Alter seinen Schwerpunkt auf das Wandern. „Ich wandere, weil ich mit dem Wasa-Lauf weiter verbunden sein will“, sagte der rüstige Rentner. „Die Geselligkeit ist mir dabei sehr wichtig.“ Zusammen mit seinen Üstra-Kollegen machte er sich auf den idyllischen Weg. „Celle gefällt uns sehr gut“, so Koy. Vom Schloss ist er besonders angetan.

Einer seiner Vereinsmitglieder ist Rudi Müller. Der 86-Jährige ist wie Koy seit 1983 im Wasa-Lauf-Dauereinsatz. „Die Gegend ist einfach schön. Zudem hat sich der Lauf sehr gut entwickelt.“ Er freut sich, im hohen Alter immer noch dabei zu sein. „Früher bin ich immer zehn Kilometer gelaufen. Heute bin ich froh, wandern zu können.“

Während die Hannoveraner mit Bussen nach Celle gefahren ist, hatten Boris und Brigitte Sotnikow einen weiteren Anfahrtsweg zum Wandern. Sie reisten aus der Stadt Staraja-Russa in Russland an – etwa 1800 Kilometer von der Herzogstadt entfernt. Mindestens ein Mal im Jahr besuchen die 68-jähirge Leipzigerin und der 65-jährige Russe die Stadt, in der gute Freunde von ihnen wohnen. Durch einen Zufall erfuhren sie vom Wasa-Lauf und waren begeistert von der Idee, damit auch gleichzeitig ihren 40. Hochzeitstag zu feiern.

„Uns macht das Wandern Spaß. Wir wollen heute die Landschaft genießen und dabei mit netten Menschen ins Gespräch kommen“, so Brigitte Sotnikow über ihre „große Freude“ auf den „interessanten Tag“. Auch wenn sie die Strecke in Celle noch nicht kannten, waren sie mit dem Wandern vertraut. „In Russland wandern wir oft, um Pilze oder Moos aus dem Wald zu holen. Dort leben wir auch regelrecht im Wald.“

Während sich einige Wanderer gerade noch auf ihren Start vorbereiteten, war schon der erste Walker im Ziel: Nach gerade einmal 70 Minuten überquerte Thomas Mohr die Ziellinie. Der Wittinger war mit 38 Jahren einer der jüngsten Nordic Walker im Feld. Mit seinem Erfolg hatte er nicht gerechnet: „Zwar war ich in den letzten vier Jahren immer vorn dabei, doch dass es so weit geht, hätte ich nicht gedacht.“ Doch sein Erfolg bleibt außer Konkurrenz: Eine Nordic Walking-Wertung gibt es nicht. „Ich mache das sowieso nur zum Vergüngen. Wenn ich Lust habe, trainiere ich ein Mal in der Woche“, sagte der noch geschwächte Walker direkt nach der Zieleinkunft. „Joggen wäre absolut nichts für mich.“

Von Andre Batistic