Menü
Cellesche Zeitung | Ihre Zeitung aus Celle
Lokalsport Zwei Celler Europameister im Fitness-Zehnkampf
Sport Sport regional Lokalsport Zwei Celler Europameister im Fitness-Zehnkampf
18:10 03.12.2013
Von Uwe Meier
Celle

„Kraft – Ausdauer – Beweglichkeit“. Das sind die Säulen des Fitnessgedankens, den zwei Celler offenbar ganz fest verinnerlicht haben. Zumindest brauchen Ted Spitzer und William Müller weder in Deutschland noch auf europäischer Ebene die Konkurrenz im Fitness-Zehnkampf zu fürchten. Nach dem Gewinn des Deutschen Meistertitels, den die Beiden jeweils in ihrer Altersklassen eingesammelt hatten, waren die topfiten Spitzensportler nun auch bei den Europameisterschaften in Basel erfolgreich.

Und das extrem deutlich. Gegen die Konkurrenz aus Deutschland, Schweiz, Österreich, Türkei, Russland, Tschechien und England gewannen die beiden Celler nicht nur in ihrer Altersklasse den Titel. Spitzer wurde vielmehr Gesamtsieger aller Altersklassen. Und Müller sammelte die zweithöchste Punktzahl aller Teilnehmer. Spitzer stellte darüber hinaus mit seinem Ergebnis wahrscheinlich eine neue Weltbestleistung in der elfjährigen Geschichte dieses Fitness-Zehnkampf auf. Die höchste Punktzahl aller internationalen Wettkämpfe lag bisher bei 340. Der Celler Modellathlet schaffte bei der EM in Basel 351 Punkte. Müllers 320 Punkte ist immer noch die achtbeste Wert aller bisherigen internationalen Wettkämpfe. Offizielle Weltrekorde gibt es aufgrund der unterschiedlichen Punktevergabe der einzelnen Wettkämpfe allerdings nicht. So oder so – der Sieg bei den Europameisterschaften ist bisher der größte Erfolg der beiden Sportler in dieser Sportart.

Ein Grund, weshalb Spitzer und Müller die Konkurrenz derart deutlich hinter sich ließen, ist ihre Ausgeglichenheit. Es gibt keine Kategorie, in der sie größere Schwächen offenbaren.

Zur Kategorie Kraft gehören die Disziplinen: Bankdrücken, Kniebeugen sowie Umsetzen (eine Hantelstange muss wie beim Stoßen im Gewichtheben im Stand nach oben und auch wieder nach unten bewegt werden). Diese drei ersten Disziplinen dienen zur Qualifikation für alle folgenden Übungen. Wer hier nicht eine Mindestpunktzahl erreicht, für den ist der Wettbewerb bereits beendet. Diese Hürde nahmen die beiden Celler allerdings locker.

Die Disziplinen Beugestütze (Dips), Klimmzüge, Liegestütze sowie eine Art Sit Ups, wobei jeweils in 45 Sekunden die maximale Anzahl absolviert wird, gehören zur Kategorie Kraft-Ausdauer.

Zur Kategorie „Cardiovaskuläre Ausdauer“ gilt es unter anderem die Disziplin Seilspringen zu absolvieren. Hier müssen in zwei Minuten so viel Seildurchschläge wie möglich geschafft werden. In höheren Altersklassen müssen die Sportler entweder auf einem Fahrradergometer oder einem Ruderergometer ihre Ausdauer unter Beweis stellen. Bei dieser EM war das Rudern gefragt. Auf dem Ruderergometer muss fünf Minuten gerudert werden, wobei die „gefahrene Stecke“ über die durchschnittlich erreichte Wattzahl (Leistung) gemessen wird.

Als weitere Disziplin muss ein kurzer Parcours in möglichst kurzer Zeit abgelaufen werden. Innerhalb des Parcours müssen darüber hinaus vier koordinative Übungen absolviert werden.

In der letzten Kategorie Beweglichkeit werden drei verschieden Körperpartien auf ihre Elastizität geprüft und gemessen. Zum einen ist es die Beweglichkeit des Schultergelenks. Außerdem wird die Beweglichkeit des Hüftgelenks plus Wirbelsäule gemessen, indem man Rumpfbeuge mit geraden Knien im Stand macht.

Die letzte Beweglichkeitsübung ist der Spagat. Je näher man mit dem Schritt am Boden ist, desto mehr Punkte werden vergeben.

Die 48 absolvierten Klimmzüge von Spitzer und 47 von Müller konnte keiner der Gegner in den 45 Sekunden erreichen. Ähnlich war es bei den Beugestützen. Spitzer machte 71, Müller 63. Bei den Situps konnte Müller sogar Spitzer überflügeln (54 Müller, 42 Spitzer). Beide machten über 70 Liegestütze in den 45 Sekunden. Spitzer schaffte in dieser Kategorie die maximal erreichbaren Punkte in allen drei Unterkategorien schaffen. Die Konkurrenz konnte da nur noch staunen.