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Lokalsport Westerceller Überraschungscoup
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17:29 22.06.2017
Marcel Sefczyk (links) hat die Lizenz zum Toreschießen: Insgesamt traf er 34 Mal für dieWesterceller und schoss damit mehr als ein Drittel aller VfL-Tore. Quelle: Alex Sorokin (Archiv)
Celle

Celle. Zusammen mit seinem alten Weggefährten Axel Güllert hatte er das Erbe von Vorgänger Holger Kaiser übernommen. „Es war schon so, dass uns als neuem Trainerduo anfangs einige Skepsis entgegengebracht wurde. Vielleicht haben uns einige auch belächelt“, blickt Vollmer zurück. Doch die beiden „Neuen“ erwarben sich in vielen intensiven Gesprächen schnell das Vertrauen der Mannschaft. Wichtige Akteure wie Daniel Weiss, Marcel Sefczyk oder Pascal Peschke konnten zum Bleiben überzeugt werden. Ebenso wurden mit Timo Papendieck und Marcel Brunngräber (2. Herren) als auch Till Heuchert und Jonas Henze (U19) neue Spieler erfolgreich ins Team integriert. Endgültig brach das Eis im saisonvorbereitenden Trainingslager in Munster. „Das waren dort überragende Rahmenbedingungen. Hier hat sich das Team so gut zusammengefunden, dass eine große Kameradschaft entstanden ist“, erzählt Vollmer.

Wenn auch der Start in die Pflichtspiele mit einer Heim-Pokalpleite gegen TuS Eschede danebenging, so war dafür der Punktspielauftakt mit drei knappen 1:0 Siegen in Serie umso erfolgreicher. „Das hat uns das Selbstvertrauen und die Sicherheit gegeben, die uns die ganze Saison über nie wirklich verlassen hat“, so Vollmer. Auch der ein oder andere Rückschlag hielt den VfL nicht davon ab, die Hinrunde mit 36 Punkten als Tabellenführer abzuschließen.

Die Stärken des Teams sind das schnelle Umschalt- und Konterspiel sowie seine taktische Disziplin und die Beherrschung unterschiedlicher Spielsysteme. Auch in der langen Winterpause arbeitet die Mannschaft hart und kommt gut aus den Startlöchern. Der überragende Top-Torjäger der Liga Marcel Sefczyk steuert mit 34 Toren mehr als ein Drittel zu den 95 Treffern des VfL bei. Flügelspieler Alexander Laube beeindruckt durch seine Schnelligkeit und sein unglaubliches Talent, während Torwart Jannick Heuer Ruhe und Sicherheit ausstrahlt.

Dennoch folgt der „schwarze April“, in dem nach einer Negativserie alle Chancen auf den Titel dahin zu sein schienen. Doch auch die Konkurrenz patzte kräftig und der VfL war mit einem ganz starken Endspurt auf einmal wieder im Rennen. „In dieser Phase hat sich gezeigt, wie stabil das Team ist. Bis zum Schluss haben alle an einem Strang gezogen und an sich geglaubt. Das war einfach überragend“, lobt Axel Güllert seine Mannschaft sowie das Westerceller Umfeld.

Stark war mit fünf Siegen auch die Derby-Bilanz des VfL. Denn nur ein einziges Mal, im „gefühlten Heimspiel“ beim TuS Celle FC, mussten sich die Gelb-Schwarzen geschlagen geben. Zudem überzeugte die Westerceller als bestes Auswärtsteam der Bezirksliga vor allem auf fremden Plätzen. „Natürlich wird es in der Landesliga deutlich schwerer für uns. Deshalb wollen wir vor allem unsere Defensive stärken. Das Potenzial des Teams ist jedoch enorm, sodass wir positiv nach vorne schauen“, sagt Güllert.

Bevor jedoch der erste Trainingsschweiß für das Unterfangen Landesliga vergossen wird, belohnte sich das Team erst einmal mit einer Mannschaftsfahrt nach Düsseldorf, wo ja bekanntlich die längste Theke der Welt steht.

Von Jochen Strehlau