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Sport überregional DOSB-Chef Hörmann erwartet «kein Honiglecken»
Sport Sport überregional DOSB-Chef Hörmann erwartet «kein Honiglecken»
12:21 02.12.2018
Für weitere vier Jahre an der Spitze des DOSB: Alfons Hörmann. Foto: Guido Kirchner Quelle: Guido Kirchner
Düsseldorf

Düsseldorf (dpa) - DOSB-Präsident Alfons Hörmann konnte kaum verbergen, dass er die Umstände seiner Wiederwahl nach unerwarteter Kampfkandidatur als Majestätsbeleidigung empfand.

«Die Wahl als solche ist aus meinem Verständnis gut, demokratisch und hoch erfolgreich verlaufen», sagte er nach der Bestätigung im Amt durch die Mitgliederversammlung des Deutschen Olympischen Sportbundes in Düsseldorf gestelzt. Der deutsche Triathlon-Präsident Martin Engelhardt hatte es gewagt, aus Protest gegen den nicht immer angemessenen Führungsstil Hörmanns kurz vor den Wahlen seine Kandidatur anzumelden.

«Ich bin mit der Führungsperson unzufrieden, wie viele andere auch, die sich nicht trauen, es öffentlich zu machen», sagte der 58 Jahre alte Mediziner aus Osnabrück. Im Schutz der geheimen Abstimmung zeigten noch mehr der 400 Funktionäre Mut: Engelhardt erhielt 61 von 444 Stimmen, auf Hörmann entfielen 383.

Diese stille Opposition schloss sich damit dem Appell Engelhardts an, «die zum Teil destruktiven Auseinandersetzungen zwischen den Akteuren im und für den Sport» zu beenden, eine «verlässliche Zusammenarbeit zwischen dem DOSB und den Verbänden» und einen «respektvollen Umgang» miteinander zu fördern.

Offen wollte Engelhardt aber keiner der etablierten Funktionäre unterstützen und ihn als Gegenkandidaten vorschlagen. Allein der zum persönlichen Mitglied ernannte Fechter Benedikt Wagner hatte dazu die Courage. Dass die Verbandsvertreter aus Angst vor nachträglicher Abstrafung zum Beispiel bei der Verteilung von Fördergeldern in Deckung blieben, hielt Hörmann für eine «Unterstellung».

Für den 58 Jahre alten Unternehmer ist es keine Überraschung, dass nach vierjährigem Ringen um das Großprojekt Spitzensportreform «nicht jeder zufrieden sein kann». Die Einsicht, selbst diplomatische Fehler gemacht zu haben, zeigte er bisher nie. Deshalb kam ein Satz in seiner Dankesrede nach der Wiederwahl überraschend. «Ich werde die Werte, die Sie eingefordert haben, lieber Herr Engelhardt, mit dem Team herzlich gerne umsetzen», sagte Hörmann, «und ich werde einen Stil pflegen, der von Offenheit und Transparenz geprägt ist.»

Dass Engelhardt das im Sport selten genutzte demokratische Recht wahrnahm, als Gegenkandidat anzutreten, fand auch Anerkennung. «Ich fand es mutig, dass Engelhardt aufgestanden ist. Das ist ja nicht ganz so einfach», meinte der deutsche Ruder-Präsident Siegfried Kaidel. «Ich denke, die Botschaft ist bei Hörmann angekommen.»

Für den Präsidenten des Deutschen Behindertenverbandes, Friedhelm Julius Beucher, sollten Gegenkandidaturen «nicht als Angriffe empfunden werden, sondern ein Zeichen von «sportverbandlicher Lebendigkeit» sein. Auch DOSB-Athletensprecher Max Hartung zeigte sich froh, «dass es eine Auswahl von Kandidaten» gegeben habe, betonte aber: «Das Ergebnis ist in meinen Augen kein Denkzettel.»

Nach den Kontroversen um die Entwicklung der Reform erwartet Hörmann in den nächsten vier Jahren bei der beginnenden Umsetzung keine konfliktärmere Zeit. «Wer meint, dass mit dem Mittelaufwuchs die Probleme gelöst sind, und es damit in den Wellness-Modus geht, wird sich bald eines Besseren belehren lassen müssen», erklärte er. «Die nächsten vier Jahre werden zweifelsohne kein Honiglecken.»

Auf Rückendeckung kann Hörmann dabei von Bundesinnenminister Horst Seehofer setzen, der in Düsseldorf von einer «guten Partnerschaft mit dem DOSB ohne Kumpanei» sprach. Der CSU-Politiker trug dazu bei, dass der Sportetat 2019 auf 235 Millionen Euro aufgestockt wird. Dies sind 70 Millionen Euro mehr im Vergleich zu 2017. Damit soll insbesondere die Umsetzung der Reform vorangetrieben werden.

Der Minister mahnte den DOSB aber auch: «Lieber Herr Hörmann, wenn man so viel Geld zur Verfügung hat, muss man es auch ausgeben - und gut ausgeben.» Denn immerhin übersteige «die Steigerungsrate des Sports der für die Sicherheitsbehörden». Seehofer: «Das ist ein Vertrauensbeweis. Ich glaube aber, dem werden sie auch gerecht.»

Von dpa Von Andreas Schirmer und Martin Beils

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