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Lokalsport Zwei Top-Talente auf Rekordjagd: Marie Dehning und Veronique Quednau laufen ihren Konkurrentinnen davon
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18:04 06.05.2014
Marie Dehning (links) und Veronique Quednau - freuen sich nach jedem Rennen gemeinsam über ihre - Erfolge. Nur auf der Strecke sind sie Konkurrentinnen.  Quelle: Johanna Müller
Bergen Stadt

„Laufen wird nie langweilig“, sagt Marie und ihre Mutter Claudia Dehning kann die Begeisterung ihrer Tochter nur bestätigen. Zweimal wöchentlich fährt die Hermannsburgerin sie nach Bergen. „Ich brauche nur sagen, wir müssen los zum Training und schwups ist Marie mit ihrer Sporttasche im Auto“, sagt die 37-Jährige.

Im Stadion am Heisterkamp laufen die Mädchen gemeinsam ihre Runden. „Wir quatschen oft beim Training“, sagt Marie schmunzelnd. Auch die Koordinationsübung absolvieren sie zusammen. „Eins, zwei, drei, vier, klatsch! Eins, zwei...“, rufen sie und klatschen sich alle vier Schritte ab.

Seitdem sie sechs Jahre alt ist, trainiert Marie in Bergen. Veronique Quednau hat bereits ein Jahr zuvor angefangen und kommt seitdem aus Winsen zum Training. Jetzt räumen die Schülerinnen ab. Beide haben beim Berger Sparkassenlauf den 25 Jahre alten Streckenrekord über einen Kilometer unterboten. Neue Rekordhalterin ist Marie, die sieben Sekunden schneller war als ihre Trainingspartnerin. „Marie hat Talent und ich weiß, dass sie schneller ist, aber ich muss dann im Rennen an ihr dran bleiben“, sagt Veronique, die jüngst Gold bei der Deutschen Crosslaufmeisterschaft holte.

Jetzt hat Marie einen weiteren Rekord in ihrer Altersklasse gebrochen. Bei der Bahneröffnung in Garbsen am Maifeiertag starteten die Läuferinnen über 800 Meter. Nach einer spannenden Aufholjagd lief Dehning mit ihrer Bestzeit von 2:33,26 Minuten ins Ziel. Damit brach sie den Kreisrekord von 1979. Quednau landete auf Platz drei – ebenfalls mit persönlicher Bestleistung.

„Die Zwei sind sehr talentiert. Sie bringen viel mit, lernen schnell und haben Spaß dabei“, sagt ihr neuer Trainer Björn Lippa, der die Schülerinnen auch auf den Mehrkampf vorbereitet. „Eine breite Ausbildung ist in dem Alter wichtig und beide haben Potenzial“, sagt der zweimaliger Deutscher Meister im Schülermehrkampf. Weiterhin dabei ist Trainer Optenhöfel, den die Sportler „Optus“ nennen. „Das war bei uns schon so“, erinnert sich Claudia Dehning, die ebenfalls in Bergen lief.

Beide Nachwuchstalente kamen durch ihre Mütter zum Sport. „Marie wollte früher schon immer mit mir mitlaufen“, sagt Claudia Dehning. Jetzt laufen Mutter und Tochter in ihrer Freizeit zusammen. Doch die ist rar, denn Marie spielt auch erfolgreich Handball. Mit dem Trompetenunterricht hat sie vor kurzem aufgehört – für den Sport. „Ich laufe auch gerne mit meiner Mama“, sagt Veronique, die noch Gitarre spielt und malt. Ihre Mutter Natalia Quednau lief Ende April in Hannover als erste Frau der Altersklasse W40 im Halbmarathon ein. „Die Eltern leben das vor und die Kinder wollen mitmachen“, weiß Optenhöfel.

Bei der Frage, wer die Nase im Training mit der eigenen Mutter vorn hat, melden sich beide Mädchen blitzschnell. „Über 400 Meter bin ich schneller als meine Mama“, sagt Veronique. Auch im Sprint kämen ihre Mütter nicht hinterher, sagen die beiden. Und lächeln stolz – und auch ein bisschen schelmisch.

Von Johanna Müller