Menü
Cellesche Zeitung | Ihre Zeitung aus Celle
Lokalsport Wohin geht's mit dem Sport in Celle?
Sport Sport regional Lokalsport Wohin geht's mit dem Sport in Celle?
18:11 19.03.2015
Von Heiko Hartung
In welche Richtung entwickelt sich der Sport in Celle? Antworten soll ein Sportentwicklungsplan geben. Quelle: Jörg Grünhagen
Celle Stadt

In welche Richtung entwickelt sich der Sport in Celle? Gibt es in der Stadt genügend Angebote, die zu einer immer älter werdenden Bevölkerung passen? Entsprechen die Sportstätten dem Bedarf – und werden Hallen, Bewegungsräume und Sportplätze optimal genutzt? Möglichst präzise Antworten auf diese und andere Fragen soll eine so genannte Sportentwicklungsplanung bringen, die die Stadtverwaltung in Zusammenarbeit mit dem Stuttgarter Institut für Kooperative Planung und Sportentwicklung (ikps) in dieser Woche auf den Weg gebracht hat.

„Damit wir uns ein umfassendes Bild machen können, sind wir auf die Mithilfe der Bevölkerung angewiesen“, appelliert Stadtrat Stephan Kassel an die Celler. Die Verwaltung hat dieser Tage 4000 Fragebögen an zufällig ausgewählte Bürger im Stadtgebiet verschickt. Darin werden sportliche Aktivitäten, Vereinszugehörigkeit, aber auch Wünsche und Verbesserungsvorschläge bezüglich der Sportangebote abgefragt. Ähnlich konzipierte Fragebögen gingen auch an die 81 städtischen Sportvereine mit ihren 22.240 Mitgliedern sowie an alle Schulen und Kindertagesstätten. „Das ist die einmalige Chance, sich an der zukünftigen Ausrichtung des Sports in Celle zu beteiligen“, unterstreicht Kassel. Bis etwa Mitte April haben die Angeschriebenen Zeit, die Fragebögen zurückzusenden.

„Bedarfsorientiert“ müsse die künftige Gestaltung der Sportlandschaft sein, sagt Sigrid Müller, Geschäftsführerin des Kreissportbunds (KSB) Celle, und weist auf den demografischen Wandel hin. „Wir brauchen die kleinen Gymnastikhallen, die für ältere Sportler zugeschnitten sind, ebenso wie die große Mehrfeldhalle für den Leistungssport“, so Müller. Sportdezernent Kassel hat bei dem Projekt auch die Haushaltssituation im Hinterkopf: „Unsere Ressourcen im Bereich Sport sind begrenzt. Der Sportentwicklungsplan soll helfen, sie effizient einzusetzen.“

Die Studie, für die 60.000 Euro im Haushalt veranschlagt wurden und die vom Landessportbund mit 10.000 Euro bezuschusst wird, wurde vor einem Jahr angeschoben. Mit Hilfe des KSB hat die Verwaltung eine Bestandsaufnahme über Mitgliederentwicklung in Vereinen, Bevölkerungswandel und vorhandene Sportstätten erstellt. Dabei wurde festgestellt, dass die Celler Vereine in den vergangenen fünf Jahren rund neun Prozent ihrer Mitglieder verloren haben. Positiv fiel auf, dass 31 Prozent der Celler in Sportvereinen organisiert sind. Zum Vergleich: In Braunschweig sind es nur 24 Prozent.

Die nun folgende Bedarfsanalyse soll helfen, „die sportpolitischen Ziele der kommenden 15 Jahre abzuleiten“, sagt ikps-Geschäftsführer Stefan Eckl und fügt hinzu: „Wir hoffen auf einen hohen Rücklauf der Fragebögen, um die Studie auf möglichst repräsentative Füße stellen zu können.“ Dabei soll beispielsweise auch erforscht werden, warum „Nichtsportler“ bislang keinen Sport treiben. Eckls Partner Jörg Wetterich erklärt: „Der Sportentwicklungsplan schaut über den Vereinssport hinaus. Unter dem Strich könnte auch ein Bedarf an Boulebahnen oder Bolzplätzen stehen.“

Nach der Auswertung der Fragebögen wird eine moderierte Gruppe von etwa 30 Personen aus Vereinen, Kommunalpolitik, Verwaltung, Schulen und Kitas, Jugendarbeit, Behinderten- und Seniorenvertretern gebildet. Diese soll bis Anfang 2016 Handlungsempfehlungen erarbeiten, um die Sport- und Bewegungsangebote im Celler Stadtgebiet zukunftsfest zu gestalten.