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Lokalsport Wegen Haushaltssperre: Zoff um abgesagte Sportlerehrung der Stadt Celle
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20:19 19.02.2014
Von Christoph Zimmer
Mit deutlicher Kritik hat der Vorsitzende des Kreissportbundes Celle auf die abgesagte Sportlerehrung der Stadt aus Kostengründen reagiert.
Celle Stadt

Hartmut Ostermann hat die Absage der Sportlerehrung der Stadt Celle in diesem Jahr aufgrund der Haushaltssperre der Verwaltung scharf kritisiert. „Mit dieser Entscheidung hat sich die Stadt sicher keinen Gefallen getan“, sagte der Vorsitzende des Kreissportbundes Celle (KSB) am Mittwoch. Er habe kein Verständnis dafür, dass die traditionelle Veranstaltung im großen Festsaal des Celler Schlosses aus finanziellen Gründen aus dem Terminkalender gestrichen wurde. „Wenn man daran denkt, welchen Beitrag die Sportler für die Gesellschaft leisten, darf man bei der Sportlerehrung nicht von einer freiwilligen Leistung sprechen.“

Dass sich Celle auf der einen Seite in der Öffentlichkeit als Sportstadt tituliert und auf der anderen aber kein Geld für die Auszeichnung der sportlichen Höchstleistungen der Athleten in die Hand nimmt und ihnen eine große Bühne bietet, passt für Ostermann nicht zusammen. „Das ist in meinen Augen ein klarer Widerspruch“, sagt er. „Die Stadt ist schlecht beraten, dass sie die Sportler nicht ehrt.“

Ostermann geht es mit seiner Kritik an der Stadt in erster Linie um die Sportler. „Mit ihren Erfolgen sind sie Aushängeschilder für die Stadt und die Region“, sagte der Sportfunktionär. Sie machten aber nicht nur Werbung für sich selbst, sondern auch für ihre Sportart. „Wenn dann die öffentliche Sportlerehrung wegfällt, bedeutet das auch für den Breitensport einen Rückschritt.“ Andererseits geht es ihm um die Anerkennung der Ehrenamtlichen, die die Erfolge im Hintergrund möglich machen. „Vor allem im Nachwuchsbereich leisten sie großartige Arbeit. Mit der Ehrung wird auch ihnen das Plenum genommen.“

Im Stadtgebiet sind 22.240 Menschen in 81 Sportvereinen organisiert, die wiederum 45 verschiedene Sportarten anbieten. Damit sind knapp ein Drittel aller Celler in Sportvereinen aktiv. Die ehrenamtlichen Nichtmitglieder sind in dieser neuen Statistik des Kreissportbundes von Anfang 2014 gar nicht erfasst. „Für sie ist die abgesagte Sportlerehrung ein Schlag ins Gesicht“, sagte Ostermann. Bei der Sportlerehrung der Stadt Celle wurden 2013 insgesamt 220 Sportler geehrt, die mindestens Landesmeister wurden und Celles Renommee als Sportstadt maßgeblich prägten.

Ostermann forderte die Stadt auf, die Kosten für die Sportlerehrung zu reduzieren und für die Zukunft neue Impulse zu setzen. „Wenn sie die Vereine in das Programm und die Organisation einbeziehen würden, würde das eine große Akzeptanz schaffen“, ist sich Ostermann sicher.

Auf der Facebookseite der Celleschen Zeitung wurde die Absage ebenfalls größtenteils kritisch gesehen. „Das ist ein Schlag ins Gesicht für alle Sportler, Trainer und Vereine, die Celle mit ihren Leistungen bis weit über die Stadtgrenze hinaus bekannt gemacht haben“, schrieb Oliver Krienke. „Aber wenn sich die Herren Politiker gegenseitig ehren und huldigen, wird groß aufgefahren. Dafür ist dann immer noch genug Geld da“, kommentierte Thomas Raquet die Entscheidung der Verwaltung. „Auf keinen Fall darf bei den jungen Leuten der Eindruck entstehen, dass ihre besonderen Leistungen der Öffentlichkeit nichts mehr wert sind“, postete Andreas Reimchen. Mit einer gemeinsamen Sportlerehrung von Stadt und Landkreis ließe sich „ein brauchbarer, günstiger Kompromiss finden“.

Die Sportlerehrung der Stadt Celle in diesem Jahr ist aus Kostengründen abgesagt worden. Für die traditionelle Veranstaltung sei vor dem Hintergrund der Haushaltssperre in der Verwaltung kein Geld da, hieß es aus dem Rathaus. In der abgesagten Sportlerehrung sieht der Oberbürgermeister jedoch keinen Widerspruch zu Celles Inszenierung als Sportstadt. „Es ist wichtiger, in den Breitensport und die Infrastruktur zu investieren und die Möglichkeiten zu schaffen, dass die Sportler ihre Sportart auch ausüben können“, sagte Dirk-Ulrich Mende mit Blick auf die leeren Kassen.

Die Ehrenämter und eine kleine Auswahl an Sportlern sollen in einem kleinen Rahmen geehrt werden – mit einem Empfang und einem Gespräch beim Bürgermeister.